Donnerstag, 1. Dezember 2016

Zwei Filme über Marie Curie und Paula Modersohn-Becker - bisschen viel Sex und Süße

"Jeder ist verantwortlich für das, was in der Welt geschieht" Marie Curie / Plakat: P'Artisan Filmproduktion

Doch, doch, es lohnt sich trotz Gemeckers, die beiden Filme "Marie Curie" - Start 1. Dezember - und "Paula" - Start 15. Dezember - anzuschauen. Wegen weiblicher Vorbilder und so, und damit weitere Biografien über Frauen (besser) verfilmt werden. Hier zeigen eine Regisseurin und ein Regisseur das Leben zweier ungewöhnlicher Frauen, die sich schon als Kinder des 19. Jahrhunderts dafür entschieden, im Leben etwas besonderes zu leisten und dann unbeirrt daran festhielten. