Dienstag, 5. Februar 2019

"Ein Schlag ins Gesicht" für Frauen beim Recht auf gleiche Bezahlung - Journalistin scheitert vor Gericht

von Angelika Knop

Betroffene Gesichter: Juraprofessorin Nora Markard (li) und Anwältin Chris Ambrosi beim LAG/ Foto: Angelika Knop


Vor #metoo hatte die Film- und Medienbranche angeblich kein Problem mit sexueller Belästigung. Dann gab es hausinterne Untersuchungen und 17 Brancheneinrichtungen gründeten die überbetriebliche Beschwerdestelle Themis. Genauso absurd ist es, zu glauben, die Branche hätte kein Problem mit ungleicher Bezahlung von Frauen und Männern. Doch wieder bestreiten das Arbeitgeber und Institutionen. Und der Beweis im konkreten Fall ist offenbar noch schwieriger als im Sexualstrafrecht. Das hat jetzt die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg gezeigt, als es die Berufungsklage einer Frontal-21-Mitarbeiterin gegen das ZDF auf gleiches Entgelt abwies.

Sonntag, 3. Februar 2019

Mensch Mutta - Herstory zum Hören

von Gastautorin Ulrike Helwerth 

Podcasterin Katharina Thoms an der Hand ihrer Mutter im DDR-Alltag / Zeichnung: Melanie Gywer
Stimmen sind wie Fingerabdrücke. Unverwechselbar. Manche sind auch unvergesslich: Die der Macherin von Mensch Mutta hatte ich das letzte Mal vor zwanzig Jahren gehört. Die SchülerInnen eines Gymnasiums in brandenburgischen Oranienburg hatten damals im Deutschunterricht das Thema „Erinnerung als Erzählmotiv“ behandelt und waren zuguterletzt von ihrer Lehrerin losgeschickt worden, die Erinnerungen ihrer Eltern oder Großeltern an das Leben in der DDR einzufangen. Drei Schülerinnen kamen zurück mit einem gemeinsamen, fast sendereifen Hörstück.

Dienstag, 29. Januar 2019

"Rafiki": Schreien, wo andere zum Schweigen gebracht wurden. Ein Film über die Liebe zwischen zwei Kenianerinnen


Ziki und Kena sind jung, frech und cool - aber in Nairobi gilt ihre Liebe als Verbrechen. / Foto: Salzgeber & Co. Medien
"Rafiki" nimmt uns mit auf eine Achterbahn der Gefühle. Er zeigt zunächst bunt und fröhlich das  unbekümmerte Leben der beiden schönen Hauptfiguren - untermalt von cooler Musik. Doch im zweiten Teil, in dem die beiden Frauen versuchen, ihre Liebe in der homophoben kenianischen Gesellschaft zu leben, macht er traurig und wütend. Am Schluss dominiert die Hoffnung.

Donnerstag, 17. Januar 2019

"Kunst macht glücklich" – ein Sonntag mit "Yuli"

von Eva Hehemann

Szene aus "Yuli" mit Carlos Acosta (li.) und einem Tänzer seiner Compagnie / Foto: Piffl Medien


Wer sich für Kunst und Kultur interessiert, findet in jeder Stadt täglich so viele Angebote, dass man unmöglich alles wahrnehmen kann. Vermittelnde Netzwerke wie der Kölner KunstSalon bieten in diesem Dilemma Hilfe bei der Entscheidung. Davon habe ich letzten Sonntag profitiert und mir die vom KunstSalon präsentierte Preview des Films „Yuli“, in Anwesenheit der Regisseurin Icíar Bollaín, angesehen. Ein Beispiel dafür, was bürgerliches Engagement für Kunst und Kultur leisten kann.

Mittwoch, 2. Januar 2019

Genie ohne Grenzen? Schweigekultur trotz #metoo - Fünf Fragen an Anna Wahl

von Angelika Knop

Chancen zur Veränderung nutzen: Anna Wahl bei einem Seminar für den Bundesverband Regie BVR / Foto: A. Knop

Seit Herbst 2018 gibt es in Berlin für Betroffene von sexueller Belästigung in Film, Fernsehen und Theater eine zentrale Anlaufstelle. Nach Meldungen zum Jahresende wird das Angebot offenbar rege genutzt. Themis heißt die Anlaufstelle, benannt nach der griechischen Göttin für Gerechtigkeit. Gerechtigkeit ist aber nicht erst gefragt, wenn es um die Aufdeckung von Übergriffen geht, sondern vor allem bei der Prävention. Das sagt die schwedische Gender- und Organisationsforscherin Anna Wahl, die europaweit Organisationen zur Gleichstellung berät.

Freitag, 21. Dezember 2018

Weltneugier als Triebfeder – Nicola Graef im Gespräch

von Eva Hehemann

Neo Rauch erlaubte Nicola Graef und ihrem Team viele Besuche in seinem Leipziger Atelier / Foto: Alexander Rott

Neulich wurde auf ARTE der Kinofilm „Neo Rauch. Gefährten und Begleiter“ ausgestrahlt, der mich begeisterte und meine Neugierde auf die Macherin weckte. Wenige Tage später zeigte Das Erste von derselben Regisseurin einen Film zum Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: "Die Hand am Po". Mir war klar, dass ich hier auf eine geeignete Vorbild-Frau für den Watch-Salon gestoßen war. Ein Blick auf die lange Liste ihrer bisherigen Produktionen, durchsetzt mit feministisch anmutenden Themen, bestätigte meine Annahme. Die Liste zeigt eine beeindruckende Reihe von KünstlerInnen, DesignerInnen und anderen internationalen Persönlichkeiten sowie gesellschaftlichen und kulturellenThemen, mit denen sie sich für ihre Dokumentarfilme auseinandergesetzt hat.

Sonntag, 9. Dezember 2018

Sachbücher mit Stoff zum Zoff - Migration, Muttersein, Sexualität und Tod

von Eva Hehemann (eh), Mareice Kaiser (mck) und Luise Loges (log),
zusammengestellt von Magdalena Köster

Nach acht Monaten Sommer endlich mal wieder in Büchern versinken.  /  Foto: Joao Silas unsplash

Was fiel uns auf, in den letzten Monaten, welche Bücher blieben den Salonistas im Gedächtnis, über welches Thema streiten wir gern mit anderen? Unsere Mischung bietet Stoff zum Zoff. Zwei Sachbücher, die aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln Schwächen und Stärken rund um Migration und Zusammenleben beleuchten. Fragwürdige Rollenmuster sind in allen vorgestellten Büchern ein Thema. Leben viele von uns immer noch eine zum Mann hindenkende Sexualität? Bringt uns das Kinderkriegen um den großen beruflichen Erfolg? Dagegen hilft nur Lesen, Lesen!