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Mittwoch, 10. März 2021

Abschiedspost #5: Gleichwertige Arbeit, gleiche Rechte, gleiches Gehalt

von Angelika Knop

Blick zurück: Noch lange nicht ausgelutscht ist das Thema Equal Pay / Foto: Angelika Knop

Der Equal Pay Day, der heute begangen wird, ist in Deutschland so alt wie unser Blog. Entsprechend oft habe ich darüber berichtet. Natürlich auch, weil es gerade in Medienbetrieben häufig undurchsichtige Gehaltsstrukturen gibt. Und weil es eine Journalistin ist, die in dieser Sache bis vor das Bundesverfassungsgericht gezogen ist. Die Klage der ZDF-Redakteurin Birte Meier ist jedoch noch nicht entschieden. Insgesamt hat sich in der Rückschau zwar viel getan in 13 Jahren, aber wenig verbessert. Abgesehen davon, dass zumindest das Thema so langsam in den Köpfen der Menschen präsent wurde – auch derer, die Politik machen. Trotzdem ist und war das Entgelttransparenzgesetz, das seit 2018 gilt, seinen Namen nicht wert. Doch in diesem Jahr zeigt sich ein Silberstreifen am Horizont. 

Mittwoch, 17. Februar 2021

Abschiedspost #2: Was die jungen Journalistinnen gegenwärtig bewegt

von unserer ehemaligen Autorin Marlies Hesse 

Blick zurück: Blogpost von Marlies Hesse zu prämierten Nachwuchsjournalistinnen
Foto: Eva Hehemann

Wie jede Generation vor ihnen vertreten auch die jungen Journalist*innen heute ihre eigenen Werte, Wahrnehmungen und Lebensstile und kombinieren sie in ihren Beiträgen mit traditionellen und neuen Befunden und Erkenntnissen. Ihre Einsendungen zum Marlies-Hesse-Nachwuchspreis spiegeln jährlich ein breites Themenspektrum wider. Eine intensive Beschäftigung mit dem, was sie in ihrer gendersensiblen Berichterstattung bewegt, erweist sich immer wieder als überaus lohnend. 

Freitag, 15. Januar 2021

Salonschnipsel: 40 x lesbisch, feministisch, sichtbar

von Christine Olderdissen  

Salon-Schnipsel, der: Kleine Empfehlung der Salonistas, in unregelmäßigen Abständen zu finden.
Zum Sehen, Hören, Freuen.

Anstelle von Fotos: Jedes Portrait im Buch schmückt eine Zeichnung der Künstlerin Helene Traxler. ©Querverlag

Fundsache: "Lesbisch, feministisch, sichtbar - Rolemodels aus dem deutschsprachigen Raum" Portraitbuch aus dem Berliner Querverlag

Fundort: Gutsortierte Buchhandlung oder online im Verlags-Shop des Querverlag

Fun-Faktor: „Ich kenne eine Lesbe – und Sie?“ So heißt eine legendär gewordene Sendung in der WDR-Fernsehreihe „Frauen-Fragen“. Inge von Bönninghausen, Moderatorin und Redaktionsleiterin, hat 1991 die ZEIT-Journalistin und Schriftstellerin Viola Roggenkamp zu Gast und beide outen sich vor Kamera: „Ich kenne Sie und viele, viele andere“.

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Konkurrenz für das Alphamännchen? Eine kritische Bilanz alter und neuer Geschlechterrepräsentanz

Buchbesprechung von Gastautorin Inge von Bönninghausen

Run auf's Amt: Politikkarriere dank Quote, warum nicht?! / Foto: Flo Karr unsplash.com

Manuela Schwesig tut es, Karolin Kebekus tut es und auch Caren Miosga tut es. 40 erfolgreiche Frauen sprechen „Ich bin eine Quotenfrau“. Den Igittsatz  wollen sie  enttabuisieren. Bei der Multimediaaktion von Stern.de im November 2020 sind sie zu hören und zu sehen, rechtzeitig zur Koalitionsvereinbarung über die Quote für Unternehmensvorstände.

Die richtige Zeit auch für das Buch unserer Kollegin Dorothee Beck, in dem sie gemeinsam mit Annette Henninger wissenschaftliche Beiträge und Interviews mit Politikerinnen zur Quote herausgegeben hat. Der Sammelband „Konkurrenz für das Alphamännchen“ basiert auf einem Workshop an der Philipps-Universität Marburg im Jahr 2018 mit Sozialwissenschaftlerinnen und Politikerinnen. Letztere wurden für das Buch noch einmal interviewt.

