Donnerstag, 23. Juli 2020

Sommerpause 2020

von Angelika Knop

Urlaub "dahoam" am Chiemsee / Foto: Angelika Knop

Wir halten uns ein Weilchen bedeckt wie die Boote im Bild. Die Salonistas reisen durch Deutschland, sammeln Eindrücke, verarbeiten sie und bloggen weiter, wenn die Tage kürzer sind.

Auf Twitter bleiben wir - mehr oder weniger - aktiv: @watchsalon 

Mittwoch, 8. Juli 2020

Retterin der enterbten Unkräuter: Die Radiojournalistin Christiane Habermalz im Interview

von Gastautorin Elke Brüser

„Anstiftung zum gärtnerischen Ungehorsam“ hat Christiane Habermalz ihr Buch genannt und meint es genau so.
Alle Fotos: Elke Brüser

Von Kindesbeinen an ist sie eine Vogelbegeisterte. Christiane Habermalz, Hörfunkjournalistin, arbeitet eigentlich als Korrespondentin für Kultur- und Bildungspolitik von Berlin aus für den Deutschlandfunk. Das ist aber nur die eine Seite ihres Lebens. Die andere brachte sie dazu, neben ihrer Arbeit als Kulturredakteurin „Die große Vogelschau“, eine ornithologische Themenwoche von Deutschlandradio Kultur ins Leben zu rufen. Und vor drei Jahren hat sie das Online-Magazin „Die Flugbegleiter – Ihre Korrespondenten aus der Vogelwelt“ mitgegründet, das auf hochwertigen Naturjournalismus abzielt. Es gehört zu dem genossenschaftlich organisierten Projekt RiffReporter, das freien Autorinnen und Autoren eine Plattform bietet, ihre Projekte längerfristig zu verfolgen und zu publizieren. Seit April ist die Hörfunkjournalistin nun auch Buchautorin.


Freitag, 29. Mai 2020

Von Fledermäusen und Falschnachrichten. Journalistinnen zur Corona-Krise


Ob Print, Audio oder Video - jede Menge interessante Beiträge von Kolleginnen zur Pandemie / Foto: Stadlmayer

Das Wort „Corona“ können wir eigentlich nicht mehr hören. Und dann erregen doch wieder spannende Berichte von Kolleginnen unser Interesse: Darüber, was die Pandemie so anrichtet, wie andere Ländern damit umgehen. Welche Auswirkungen sie auf Frauen hat, auf die Familien. Deshalb hatten wir im Forum des Journalistinnenbundes dazu aufgerufen, uns gelungene Berichte und Reportagen zu Sars-CoV-2 und den Folgen zu nennen. Artikel, Radiobeiträge und Videos von Journalistinnen - für den weiblichen Blick auf die Krise. Wir finden, dass gerade folgende Kolleginnen einen besonders guten Job machen:

Dienstag, 26. Mai 2020

Filme, die die Seele knacken - Frauen, die sich stark machen

von Angelika Knop

"Oma, du entschwindest mir" - in "Walchensee forever" hält Janna Ji Wonders (rechts) ihre Familiengeschichte fest
Foto: Walchensee forever DOK.fest München

Frauen führen ein Café am Walchensee, eine Segelyacht durch die Weltmeere, den Kampf gegen das Vergessen, ein Leben mit Höhen und Tiefen - und natürlich Regie. Und das Publikum sieht begeistert zu, wenn sie all das tun. Das DOK.fest München, das am Sonntag zu Ende ging, hat in seiner ersten Online-Edition mit 75.000 Filmabrufen nicht nur Rekord-Besuchszahlen verzeichnet, sondern auch gezeigt, wie spannend, vielfältig, schöpferisch und erfolgreich Frauen miteinander agieren. So landeten beim "kinokino Publikumspreis" Filme mit mehreren weiblichen Protagonistinnen auf den ersten drei Plätzen - alle ohne männliche Hauptrolle.

Mittwoch, 20. Mai 2020

Journalistin unter Terrorismusverdacht. Über Ingrid Strobls Erinnerung: "Vermessene Zeit"

von Gastautorin Inge von Boenninghausen

Strafverfolgung wegen Weckerkauf - die Frauenszene war empört  / Foto: Ausschnitt Buchcover, Edition Nautilus

Zum ersten Mal habe ich ein Buch nach dem Lesen der letzten Seite sofort wieder von vorne angefangen. Diesmal mit einem Stift zur Seite. Ingrid Strobl beschreibt in "Vermessene Zeit - Der Wecker, der Knast und ich" ihre Untersuchungshaft von Dezember 1987 bis Juni 1989, dann das Verfahren, die Verurteilung zu fünf Jahren Haft, die Revision und schließlich zu drei Jahren unter Anrechnung der U-Haft und Bewährung für die Reststrafe. Der Grund: Beihilfe zu einem Sprengstoffattentat.

Dienstag, 12. Mai 2020

Stimme der Pressefreiheit in Mexiko - der Dokumentarfilm "Silence Radio" über die Journalistin Carmen Aristegui

Carmen Aristegui: "Optimismus ist fast eine moralische Pflicht" / Foto: Silence Radio DOK.fest München

"Pass auf dich auf! Wir brauchen dich!" Das ruft eine Hörerin der Radiomoderatorin Carmen Aristegui bei einer Versammlung zu. Und es ist keine Floskel, sondern ein ganz ernst gemeinter Wunsch. Die Journalistin hat gerade eine Rede für einen Kollegen gehalten. Auf der Straße, wo ihn die tödlichen Schüsse trafen. Mehr als 100 Journalist*innen haben in den vergangenen Jahren in Mexiko ihre Recherchen mit dem Tod bezahlt. Carmen Aristegui lässt sich davon nicht einschüchtern, deckt weiter Korruptionsskandale und Verbrechen auf - und verliert zwar nicht ihr Leben, aber ihren Job. Trotz traumhafter Einschaltquoten und großer Beliebtheit will sie kein Sender mehr einstellen. Da gründet sie ihren eigenen im Internet: Aristegui Noticias.

Freitag, 8. Mai 2020

Zum 8. Mai 2020: Trotz Kriegsende nur wenig Zukunft. Würdigung der Journalistinnen Herta Zerna und Eva Siewert

von Christine Olderdissen und Stefanie Oswalt

Herta Zerna und Eva Siewert - wenn nur wenige Fotos bleiben
Fotos: HZ: Privatbesitz/Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin; ES: Autogrammkarte, Besitz Raimund Wolfert

Zwei Journalistinnen, beide Jahrgang 1907, unkonventionell, emanzipiert, politisch engagiert, Hitlergegnerinnen: Eva Siewert und Herta Zerna. Wegen der Verbreitung von Hitler-Witzen landet die eine im Gefängnis, die andere versteckt JüdInnen und RegimegegnerInnen und riskiert damit ihr Leben. Für beide allerdings ist der Tag der Befreiung am 8. Mai 1945 nicht der erhoffte Tag einer politischen und sozialen Befreiung. Von den Zumutungen und Verlusten der Verfolgung und Gefahr erholen sich beide nicht mehr vollständig – und der Weg zurück in den Journalismus gelingt in einer Gesellschaft, die die Vergangenheit lieber verdrängt, nur zögerlich.

Christine Olderdissen und Stefanie Oswalt haben sich den Protagonistinnen auf unterschiedliche Weise angenähert. Zwei späte Würdigungen. Ein Werkstattgespräch unter jb-Kolleginnen.