Mittwoch, 20. März 2019

FEMINISMUS REVISITED - Erica Fischer im Dialog der Generationen

von Christine Olderdissen

Buchhandlung BUCHBOX!, Berlin-Prenzlauer Berg. Erica Fischer liest, Andrea Dernbach vom Tagesspiegel moderiert.
Foto: Massimo Cortini

Wie Erica Fischer mit ihren knallroten Dr. Martens-Boots da sitzt, passend zur roten Brille und im schönsten Kontrast zu den kurzen, grau-weißen Haaren, wundert es kaum, wenn sie in amüsierter Empörung sagt: „Ich bin schon 75, wie konnte das passieren?“ Die Mitbegründerin der österreichischen Frauenbewegung in den 1970er Jahren ist ins Zeitzeuginnenalter vorgerückt. Mit einem Blick auf ihre eigenen bewegten Zeiten ruht sie sich aber nicht aus. Sie sucht die Auseinandersetzung mit jungen Feministinnen. Ihr neues Buch trägt den programmatischen Titel: „Feminismus revisited“.

Sonntag, 17. März 2019

Wenig Transparenz - keine Gleichheit. Eine Bilanz des Entgelttransparenzgesetzes zum Equal Pay Day

von Angelika Knop

Gleiche Rolle - gleiches Geld? Schön wär's! - Equal Pay Aktion auf dem Münchner Marienplatz / Foto: A. Knop

Wir haben das Dutzend voll - und die Nase sowieso. Auch zum 12. Equal Pay Day in Deutschland hat sich praktisch nichts getan. Zwar ist das Thema zwar mittlerweile nicht nur rund um den 18. März hipp. Die #metoo-Debatte hat es weiter angeschoben. Kaum eine Person in Wirtschaft und Politik gibt nicht wenigstens ein Lippenbekenntnis für Entgeltgleichheit ab. Doch im Durchschnitt verdienen Frauen pro Arbeitsstunde noch immer rund 21 Prozent weniger als Männer. Daran wird auch das Entgelttransparenzgesetzt nichts ändern, solange es nicht reformiert und von den Beschäftigen besser genutzt wird.

Samstag, 16. März 2019

Von Schwestern, Daten und dem Platz am Tisch - neue Eindrücke von der UN-Frauenrechtskommission

von Gastautorin Rebecca Beerheide

Die Vorsitzende des Journalistinnenbundes ist zur 63. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission (CSW63) mit der deutschen NGO-Delegation nach New York geflogen. Exklusiv für den Watch-Salon schildert sie ihre Eindrücke.

Videoschalte des UN-Sicherheitsrats im Arria-Gesprächsformat mit NGOs unter Vorsitz der Staatssekretärinnen
Marlène Schiappa aus Frankreich und Carmen Marx aus Deutschland / Foto: Rebecca Beerheide

Es ist eine Konferenz der Superlative in einer Stadt der Superlative: Staatspräsidentinnen, Ministerinnen, Staatssekretärinnen und -sektretäre, viele offizielle Regierungsmitglieder aus aller Welt, sowie unzählige Vertreterinnen (und ein paar Vertreter) von Nicht-Regierungsorganisationen treffen sich zwei Wochen lang am offiziellen UN-Gebäude an der United Nations Plaza, zwischen der 43. und 46. Straße New Yorks. Viele Veranstaltungen sind auch in anderen Gebäuden, Kirchen oder Hochhäusern rund um das Gelände verteilt. Fünf Botschaften konnte ich aus den Diskussionen und Panels heraushören: Wir sind alle Schwestern (und Brüder), wir müssen unsere Geschichten kennen, habt richtige und gute Datenanalysen und bekommt so einen Platz am Tisch.


Mittwoch, 13. März 2019

„Push back the pushback" - Eindrücke von der UN-Frauenrechtskonferenz in New York

von Gastautorin Rebecca Beerheide

Die Vorsitzende des Journalistinnenbundes ist zur 63. Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen (CSW63) mit der deutschen NGO-Delegation nach New York geflogen. Während des zehntägigen Treffens von Frauen aus aller Welt berichtet sie exklusiv für den Watch-Salon.