Dienstag, 17. März 2020

Lesen! "Über Geld spricht man" - die Lektüre zum Equal Pay Day 2020

von Gastautorin Sissi Pitzer

Henrike von Platens Buch, erschienen im Nicolaiverlag / Foto: Fair Pay Innovation Lab

„Nicht die Frauen müssen sich ändern, sondern die Spielregeln“. Dieses Zitat der Harvard-Professorin Iris Bohnet steht auf Seite 66 – doch es gilt für das gesamte Buch: Henrike von Platen zeigt in „Über Geld spricht man", dass er existiert, "Der schnelle Weg zur Gleichstellung“. Dafür müssten allerdings viele Verantwortliche auch nach ihren Erkenntnissen, Beispielen und Vorschlägen handeln. Diesmal können wir am Equal-Pay-Day nicht auf die Straße gehen, um dafür zu demonstrieren. Lesen aber können wir das ebenso informative wie unterhaltende Buch auch daheim auf dem Sofa oder Balkon. Diwan statt Demo sozusagen.

Montag, 17. Februar 2020

Der weibliche Blick auf den Film und die Frauen: Art+Feminism-Edit-a-thon bei der Berlinale 2020

von Gastautorin Ina Krauß

Noch fehlt ihr Name in der Wikipedia: Kamera-Talent Nadja Krüger beim Dreh von Amygdala.
Foto: Schuldenberg/Berlinale - Berlin Talents 2020

Die Oscars 2020 sind vergeben. Und das Bedauerliche daran: Es war mal wieder eine vergebene Chance, mehr Filmfrauen, ihre Arbeit vor, in und hinter den Kulissen zu würdigen. Schauen wir also gespannt nach vorn: auf die Berlinale 2020. Weil Ärgern oder Erbsen zählen inzwischen etwas ermüdend ist, haben sich jb-Kollegin Elke Koepping, Art+Feminism-Veranstalterin Daniela Brugger aus der Schweiz und WomenEdit-Mitstreiterin Sandra Becker zusammen mit engagierten Frauen aus der Wikipedia-Community ein tolles Projekt ausgedacht: Den Art+Feminism-Edit-a-thon.

Mittwoch, 15. Januar 2020

Raubtiere im Newsroom

von Anuradha Sharma aus dem indischen Shiliguri - Hostwriter- und Gastautorin im Watch-Salon


Illustration: Moshtari Hilal


Meine Karriere als Journalistin war zum Scheitern verurteilt, weil ich kein Mann bin. Letztes Jahr gestand ich mir diese Wahrheit zum ersten Mal ein, nachdem ich vor über sieben Jahren meine feste Stelle als Journalistin gekündigt habe und mich notgedrungen auf ein Leben als Freelancer einließ.
 Es erstaunt mich jetzt – oder vielleicht auch nicht –, dass ich das all die Jahre nicht wahrhaben wollte. Ich wollte mich nicht als Opfer sehen; ich war eben eine Spielernatur und liebte das Risiko. Jedes Mal, wenn ich anderen erzählte: "Ich habe mich selbstständig gemacht, weil man da viel mehr Freiheit hat, und interessanter ist es auch", habe ich ihnen und mir selbst etwas vorgemacht.

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Zählen, Messen, Haltung zeigen - der Weg zu fairer Bezahlung

von Angelika Knop


"Der Gipfel der Guten" (v.l.n.r.): Frank Rohde, Randolf Bursian, Franziska Giffey, Henrike von Platen, Katja Ploner, Barbara Thiel, Nina Keim beim Fair Pay Innovation Summit  / Foto: Angelika Knop

Das Thema Equal Pay ist angekommen in der Wirtschaft. So sieht es aus am Vormittag des 17. Dezember im Elisabeth-Selbert-Saal des Bundesfrauenministeriums in Berlin beim Fair Pay Best Practice Summit. Die Personalverantwortlichen oder Diversitybeauftragten von Adobe, Evonik, Siemens, Thyssenkrupp und Salesforce stehen oder sitzen auf dem Podium. Im Publikum sind große Anwaltskanzleien, Unternehmensberatungen, Gewerkschaften und weitere Unternehmen vertreten. Rund ein Viertel der Anwesenden sind Männer. Oder befinden wir uns hier wieder einmal in einer Filterblase? Ist dieser „Gipfel der Guten“, wie ihn Bundesfrauenministerin Franziska Giffey in ihrer Rede nennt, doch nur ein exklusiver Zirkel der Überzeugten oder gar derer, die ein bisschen Whitewashing betreiben wollen? Sonst bräuchte es doch diese Veranstaltung nicht, oder?

