Montag, 13. August 2018

Endlich an der Spitze - was jetzt?

Eva Hehemann im Gespräch mit Annette Hillebrand

Annette Hillebrand coacht erfolgreiche Medienfrauen / Foto: Ulf Dahl


Immer mehr Kolleginnen schaffen es erfreulicherweise, endlich in Führung zu gehen. Aber an die Spitze zu gelangen, ist die eine Sache. Eine andere ist es, dort auch zu bestehen. Was gehört dazu, sich in den nach wie vor hauptsächlich männlich geprägten Hierarchien zu behaupten?

Mittwoch, 18. Juli 2018

#whomademyclothes – von der Modebloggerin zur Aktivistin

Ein Gastbeitrag von Isabelle Rogge

"Run it your way" - Flashmob auf dem Berliner Alexanderplatz für die Fair Fashion Revolution / Foto: Milan Wulf
Ich kann mich noch gut erinnern, wie diese Sache mit dem Modebloggen begann. Ende 2014, neben meinem Studium und einem Redaktionsjob für eine Kultursendung. Eine Freundin startete einen Berliner Lifestyleblog, und ich hatte eben Lust mitzumachen. Also schrieb ich von nun an regelmäßig über die Berliner Kultur. Irgendwann gehörte die Fashion Week halbjährlich zum Terminkalender, und Mode wurde, ohne dass ich es je beabsichtigt hatte, zu einem meiner Schwerpunkte als Bloggerin und Journalistin. Was ich selber konsumierte oder wer die Dinge unter welchen Bedingungen herstellte, über die ich schrieb - darüber machte ich mir zu dieser Zeit nicht wirklich Gedanken. Bis zu diesem einen Tag.

Donnerstag, 12. Juli 2018

Digitaler Nachlass - schiebt es nicht auf die lange Bank!

Von Magdalena Köster


Das Netz merkt sich alles - Unser Nachlass in den Sozialen Netzwerken  /  Collagen: M. Köster


Heute hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass der Vertrag über ein Benutzerkonto bei einem sozialen Netzwerk auf die Erben der ursprünglich Kontoberechtigten übergeht und diese einen Anspruch auf den Zugang zum Konto und allen Inhalten haben. Die genaue Begründung steht hier. Anlass dafür war die Klage einer Mutter, deren 15jährige Tochter ein Benutzerkonto bei Facebook hatte und unter ungeklärten Umständen im Berliner U-Bahn-Bereich ums Leben kam. Die Mutter besaß das Passwort, konnte aber nicht auf die Inhalte bei Facebook zurückgreifen, da das Unternehmen vom Tod der Nutzerin erfahren hatte und das Konto bereits in den so genannten "Gedenkzustand" versetzt hatte. Das Urteil des BGH, das ein anderes Urteil des Kammergerichts Berlin aufhebt, hat weitreichende Folgen und wird ganz sicher kontrovers diskutiert werden.

Dienstag, 26. Juni 2018

Heimspiel für Anfängerin – Begegnung mit Alexandra Sell

von Eva Hehemann


Hauptdarstellerin Ulrike Krumbiegel kommt im Film schnell wieder auf die Beine / Foto: Flare Film_Kolja Raschke

An schwül-heißen Tagen in Köln ist der Appetit auf Eis allzu verständlich, allerdings eher auf Speise-Eis als auf die steinharte Eisfläche einer Berliner Stadionhalle in dem Spielfilm „Die Anfängerin“. Wo junge und alte SportlerInnen in Mützen und Handschuhen blitzschnell oder vorsichtig langsam an der Bande entlang gleiten und mehr oder weniger halsbrecherische Pirouetten trainieren. Das immerhin angenehm temperierte Kino der Kunsthochschule für Medien, KHM Köln, zeigte aber eben diesen Film im Juni in seiner Reihe „Heimspiel“, die den Studierenden der Hochschule die Arbeit ehemaliger AbsolventInnen vorstellt. Und den wollte ich unbedingt sehen! Vor allem weil Alexandra Sell, die Macherin des Films, aus Berlin kommen würde, um ihn vorzustellen.

Dienstag, 12. Juni 2018

Lob und Preis für junge Journalistinnen

Marlies-Hesse-Nachwuchspreis 2015: Jury und Preisträgerinnen mit der Stifterin des Preises
MHNP-Preisträgerin 2015 Juliane Schiemenz (2. v.l) neben der Stifterin des Marlies-Hesse-Nachwuchspreis, umringt von der Jury und Katharina Pfannkuch (2.v.r), die eine lobende Erwähnung erhalten hatte. / Foto: Eva Hehemann

Mit einer Auszeichnung belohnt zu werden, das stachelt alle an. Zu Größerem, zum Weitermachen, zum Dranbleiben auch bei schwierigen Recherchen, zum Experimentieren mit journalistischen Darstellungsformen, zum Mundaufmachen und Forderungen stellen. Diese Ermutigung für junge Journalistinnen hatte Marlies Hesse im Sinn, als sie 2002 den nach ihr benannten Nachwuchspreis des Journalistinnenbund ins Leben rief. Wir haben die Stifterin gebeten, uns in einem Gastbeitrag hinter die Kulissen der Preisvergabe blicken zu lassen.


Montag, 4. Juni 2018

Jenni Roth – Gewinnerin des Courage-Preis 2018

von Eva Hehemann

Jenni Roth / Foto: Anja Martin


Monatelang hatten wir Nominierungen gesammelt, jede von uns hatte ihre Favoritinnen ausgemacht, endlich war es dann so weit: die fünfköpfige Jury kam am runden Tisch zusammen. Unter den vielen hervorragenden Kandidatinnen wollten wir den einen Beitrag küren, die eine Kollegin, die den Courage-Preis des Journalistinnenbund für aktuelle Berichterstattung dieses Jahr erhalten sollte. Nach intensiven Diskussionen einigten wir uns am Ende dieses Tages mit Überzeugung auf Jenni Roth und Ihre ZEITmagazin-Reportage „Mord an Carolin G. – Eine Stadt sucht einen Mörder“. Der Text ist spannend wie ein Krimi und hallt lange nach, ist dabei zurückhaltend und sachlich – einfach großartig! Jenni Roth hat viele solcher Texte geschrieben, stets basierend auf gründlicher Recherche, nah an den ProtagonistInnen, aber ohne die kritische Distanz aufzugeben.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Strategien für vielfältigen Journalismus

von Mareice Kaiser und Christine Olderdissen


Workshopmacher*innen: Christine Olderdissen, Sami David Rauscher, Stefanie Lohaus, Mareice Kaiser

Die Journalismuspreise gingen in 2017 zum Großteil an Männer, journalistische Jahresrückblicke kamen teilweise sogar ganz ohne Frauen aus. Journalist*innen of Color werden dafür gelobt, dass sie „so gut deutsch“ können. Journalist*innen mit Behinderung, die nicht zu Inklusion schreiben, gibt es fast nicht. Studien belegen: Die meisten Journalist*innen entstammen akademischen Familien. Journalismus soll die Gesellschaft abbilden – aber wie kann vielfältiger Journalismus eigentlich funktionieren?