Dienstag, 4. Juli 2017

Eine Beziehungsgeschichte - Der Journalistinnenbund und ich

von Eva Hehemann, Magdalena Köster und Christine Olderdissen

Der Journalistinnenbund will hoch hinaus. Die Jahrestagung startete im 31. Stock.  / Foto: Eva Hehemann

Es war ein fröhliches Wiedersehen unter Kolleginnen, die Jubiläums-Jahrestagung des Journalistinnenbundes am Gründungsort Frankfurt. Im "Silberturm" hoch über den Wolken, wie auch im ehrwürdigen Plenarsaal des Römer, gab es am ersten Juliwochenende hinreichend Gelegenheit mit Gründerinnen, Regionalgruppensprecherinnen und neu hinzugekommenen Mentees über das Netzwerk für Frauen im Journalismus zu reflektieren: Was bringt es jeder Einzelnen, dabei zu sein? Ein persönliches Schlaglicht auf 30 Jahre jb.





Foto: Eva Hehemann
"Als Frau im Lokaljournalismus brauche ich ein starkes Netzwerk, deshalb werde ich wohl bald im jb Mitglied werden."

Anna Sprockhoff

Redakteurin bei der "Landeszeitung" für die Lüneburger Heide. Zusammen mit ihrer Kollegin Katja Grundmann mehrfach ausgezeichnet für die Multimediareportage "Aufwachsen als Flüchtlingskind". Mentee in der 9. Runde des jb-Mentoringprogramm.



Foto: Magdalena Köster

"Am jb liebe ich am meisten, dass hier die Kolleginnen ohne jede Konkurrenz miteinander reden."

Susanne Schmidt-Luer, Regionalgruppe Frankfurt

Lange Zeit festangestellte Redakteurin bei der Frankfurter Rundschau. Jetzt ist sie als freie Autorin mit sozial- und industriepolitischen Themen unterwegs.


Foto: Eva Hehemann
"Für mich bedeutet der jb das Angebot eines kulturellen Dialogs. Er kann Journalistinnen dazu ermutigen, die eigene Position politisch und beruflich zu vertreten. Weibliche Lebensrealität wird so in der Öffentlichkeit selbstverständlicher zum Thema."

Sabine Zurmühl, Regionalgruppe Berlin

Mitbegründerin der feministischen Zeitschrift COURAGE, Autorin zahlreicher Fernsehdokumentationen und Sachbücher, heute Redakteurin der Zeitschrift "perspektive mediation". Sabine Zurmühl war Mitbegründerin des jb und lange Jahre Vorstandsmitglied.



Foto: Eva Hehemann
"Zurück in die Zukunft – Anti-Feminismus gegen Gleichberechtigung ist wieder ein Thema. Es bleibt noch viel zu tun, wir bleiben dran."

Gundula Thors, Regionalgruppe Hamburg

Autorin einer literarischen Hedwig-Dohm-Biographie, eines Kochbuchs und von Kunst-Krimis.

Gundula Thors leitet seit 17 Jahren die Regionalgruppe Hamburg, davon fünf Jahre gemeinsam mit Watch-Salon-Kollegin Tina Stadlmayer. Sie ist schon länger auf der Suche nach einer Nachfolgerin und setzt ihre Hoffnung auf neue, junge Mitgliedsfrauen.


Foto: Eva Hehemann
"Als ich neu im jb war - und das ist ziemlich lange her - hatte ich zwei Eindrücke. Erstens: Es gehört sich nicht Kinder zu haben. Zweitens: Alle waren so schick. Ich dachte, die Emanzen kommen alle in lila Latzhosen."

Heidrun Wulf-Frick, Regionalgruppe Südwest

Redakteurin in der Unternehmenskommunikation des Universitätsklinikum Freiburg.
Heidrun Wulf-Frick hat zwei Töchter großgezogen. Seit 1992 ist sie im jb. Ein Jahr später hat sie mit Judith Rauch aus Tübingen die Regionalgruppe Stuttgart gegründet, inzwischen fusioniert zur Regionalgruppe Südwest, mit der ebenfalls von ihr gegründeten RG Baden-Elsass. Heidrun wie auch Judith waren lange Zeit im Team des Watch-Salon.



Foto: Eva Hehemann
"Als Neumitglied des jb freue ich mich sehr, Teil des Mentoringprogramms sein zu dürfen, und ich bin gespannt auf das Netzwerk mit vielen starken und inspirierenden Kolleginnen."

Rebecca Nordin-Mencke, Regionalgruppe Leipzig

Nach Studium der Arabistik freie Hörfunkautorin und Onlineredakteurin bei MDR AKTUELL. Mentee in der 9. Runde des jb-Mentoringprogramm.



Foto: Eva Hehemann
„Der jb war für mich von Anfang an das wichtigste berufliche Netzwerk, für das ich mich immer mit Herzblut eingesetzt habe. Am bedeutendsten aber sind für mich die im jb gefundenen, lebenslangen Freundschaften mit Kolleginnen.“

Marlies Hesse, Regionalgruppe Köln

30 Jahre Redakteurin beim Deutschlandfunk und dort die erste weibliche persönliche Referentin des Intendanten, damals Reinhard Appel. Marlies Hesse war von 1994 bis 2010 Geschäftsführerin des jb. Sie hat alle Jahrestagungen miterlebt und ist - wie sie immer wieder unter Beweis stellt - das wandelnde Gedächtnis des jb. Ihr persönliches Archiv geht demnächst nach Kassel, ins Archiv der deutschen Frauenbewegung.



Foto: Gottfried Schenk
"Mein Eintritt in den jb 1988 war für mich auch ein Schritt in die weitere Professionalisierung. Es war die Ermutigung, tatsächlich etwas zu sagen zu haben. Neben dem Netzwerken bringt mir der jb ein Reflektieren über unsere Rolle und Verantwortung als Medienmacherinnen."

Dr. Eva Schindele, Regionalgruppe Nord

Wissenschaftsjournalistin in Bremen und als Hörfunkautorin mehrfach preisgekrönt u. a. mit dem Juliane-Bartel-Preis.



Foto: Eva Hehemann
"Dankbar bin ich bis heute für den Anstoß von Gisela Brackert, mich im jb zu engagieren. Seit fast 30 Jahren kann ich mir journalistisches Arbeiten ohne den Verband kaum vorstellen - bis in mein Rentenalter.
Bleibe jung, jb!"

Gabriele Mielcke, Regionalgruppe Frankfurt

Freie Journalistin. Sie war von 1989 bis 1995 im Vorstand des jb.



Foto: Eva Hehemann
"Für mich bedeutet der jb Austausch mit vielen engagierten Kolleginnen und gesellschaftliches Engagement, mit dem wir so manche Veränderung auf den Weg bringen konnten. Der jb bestärkt mich auch immer wieder in der Leidenschaft für meinen Beruf."

Beatrix Boutonnet, Regionalgruppe München

Freie Journalistin in Rosenheim mit Schwerpunkt Wirtschaft. Nach einer längeren Pause ist sie zum zweiten Mal Sprecherin ihrer Regionalgruppe.



Foto: Hilde Weeg
"Es ist schön, zu erleben, wie die Kolleginnen von ihrer eigenen Bewegung bewegt sind - und damit etwas bewegen!"

Eva Gutensohn, Regionalgruppe Südwest

Musikkoordinatorin Radio Dreyeckland in Freiburg. Als frühere Mentee engagiert sie sich im Team der AG Mentoring.


*** Der Journalistinnenbund hat in fast allen Teilen Deutschlands Regionalgruppen.***


Übrigens - das sind wir. Das Watch-Salon-Team versteht sich auch aufs Feiern, bei der abendlichen Party zum 30-jährigen Jubiläum des Journalistinnenbundes.

Von links nach rechts, stehend: Tina Stadlmayer, Magdalena Köster, Luise Loges. Sitzend: Eva Hehemann, Angelika Knop, Christine Olderdissen. Laura Hennemann und Mareice Kaiser waren verhindert. / Foto: Watch-Salon


4 Kommentare

  1. Schön, dass ich im Zusammenhang mit Heidrun Wulf-Frick doch irgendwie dabei war! Und auch sehr schön, dass mit Luise Loges und Laura Hennemann zwei meiner Tübinger Ex-Studentinnen den Watch-Salon bereichern!

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  2. Mich hat vor 21 Jahren Andrea Ernst in den Journalistinnenbund gelotst. Ich habe viel durch den jb und im jb als Regionalgruppensprecherin in Berlin gelernt. Und vermutlich hätte ich nicht so energisch dafür gekämpft, dass in den Texten von "Gute Pillen - Schlechte Pillen" auch Ärztinnen und Patientinnen vorkommen. Und bei den Inteviews wechseln sich Weiblein und Männlein ab, denn es gibt sie: die Expertinnen.
    Wir haben in Frankfurt ganz wunderbar gefeiert. Ein großes Dankeschön an die tollen Vorträge und Laudatorinnen; vor allem an das Organisationsteam inklusive Watch-Salon!

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  3. Danke an Euch Salonistas für diese schöne Zusammenstellung von Beziehungsgeschichten. 1992 stieß ich zum jb, weil ich im journalist, der Mitgliederzeitung des DJV, eine Anzeige eines Frauenverbandes (dem damaligen DJB) gelesen habe, in der um Mitglieder geworben wurde. Das fand ich toll und bin einfach eingetreten – einfach nur als Unterstützerin. Ein gutes Jahr lang blieb ich Karteileiche, bis mich Judith Rauch an meinem Schreibtisch in meiner Redaktion aufstöberte. Ich kannte nur ihren Namen aus der EMMA und war sehr erfreut, als sie mich fragte, ob ich mit ihr zusammen eine Regionalgruppe des jb in Stuttgart gründen möchte. Das taten wir. Und seitdem bin ich auch, mit einer kurzen Unterbrechung, RG-Sprecherin. 1995 veranstalteten wir die bislang einzige Jahrestagung in Stuttgart. Dort lernte ich zum ersten Mal die Frauen kennen, die hinter dem jb standen. Beeindruckt war ich von ihrer Eleganz, ihrer Eloquenz, ihrer feministischen Kompetenz – und dass Kinder und Familie überhaupt kein Thema waren. Das hat sich zum Glück im Laufe der Jahre geändert. Auf jeden Fall hat der jb mein Leben verändert: Ohne die großartige Unterstützung von Kolleginnen kann ich es mir gar nicht mehr vorstellen!

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