Mittwoch, 30. Oktober 2019

Ausgezeichnet! Courage-Preis für die Fotokünstlerin Patricia Morosan

Fünf Fragen von Eva Hehemann


Preisgekrönt: Patricia Morosan erhielt zusammen mit Christine Holch für diesen Bericht in der chrismon
den Couragepreis des Journalistinnenbundes 2019


Eine der erfreulichsten Aufgaben einer Jury ist es, nach getaner Arbeit den auserkorenen Gewinnerinnen von ihrem Preis zu berichten. 2019 fiel es mir zu, Patricia Morosan telefonisch mitzuteilen, dass sie für ihre Fotografien zu einem chrismon-Artikel zusammen mit der Autorin Christine Holch den Courage-Preis erhalten sollte. Die Freude war groß, auch bei mir, denn als Fotografin finde ich es natürlich immer ermutigend, wenn Kolleginnen ausgezeichnet werden. Wir leben in einer Welt der Bilder, hunderte Fotografien überfluten uns alltäglich, die meisten hinterlassen keinen bleibenden Eindruck. Aber Patricia Morosans Arbeiten sind von besonderer Qualität. Wie eindrücklich sie die Protagonistinnen des Artikels portraitiert hatte – man sollte die beiden als Kinder schwer sexuell missbrauchten Frauen nicht erkennen können –, hatte unsere Jury sehr berührt.

Freitag, 5. Juli 2019

Auf dem Weg in Richtung Quote? Medientage München bewegen sich

von Angelika Knop

Manifest mit Wirkung: Stefan Sutor, Angelika Knop, Sissi Pitzer bei den Medientagen 2019 / Foto: Beatrix Boutonnet
Vergangenen Herbst waren wir das Warten leid, jetzt hat es sich gelohnt. Auf einer Bühne der Medientage verlasen wir im Oktober das Manifest unseres Bündnisses Media Women Connect. Die Hauptforderung an die Veranstalter war, sich für 2019 in den Panels auf einen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent festzulegen. Geschäftsführer Stefan Sutor lehnte so eine Selbstverpflichtung damals mit deutlichen Worten ab. Einige Monate später gab es noch mal ein Gespräch zwischen uns, am Montag dann eine Ankündigung auf der Website und nun eine Pressemitteilung.

Montag, 3. Juni 2019

#MeToo: "Die Last des Kulturwandels darf nicht auf den Schultern der Betroffenen liegen". Fünf Fragen an Barbara Rohm

von Angelika Knop

Barbara Rohm engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand der Vertrauensstelle Themis / Foto: privat


Vergangene Woche hat die Schauspielerin Jany Tempel erneut ihr Schweigen gebrochen. 512 Tage nach dem Artikel im ZEIT MAGAZIN, in dem sie gemeinsam mit zwei Kolleginnen den Regisseur Dieter Wedel der sexuellen Belästigung und Gewalt beschuldigte. Seither, so schreibt sie, sei nichts passiert. Betroffene würden dadurch erneut abgeschreckt, sich mit Vorwürfen an Gerichte und Öffentlichkeit zu wenden. In der Tat ist Wedel zwar bei Sendern und Produktionsfirmen in Ungnade gefallen, wird aber nach wie vor in den Klatschspalten hofiert - so als sei nichts gewesen. Immerhin gibt es mittlerweile eine Anlaufstelle für Betroffene sexueller Übergriffe in der Film-, Fernseh- und Theaterbranche: die Vertrauensstelle Themis in Berlin. Der Trägerverein wurde vor rund einem Jahr, am 25. Mai 2018, gegründet. Der Watch-Salon hat Mitgründern und Vorstandsfrau Barbara Rohm nach ihren Erfahrungen gefragt.

Mittwoch, 24. April 2019

Europa-Wahl 2019 #1. SZ-Korrespondentin Cathrin Kahlweit glaubt: "Es wird wohl gar keinen Brexit geben."

von Tina Stadlmayer

Vor der Europa-Wahl zwischen dem 23. und dem 26. Mai fragen wir Kolleginnen, die über Europa berichten, nach ihrer Arbeit und danach, wie sie die aktuelle Situation einschätzen.