"Ich bin Feminist", sagt UN-Generalsekretär António Guterres - hier vor der Vollversammlung der CSW63 - von sich.
Foto: Rebecca Beerheide

Bei einer UN-Konferenz ist der erste Höhepunkt eigentlich der erste Tag mit seiner feierlichen Eröffnung. Bei meinem ersten Besuch auf der diesjährigen CSW63 war es allerdings der zweite Tag – ich hatte in einer Online-Abfrage ein exklusives Zugangsticket für den Saal der UN-Vollversammlung bekommen und durfte live in der General Assembly Hall dabei sein, als es zu einem „High Level“ Event kam – einer Veranstaltung, auf der die ranghöchsten Politikerinnen, die an dem Tag anwesend waren, miteinander diskutierten.

Mittwoch, 6. März 2019

Die Berufung - Felicity Jones kämpft im Kinofilm als Ruth Bader Ginsburg für Gleichberechtigung

von Angelika Knop

Film und Diskussion - Preview von "Die Berufung" mit Frauennetzwerken in München / Foto: A. Knop

Dunkle Anzüge, weiße Kragen, kurze Haarschnitte so weit das Auge reicht. Junge, weiße Männer strömen zum Vorlesungsbeginn in die ehrwürdigen Hallen der Juristischen Fakultät in Harvard. Mittendrin Ruth Bader-Ginsburg - eine von neun Frauen unter rund 500 Erstsemestern. Mit dieser Szene aus dem Jahr 1956 beginnt der Film "Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit". Bei der Preview im Februar 2019 im Rahmen der Jüdischen Filmtage in München ist es umgekehrt: Hunderte Frauen, darunter ein paar Männer, strömen in das mehr als 100 Jahre alte "Filmtheater Sendlinger Tor". Sie wollen sehen, wie Hollywood einer Ikone der Gleichberechtigung ein Denkmal setzt.

Dienstag, 5. Februar 2019

"Ein Schlag ins Gesicht" für Frauen beim Recht auf gleiche Bezahlung - Journalistin scheitert vor Gericht

von Angelika Knop

Betroffene Gesichter: Juraprofessorin Nora Markard (li) und Anwältin Chris Ambrosi beim LAG/ Foto: Angelika Knop


Vor #metoo hatte die Film- und Medienbranche angeblich kein Problem mit sexueller Belästigung. Dann gab es hausinterne Untersuchungen und 17 Brancheneinrichtungen gründeten die überbetriebliche Beschwerdestelle Themis. Genauso absurd ist es, zu glauben, die Branche hätte kein Problem mit ungleicher Bezahlung von Frauen und Männern. Doch wieder bestreiten das Arbeitgeber und Institutionen. Und der Beweis im konkreten Fall ist offenbar noch schwieriger als im Sexualstrafrecht. Das hat jetzt die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg gezeigt, als es die Berufungsklage einer Frontal-21-Mitarbeiterin gegen das ZDF auf gleiches Entgelt abwies.

Sonntag, 3. Februar 2019

Mensch Mutta - Herstory zum Hören

von Gastautorin Ulrike Helwerth 

Podcasterin Katharina Thoms an der Hand ihrer Mutter im DDR-Alltag / Zeichnung: Melanie Gywer
Stimmen sind wie Fingerabdrücke. Unverwechselbar. Manche sind auch unvergesslich: Die der Macherin von Mensch Mutta hatte ich das letzte Mal vor zwanzig Jahren gehört. Die SchülerInnen eines Gymnasiums in brandenburgischen Oranienburg hatten damals im Deutschunterricht das Thema „Erinnerung als Erzählmotiv“ behandelt und waren zuguterletzt von ihrer Lehrerin losgeschickt worden, die Erinnerungen ihrer Eltern oder Großeltern an das Leben in der DDR einzufangen. Drei Schülerinnen kamen zurück mit einem gemeinsamen, fast sendereifen Hörstück.