Dienstag, 12. Juni 2018

Lob und Preis für junge Journalistinnen

Marlies-Hesse-Nachwuchspreis 2015: Jury und Preisträgerinnen mit der Stifterin des Preises
MHNP-Preisträgerin 2015 Juliane Schiemenz (2. v.l) neben der Stifterin des Marlies-Hesse-Nachwuchspreis, umringt von der Jury und Katharina Pfannkuch (2.v.r), die eine lobende Erwähnung erhalten hatte. / Foto: Eva Hehemann

Mit einer Auszeichnung belohnt zu werden, das stachelt alle an. Zu Größerem, zum Weitermachen, zum Dranbleiben auch bei schwierigen Recherchen, zum Experimentieren mit journalistischen Darstellungsformen, zum Mundaufmachen und Forderungen stellen. Diese Ermutigung für junge Journalistinnen hatte Marlies Hesse im Sinn, als sie 2002 den nach ihr benannten Nachwuchspreis des Journalistinnenbund ins Leben rief. Wir haben die Stifterin gebeten, uns in einem Gastbeitrag hinter die Kulissen der Preisvergabe blicken zu lassen.


Montag, 4. Juni 2018

Jenni Roth – Gewinnerin des Courage-Preis 2018

von Eva Hehemann

Jenni Roth / Foto: Anja Martin


Monatelang hatten wir Nominierungen gesammelt, jede von uns hatte ihre Favoritinnen ausgemacht, endlich war es dann so weit: die fünfköpfige Jury kam am runden Tisch zusammen. Unter den vielen hervorragenden Kandidatinnen wollten wir den einen Beitrag küren, die eine Kollegin, die den Courage-Preis des Journalistinnenbund für aktuelle Berichterstattung dieses Jahr erhalten sollte. Nach intensiven Diskussionen einigten wir uns am Ende dieses Tages mit Überzeugung auf Jenni Roth und Ihre ZEITmagazin-Reportage „Mord an Carolin G. – Eine Stadt sucht einen Mörder“. Der Text ist spannend wie ein Krimi und hallt lange nach, ist dabei zurückhaltend und sachlich – einfach großartig! Jenni Roth hat viele solcher Texte geschrieben, stets basierend auf gründlicher Recherche, nah an den ProtagonistInnen, aber ohne die kritische Distanz aufzugeben.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Strategien für vielfältigen Journalismus

von Mareice Kaiser und Christine Olderdissen


Workshopmacher*innen: Christine Olderdissen, Sami David Rauscher, Stefanie Lohaus, Mareice Kaiser

Die Journalismuspreise gingen in 2017 zum Großteil an Männer, journalistische Jahresrückblicke kamen teilweise sogar ganz ohne Frauen aus. Journalist*innen of Color werden dafür gelobt, dass sie „so gut deutsch“ können. Journalist*innen mit Behinderung, die nicht zu Inklusion schreiben, gibt es fast nicht. Studien belegen: Die meisten Journalist*innen entstammen akademischen Familien. Journalismus soll die Gesellschaft abbilden – aber wie kann vielfältiger Journalismus eigentlich funktionieren?

Mittwoch, 2. Mai 2018

„Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?“ Regisseurin Kerstin Polte im Interview

von Christine Olderdissen

Charlotte (Corinna Harfouch) steigt aus und macht nur noch was ihr gut tut. / Foto: Alamodefilm


Ein Film über die Liebe und den Tod und den großen Raum dazwischen, das ist der erste abendfüllende Spielfilm der Berliner Regisseurin Kerstin Polte. Im flirrenden Sommerlicht Norddeutschlands, mit Wolken und Meer, nimmt sie uns mit zu einem Roadmovie voller irrwitziger Wendungen. Gott, eine tote Katze und ein kluges Mädchen spielen ebenso eine wichtige Rolle, wie eine Lastwagenfahrerin und eine Taucherbrille. Eine Ehe an ihrem Ende, ein Mutter-Tochter-Konflikt der üblichen Art, der Start in den Ruhestand und das Schicksal der Alleinerziehenden sind die Eckdaten. Mittendrin Charlotte, gespielt von Corinna Harfouch, die „mehr vergisst, als sie erlebt“, und Meret Becker als ihre kratzbürstige Tochter Alex.

Sonntag, 29. April 2018

Vielfältiger Journalismus auf der re:publica 2018 #reddi

von Mareice Kaiser

Motto der re:publica 2018: POP als Kürzel für Power Of People. 


Die re:publica ist eine der wichtigsten Konferenzen zu den Themen der digitalen Gesellschaft: Netzpolitik, (Pop-)Kultur, Bildung, und Medien. Die kommende re:publica 2018 findet vom 2. bis 4. Mai in Berlin statt. In diesem Jahr lautet ein Themenfeld Fe:male Digital Footprint. Auch wir werden mit unserer Session Strategien für vielfältigen Journalismus am 2. Mai dabei sein und dazu unter #reddi (Redaktion divers) twittern.

Alle weiteren Sessions, Workshops und Talks zu vielfältigem Journalismus und Frauen in den Medien bei der re:publica 2018:

Mittwoch, 18. April 2018

Sie lieben und sie zoffen sich. "Lady Bird" - ein berührender Mutter-Tochter-Film

von Tina Stadlmayer

Christine alias Lady Bird und ihre Mutter haben sich gerade nicht viel zu sagen.    / Foto: Universal Pictures

Die ältere Dame neben uns im Kino weint leise. Offenbar hat der Film "Lady Bird" bei ihr einen Nerv getroffen. Meine Tochter (20) und ich fanden ihn auch ganz wunderbar. Saoirse Ronan spielt die Teenagerin Christine, die darauf besteht, dass sie von allen Lady Bird genannt wird. Mit ihrer Mutter (gespielt von Laurie Metcalf), die als Krankenschwester arbeitet, gerät sie sich regelmäßig in die Haare. Der Film urteilt nicht, sondern beschreibt nachvollziehbar, wie genervt die Tochter von ihrer Mutter ist, die eigentlich immer nur das Beste für sie will. Das haben wir so oder so ähnlich alle schon erlebt, und genau so wollen wir als Mütter nicht sein und sind es vielleicht doch. Ein Mutter-Tochter-Film also, der sowohl für Mütter als auch für Töchter spannend ist.

Donnerstag, 22. März 2018

"Vielseitig statt eintönig": jb-Medienlabor diskutiert über Diversity in Redaktionen

von Christine Olderdissen und Angelika Knop

Must Have: Vielfalt bei Medienschaffenden        / Foto: Deutsches Technikmuseum Berlin, Austellung Fototechnik

Deutschland ist längst ein Einwanderungsland und irgendwie kriegen es die Medien nicht mit. Provokante These, klar doch. Fakt aber ist: Jede*r fünfte Einwohner*in hat eine Migrationsgeschichte, die alltägliche Berichterstattung aber wird von Journalistinnen und Journalisten dominiert, die das nicht selbst erleben. In den Redaktionen hat nur jede*r Fünfzigste familiäre Migrationserfahrung. Das haben die Neuen deutschen Medienmacher festgestellt. Was also muss passieren, damit wir Diversity in den Medien etablieren? An diesem Freitag, 23. März 2018,  diskutiert in Köln das 6. Medienlabor des Journalistinnenbundes über Medien in der Einwanderungsgesellschaft.