Donnerstag, 13. Juni 2019

Gendern oder sprachlich gleichbehandeln? Fünf Fragen an Kommunikationstrainerin Corinna Waffender

von Christine Olderdissen

Binnen-I, Gender-Gap, Beidnennung und Gendersternchen - Es gibt vielerlei Vorschläge, um geschlechtergerecht zu formulieren. Am 28. Juni geht www.genderleicht.de an den Start.Das Webprojekt des Journalistinnenbundes will insbesondere Medienschaffenden Orientierung beim diskriminierungsfreien Schreiben wie auch in der Genderdebatte bieten.

"Chancengleichheit steht im Vordergrund." Kommunikationstrainerin Corinna Waffender / Foto: Barbara Dietl


Corinna Waffender hat ein feines Gespür für Sprache. Als Schriftstellerin schreibt sie Kriminalromane. Als Kommunikationstrainerin schult sie Verwaltungen im gendersensiblen Schreiben. In einem größeren, gemeinsamen Textprojekt war sie vor Jahren meine Lektorin und wir waren uns schnell einig, dass wir geschlechtergerecht schreiben wollen, ohne dass es als „gegendert“ auffällt. Ich habe viel von ihr gelernt - und konnte von diesem Wissen in meiner Arbeit als Projektleiterin im Team Genderleicht profitieren.


Mittwoch, 5. Juni 2019

Kampf um Freiheit, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit - Dokumentarfilme über Mädchen und Frauen

von Angelika Knop

"A Thousand Girls Like Me" / Foto: DOK.fest München
"Gab es da einen Frauenschwerpunkt?", fragte mich eine Freundin, als ich ihr über die Filme erzählte, die ich auf dem DOK.fest in München im Mai gesehen hatte. Nein, ich hatte mir den Schwerpunkt selber gesucht - eher unbewusst, weil es die Schicksale und Geschichten waren, die mich besonders interessierten. Aber das Angebot war eben auch da: Dokumentarfilme über Mädchen und Frauen, die um Gleichberechtigung kämpfen - ihre eigene oder die anderer. Um die Selbstbestimmung über den eigenen Körper, das eigene Leben und gegen Vorurteile. Und sie waren alle von Frauen gemacht. Die Frage meiner Freundin hat mich dazu veranlasst, noch einmal meine persönliche Auswahl hier im Blog zusammenzustellen, auch wenn das Festival schon mehr als ein paar Tage her ist. Das nächste kommt bestimmt irgendwo - oder die DVD oder das Streaming. Es lohnt sich, danach Ausschau zu halten!

Montag, 3. Juni 2019

#MeToo: "Die Last des Kulturwandels darf nicht auf den Schultern der Betroffenen liegen". Fünf Fragen an Barbara Rohm

von Angelika Knop

Barbara Rohm engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand der Vertrauensstelle Themis / Foto: privat


Vergangene Woche hat die Schauspielerin Jany Tempel erneut ihr Schweigen gebrochen. 512 Tage nach dem Artikel im ZEIT MAGAZIN, in dem sie gemeinsam mit zwei Kolleginnen den Regisseur Dieter Wedel der sexuellen Belästigung und Gewalt beschuldigte. Seither, so schreibt sie, sei nichts passiert. Betroffene würden dadurch erneut abgeschreckt, sich mit Vorwürfen an Gerichte und Öffentlichkeit zu wenden. In der Tat ist Wedel zwar bei Sendern und Produktionsfirmen in Ungnade gefallen, wird aber nach wie vor in den Klatschspalten hofiert - so als sei nichts gewesen. Immerhin gibt es mittlerweile eine Anlaufstelle für Betroffene sexueller Übergriffe in der Film-, Fernseh- und Theaterbranche: die Vertrauensstelle Themis in Berlin. Der Trägerverein wurde vor rund einem Jahr, am 25. Mai 2018, gegründet. Der Watch-Salon hat Mitgründern und Vorstandsfrau Barbara Rohm nach ihren Erfahrungen gefragt.

