Dass diese Frau Ehre verdient, hat der Journalistinnenbund schon lange gewusst. 2000 zeichneten wir
Luc Jochimsen, die nun als Kandidatin fürs Bundespräsidentenamt nominiert ist, für ihre herausragende journalistische (Lebens-)Leistung und ihr frauenpolitisches Engagement mit der Hedwig-Dohm-Urkunde aus. Die
Laudatio hielt damals Inge von Bönninghausen. Die ehemalige Panorama-Redakteurin, Großbritannien-Korrespondentin und schließlich Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks ist nicht einfach eine Frau, die man zwei männlichen Kandidaten gegenüber stellt. Sie ist eine Feministin, die sich zum Beispiel kämpferisch und aufklärerisch gegen den Abtreibungsparagraphen 218 stark gemacht hat.
Die Nachricht ihrer Nominierung erreichte viele JB-Frauen passenderweise in Berlin, wo das Bundespresseamt gerade eine Informationstagung für uns veranstaltet. Die Freude hielt sich jedoch in Grenzen. Eine Frau im Amt - ja, das wäre etwas gewesen. Aber eine chancenlose Kandidatin, die nun einer breiten Koalition für politische Vernunft und gegen taktisches Kalkül entgegen steht?
Cornelia Möhring, die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion der Linken, hatte da beim gemeinsamen Abendessen einiges zu erklären.