Mittwoch, 26. Mai 2021

Sendeschluss im Watch-Salon – Schmökern erwünscht

Angelika Knop und Christine Olderdissen sagen Tschüss!

Der Watch-Salon hat seine Pforten geschlossen. Aber vielleicht doch auf ein Wiedersehen?
Foto: Tim Mossholder by unsplash.com

Im Namen aller Salonistas verabschieden wir uns an dieser Stelle. Wir haben den Laden dichtgemacht. Der Watch-Salon war eine schöne Spielwiese für vielerlei Arten von Medienbeobachtungen. Von hier aus haben wir unseren kritischen Blick auf die Gesellschaft geworfen und darauf, wofür Frauen nach wie vor streiten müssen.

Als Salonistas mitgeschrieben haben jb-Kolleginnen: Frauen, denen der Journalistinnenbund Heimat und lebendiges Netzwerk ist. Wir haben eine virtuelle Redaktion gebildet, mit Standorten von München bis Glasgow. Gelegentlich haben wir Gastautorinnen einen Platz für ihre Ideen und Gedanken eingeräumt.

Nach 13 Jahren ist Schluss, wir schreiben nichts Neues mehr an dieser Stelle. Die 950 Blogposts, die in dieser Zeit mit Herzblut geschrieben worden sind, bleiben, wo sie sind: Wir laden zum Schmökern ein. Als Start empfehlen wir die Abschiedsposts gleich unter diesem.

Und vielleicht gibt es ja irgendwann ein neues Medienprojekt der Salonistas oder des jb. Aktuelle Artikel stehen außerdem auf der Website des Journalistinnenbundes und bei Genderleichte.de

Mittwoch, 7. April 2021

Abschiedspost #9: In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?

von unserer ehemaligen Autorin Isabel Rohner 

Blick zurück: Blogpost von Isabel Rohner zum Sexismus / Foto: Isabel Rohner

Unsere Gesellschaft verändert sich rasant, ist überall zu hören. Digitalisierung, Technisierung, Individualisierung ... Eines scheint dann doch erstaunlich konstant zu bleiben: Das sexistische Frauenbild in der Werbung. Das Foto, das Anlass für meinen Kommentar im Oktober 2008 war, es könnte genauso gut heute entstanden sein. Hier hat sich in den vergangenen 12 Jahren nichts, aber auch gar nichts verändert. 

Mittwoch, 31. März 2021

Abschiedspost #8: Lasst das Licht an - wünschen sich Nicola Sturgeon und der Watch-Salon

von Tina Stadlmayer

Screenshot des Blogposts im Watch-Salon
Blick zurück: Blogpost von Tina Stadlmayer über Nicola Sturgeon

"Völlig absurd, du spinnst wohl" hätte ich 2015 allen entgegnet, die einen Austritt Großbritanniens aus der EU für möglich gehalten hätten. Aber das war damals auch kein Thema. 2015 beschrieb ich in meinem Artikel "Nicola Sturgeon: Gute Königin oder gefährlichste Frau Britanniens?" wie die britischen Zeitungen die schottische Ministerpräsidentin hochjubelten, nachdem sie sich jahrelang über sie lustig gemacht hatten. Ein halbes Jahr vor dem Erscheinen meines Artikels hatten die Schott*innen bei einem Referendum knapp gegen die Unabhängigkeit von Großbritannien gestimmt. 

Mittwoch, 24. März 2021

Abschiedspost #7: "Da sollten wir dringend was drüber schreiben"

von unserer ehemaligen Autorin Magdalena Köster 

Blick zurück: Blogpost von Magdalena Köster zum Internationalen Frauentag 2017 
Foto: ©Stephan Bachenheimer/World Bank SB-NP03 CC BY-NC-ND 2.0

Wir schließen den Watch-Salon, aber verschließen ihn nicht. Jede/r kann sich weiterhin bei uns durchklicken. Und echt, ich war wirklich positiv überrascht, über was unsere Journalistinnen-Runde in all den Jahren berichtet hat. So viele Beiträge zur Medienszene, zum Equal Pay Day, zur Politik. So viele Porträts (von Elizabeth Warren bis Marina Weisband), so viele Film- und Buchbesprechungen. Und all die gesellschaftlichen Themen, oft weiterhin aktuell und nicht gelöst. 

Mittwoch, 17. März 2021

Abschiedspost #6: Allein nach Libyen, gemeinsam für Frauenrechte

von unserer ehemaligen Autorin Silke Schneider-Flaig 

Blick zurück: Fotodokument einer Libyenreise im Watch-Salon veröffentlicht / Foto: Silke Schneider-Flaig

Schon als Jugendliche nahm ich mir vor, dass ich irgendwann nach Libyen gehe. „Auf jeden Fall, bevor ich 40 bin“, sagte ich mir. Hintergrund war der Anschlag auf die Disko La Belle in Berlin, in der ich kurz zuvor war. Ab da interessierte ich mich plötzlich für Politik. Statt „Hanni und Nanni“ las ich Günther Wallraffs „Der Aufmacher“ über die Methoden der Bildzeitung und „Das grüne Buch“ von Muammar Al Quaddafi mit seiner dritten Universaltheorie. 

Mittwoch, 10. März 2021

Abschiedspost #5: Gleichwertige Arbeit, gleiche Rechte, gleiches Gehalt

von Angelika Knop

Blick zurück: Noch lange nicht ausgelutscht ist das Thema Equal Pay / Foto: Angelika Knop

Der Equal Pay Day, der heute begangen wird, ist in Deutschland so alt wie unser Blog. Entsprechend oft habe ich darüber berichtet. Natürlich auch, weil es gerade in Medienbetrieben häufig undurchsichtige Gehaltsstrukturen gibt. Und weil es eine Journalistin ist, die in dieser Sache bis vor das Bundesverfassungsgericht gezogen ist. Die Klage der ZDF-Redakteurin Birte Meier ist jedoch noch nicht entschieden. Insgesamt hat sich in der Rückschau zwar viel getan in 13 Jahren, aber wenig verbessert. Abgesehen davon, dass zumindest das Thema so langsam in den Köpfen der Menschen präsent wurde auch derer, die Politik machen. Trotzdem ist und war das Entgelttransparenzgesetz, das seit 2018 gilt, seinen Namen nicht wert. Doch in diesem Jahr zeigt sich ein Silberstreifen am Horizont. 

Mittwoch, 3. März 2021

Abschiedspost #4: Alle redeten davon, radioeins tat es: Hundert Prozent Frauen am Mikrofon

von Christine Olderdissen

Blick zurück: Wenn dann richtig Frauen, Frauen, Frauen bei radioeins / Foto: Screenshot rbb

Für meinen Blick zurück habe ich einen meiner ersten Blogposts für den Watch-Salon ausgewählt. Ziemlich genau vor acht Jahren kommentierte ich begeistert die fulminante Aktion von radioeins: 100 Prozent Quote - und manN hört zu. In der Woche vor dem Internationalen Frauentag am 8. März 2013 waren in dem rbb-Sender ausschließlich Frauen als Radiomacherinnen zu hören – und Frauenstimmen in allen Musikstücken. Im Watch-Salon stellte ich damals die Frage:

„Was bleibt nach der 100-Prozent-Aktion hängen? Werden mehr Frauen prominente Moderationsplätze erhalten? Werden bald mehr Frauen in den Führungsetagen des rbb und in anderen Sendern die Strippen ziehen?“