Sonntag, 17. Mai 2009

Grand Prix, Grand Prix


Armer Alex, armer Oscar!
(Wer nun swingt oder singt, ich kanns mir nicht merken.)
Da hatten sie doch eine absolut idiotensichere Erfolgsstrategie, um Deutschland aus der Grandprix-Misere zu hieven:

1. Man kaufe sich die berühmteste und teuerste Edel-Stripperin der Welt (ja, ja: es heißt "Burlesque", schon klar!).
2. Man erzähle das vorab schon mal überall rum und ernte dafür quer durch Europa bewunderndes Schulterklopfen (von den Jungs).
3. Man singe und swinge dann ein bisschen und lasse "La Teese" sich lasziv aus den Hüllen schälen und mit der Peitsche knallen (soll ja schon bei Nietzsche gewirkt haben).
4. Man erreiche damit Hysterien (oder so ähnlich) vor den heimischen Bildschirmen und begeisterte Anrufe für das Deutsche Vaterland.
4. Man freue sich über massenhaft "Germany: 12 Points".
5. Man lache sich "höhö!" ins Fäustchen und ins Mikro, wenn man von der großen Lys Assia den Preis überreicht bekommt (und frage sich danach, wer die kleine Omi denn war).

Aber, ach, so lief es nicht: Kläglich tröpfelten die Pünktchen für "Germany" nur, und, ach, am Ende reichte es nur für Platz 20.

Was nur war schief gelaufen?

Hatten sich die Frauen Europas gegen Sing & Swing in bösartiger Weise verschworen und ihren Männern die Telefone zur Abstimmung versteckt?
Hatte sich Dita von Teese vor Beginn der Show geweigert, sich von Sing & Swing runterhandeln zu lassen und rächte sich nun bitterlich, indem sie die Nietzsche´sche Peitsche nur unmotiviert schwang?
Oder lag es vielleicht doch an der allzu durchschaubaren Chauvi-Strategie ("Man mache viel Wind um die potentiell nackten Brüste einer Frau, die das Vielfache verdient als man selbst, degradiere sie dann aber zum reinen Schmückwerk seines eigenen kläglichen Beitrags.")?

"Vielleicht wars den Zuschauern doch zuviel Plastik bei Dita von Teese", wagte Guildo Horn nach der Show die Frage. "Die Leute wollen wieder mehr Natürlichkeit."
Und "Mehr Hirn!", will man mit den Worten von Hedwig Dohm da hinzufügen.

Kommentare:

Heidrun Wulf-Frick hat gesagt…

Da zeigt sich mal wieder was eine echte Harke ist. Danke für den Beitrag. Aber hier fragt die Ahnungslose: War hat denn gewonnen und - mit welchen Mitteln ??

Angelika Knop hat gesagt…

Gewonnen hat das Gegenprogramm zu Frau Teese: ein Bubi, den viele Frauen sicher gern als Schwiegersohn und noch mehr Teenie-Mädels noch lieber als Freund hätten. Der kann Geige spielen, komponieren und sieht "total süß" aus. Und dann singt er noch von unglücklicher Jugendliebe. Harmlose Nummer - aber wenigstens nicht peinlich.