Cathrin Kahlweit ist "im Herzen Münchnerin und im Kopf, in der Seele und mit den Füßen Europäerin."
Foto: Jörg Buschmann

Im Moment ist in Europa richtig was los! Erstarkende rechte Parteien bereiten mit ihren populistischen Kampagnen den Pro-EU-Kräften Sorgen und Wahlverluste. Die Diskussionen über den Brexit und den US-Präsidenten Trump vertiefen die wohl schon lange schwelende Spaltung der verschiedenen politischen Lager. Nachdem der Brexit-Termin inzwischen zum zweiten Mal verschoben wurde, können Korrespondent*innen in Großbritannien erst einmal etwas durchatmen. Doch bald wird es wieder stressig werden, denn das britische Parlament müsste sich demnächst auf einen Austrittsvertrag einigen, oder Großbritannien muss an der Europawahl teilnehmen. London-Korrespondentin Cathrin Kahlweit glaubt jedoch nicht an eine schnelle Einigung. Im Gegenteil, sie geht davon aus, dass der Brexit ganz ausfallen wird.


Mittwoch, 27. März 2019

„Tue Gutes und rede darüber!“ – PR für soziale Initiativen

von Eva Hehemann

Juliane Kronen erläutert die Abläufe ihres gemeinnützigen Unternehmens / Foto: Eva Hehemann

„Reduce, reuse, recycle“ heißt einer meiner Lieblingssongs von Jack Johnson, ein Loblied auf die drei Rs für Abfall-Vermeidung, Ressourcen-Schonung und Umweltschutz. Alles, was diese drei Rs in großem Rahmen unterstützt, macht zwar ökologisch Sinn, ist aber oftmals nicht wirtschaftlich genug. Juliane Kronen hat beides erfolgreich verbunden. Mit ihrer gemeinnützigen Firma innatura rettet sie Über-Produktionen oder ausgemusterte Waren vor der Vernichtung und lässt sie Bedürftigen zugute kommen. Und damit ist sie ein Paradebeispiel für PR mit gutem Gewissen – das Aufgabenfeld der Journalistin Brigitte Lausch. 

Sonntag, 17. März 2019

Wenig Transparenz - keine Gleichheit. Eine Bilanz des Entgelttransparenzgesetzes zum Equal Pay Day

von Angelika Knop

Gleiche Rolle - gleiches Geld? Schön wär's! - Equal Pay Aktion auf dem Münchner Marienplatz / Foto: A. Knop

Wir haben das Dutzend voll - und die Nase sowieso. Auch zum 12. Equal Pay Day in Deutschland hat sich praktisch nichts getan. Zwar ist das Thema mittlerweile nicht nur rund um den 18. März hipp. Die #metoo-Debatte hat es weiter angeschoben. Kaum eine Person in Wirtschaft und Politik gibt nicht wenigstens ein Lippenbekenntnis für Entgeltgleichheit ab. Doch im Durchschnitt verdienen Frauen pro Arbeitsstunde noch immer rund 21 Prozent weniger als Männer. Daran wird auch das Entgelttransparenzgesetzt nichts ändern, solange es nicht reformiert und von den Beschäftigen besser genutzt wird.

Mittwoch, 6. März 2019

Die Berufung - Felicity Jones kämpft im Kinofilm als Ruth Bader Ginsburg für Gleichberechtigung

von Angelika Knop

Film und Diskussion - Preview von "Die Berufung" mit Frauennetzwerken in München / Foto: A. Knop

Dunkle Anzüge, weiße Kragen, kurze Haarschnitte so weit das Auge reicht. Junge, weiße Männer strömen zum Vorlesungsbeginn in die ehrwürdigen Hallen der Juristischen Fakultät in Harvard. Mittendrin Ruth Bader-Ginsburg - eine von neun Frauen unter rund 500 Erstsemestern. Mit dieser Szene aus dem Jahr 1956 beginnt der Film "Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit". Bei der Preview im Februar 2019 im Rahmen der Jüdischen Filmtage in München ist es umgekehrt: Hunderte Frauen, darunter ein paar Männer, strömen in das mehr als 100 Jahre alte "Filmtheater Sendlinger Tor". Sie wollen sehen, wie Hollywood einer Ikone der Gleichberechtigung ein Denkmal setzt.