Donnerstag, 30. Mai 2019

Kritischer Blick auf die EU – Sieben Journalistinnen zur Europa-Wahl 2019

von Eva Hehemann, Christine Olderdissen und Tina Stadlmayer

Gleichberechtigung, Populismus, Brexit – nur drei von vielen Stichworten, zu denen wir sieben Kolleginnen anlässlich der Wahl zum EU-Parlament befragt haben. In unseren Interviews haben sie politische und persönliche Bilanz gezogen, sachkundig und engagiert.


Cathrin Kahlweit, Martina Zimmermann, Gigi Deppe, Olivia Kortas, Karin Junker, Ute Scheub und Astrid Corall


Engagierter als gedacht sind offenbar auch viele Menschen, was die EU betrifft. Sie haben die Bedeutung der EU und ihren Einfluss auf die politischen Verhältnisse in den Mitgliedsländern erkannt und ihre Stimme in die Waagschale geworfen. Die Wahlbeteiligung in Deutschland war diesmal wieder höher (61.4%) als beim letzten Mal (2014: 48.1%).

Mittwoch, 29. Mai 2019

Europa-Wahl 2019 #7. Astrid Corall: "Die Rechtspopulisten werden nicht viel bewirken können"

von Tina Stadlmayer

Vor der Europawahl fragten wir Kolleginnen nach einer Einschätzung. Kurz nach der Wahl habe ich mit Astrid Corall, Hörfunk-Korrespondentin im WDR/NDR-Studio Brüssel, über ihre Eindrücke gesprochen.

Journalistin Astrid Corall will "eine verständliche Sprache sprechen und die Kompliziertheit der Dinge auflösen."
Foto: privat


Bei der Wahl am vergangenen Wochenende erlitten Konservative und Sozialdemokraten europaweit empfindliche Stimmenverluste. Grüne, Liberale, Rechtsextreme und Rechtspopulisten schnitten dagegen gut ab. Radiojournalistin Astrid Corall berichtete in den vergangenen Tagen rund um die Uhr über das Wahlergebnis und seine Auswirkungen auf die Zukunft.

Mittwoch, 22. Mai 2019

Europa-Wahl 2019 #6. Ute Scheub: "Aus den verratenen Grundideen der Demokratie erwächst die Wut der Protestbewegungen."

von Eva Hehemann

Vor der Europa-Wahl zwischen dem 23. und dem 26. Mai fragen wir Kolleginnen, die über Europa berichten, nach ihrer Arbeit und danach, wie sie die aktuelle Situation einschätzen.

Ute Scheub / Foto: privat


Im Moment ist in Europa richtig was los! Seit 2015 erhitzen sich am Thema Migration die Gemüter und mit ihnen der Ton der politischen Debatte. Erstarkende rechte Parteien bereiten mit ihren populistischen Kampagnen den Pro-EU-Kräften Sorgen und Wahlverluste. Die Diskussionen über den Brexit und den US-Präsidenten Trump vertiefen die wohl schon lange schwelende Spaltung der verschiedenen politischen Lager. Wie müsste die EU aussehen, damit sich die Europäer*innen wieder für das Projekt begeistern können?

Freitag, 17. Mai 2019

Europa-Wahl 2019 #5. Karin Junker: "Ich wünsche mir eine EU-Kommissarin für Gleichstellung."

von Eva Hehemann

Vor der Europa-Wahl zwischen dem 23. und dem 26. Mai fragen wir Kolleginnen, die über Europa berichten, nach ihrer Arbeit und danach, wie sie die aktuelle Situation einschätzen.

Dinner-Vortrag: Karin Junker berichtet über ihre Studienreisen als Vizepräsidentin
der Vereinigung ehemaliger Europaabgeordneter / Fotos European Union 2014


Im Moment ist in Europa richtig was los! Seit 2015 erhitzen sich am Thema Migration die Gemüter und mit ihnen der Ton der politischen Debatte. Erstarkende rechte Parteien bereiten mit ihren populistischen Kampagnen den Pro-EU-Kräften Sorgen und Wahlverluste. Die Diskussionen über den Brexit und den US-Präsidenten Trump vertiefen die wohl schon lange schwelende Spaltung der verschiedenen politischen Lager. War es immer schon so turbulent? Ich frage Karin Junker, ehemalige EU-Abgeordnete.