Dienstag, 5. Februar 2019

"Ein Schlag ins Gesicht" für Frauen beim Recht auf gleiche Bezahlung - Journalistin scheitert vor Gericht

von Angelika Knop

Betroffene Gesichter: Juraprofessorin Nora Markard (li) und Anwältin Chris Ambrosi beim LAG/ 
Foto: Angelika Knop


Vor #metoo hatte die Film- und Medienbranche angeblich kein Problem mit sexueller Belästigung. Dann gab es hausinterne Untersuchungen und 17 Brancheneinrichtungen gründeten die überbetriebliche Beschwerdestelle Themis. Genauso absurd ist es, zu glauben, die Branche hätte kein Problem mit ungleicher Bezahlung von Frauen und Männern. Doch wieder bestreiten das Arbeitgeber und Institutionen. Und der Beweis im konkreten Fall ist offenbar noch schwieriger als im Sexualstrafrecht. Das hat jetzt die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg gezeigt, als es die Berufungsklage einer Frontal-21-Mitarbeiterin gegen das ZDF auf gleiches Entgelt abwies.

Mittwoch, 2. Januar 2019

Genie ohne Grenzen? Schweigekultur trotz #metoo - Fünf Fragen an Anna Wahl

von Angelika Knop

Chancen zur Veränderung nutzen: Anna Wahl bei einem Seminar für den Bundesverband Regie BVR / Foto: A. Knop

Seit Herbst 2018 gibt es in Berlin für Betroffene von sexueller Belästigung in Film, Fernsehen und Theater eine zentrale Anlaufstelle. Nach Meldungen zum Jahresende wird das Angebot offenbar rege genutzt. Themis heißt die Anlaufstelle, benannt nach der griechischen Göttin für Gerechtigkeit. Gerechtigkeit ist aber nicht erst gefragt, wenn es um die Aufdeckung von Übergriffen geht, sondern vor allem bei der Prävention. Das sagt die schwedische Gender- und Organisationsforscherin Anna Wahl, die europaweit Organisationen zur Gleichstellung berät.

Montag, 13. August 2018

Endlich an der Spitze - was jetzt?

Eva Hehemann im Gespräch mit Annette Hillebrand

Annette Hillebrand coacht erfolgreiche Medienfrauen / Foto: Ulf Dahl


Immer mehr Kolleginnen schaffen es erfreulicherweise, endlich in Führung zu gehen. Aber an die Spitze zu gelangen, ist die eine Sache. Eine andere ist es, dort auch zu bestehen. Was gehört dazu, sich in den nach wie vor hauptsächlich männlich geprägten Hierarchien zu behaupten?

Dienstag, 26. Juni 2018

Heimspiel für Anfängerin – Begegnung mit Alexandra Sell

von Eva Hehemann


Hauptdarstellerin Ulrike Krumbiegel kommt im Film schnell wieder auf die Beine / Foto: Flare Film_Kolja Raschke

An schwül-heißen Tagen in Köln ist der Appetit auf Eis allzu verständlich, allerdings eher auf Speise-Eis als auf die steinharte Eisfläche einer Berliner Stadionhalle in dem Spielfilm „Die Anfängerin“. Wo junge und alte SportlerInnen in Mützen und Handschuhen blitzschnell oder vorsichtig langsam an der Bande entlang gleiten und mehr oder weniger halsbrecherische Pirouetten trainieren. Das immerhin angenehm temperierte Kino der Kunsthochschule für Medien, KHM Köln, zeigte aber eben diesen Film im Juni in seiner Reihe „Heimspiel“, die den Studierenden der Hochschule die Arbeit ehemaliger AbsolventInnen vorstellt. Und den wollte ich unbedingt sehen! Vor allem weil Alexandra Sell, die Macherin des Films, aus Berlin kommen würde, um ihn vorzustellen.

Dienstag, 12. Juni 2018

Lob und Preis für junge Journalistinnen

Marlies-Hesse-Nachwuchspreis 2015: Jury und Preisträgerinnen mit der Stifterin des Preises
MHNP-Preisträgerin 2015 Juliane Schiemenz (2. v.l) neben der Stifterin des Marlies-Hesse-Nachwuchspreis, umringt von der Jury und Katharina Pfannkuch (2.v.r), die eine lobende Erwähnung erhalten hatte. / Foto: Eva Hehemann

Mit einer Auszeichnung belohnt zu werden, das stachelt alle an. Zu Größerem, zum Weitermachen, zum Dranbleiben auch bei schwierigen Recherchen, zum Experimentieren mit journalistischen Darstellungsformen, zum Mundaufmachen und Forderungen stellen. Diese Ermutigung für junge Journalistinnen hatte Marlies Hesse im Sinn, als sie 2002 den nach ihr benannten Nachwuchspreis des Journalistinnenbund ins Leben rief. Wir haben die Stifterin gebeten, uns in einem Gastbeitrag hinter die Kulissen der Preisvergabe blicken zu lassen.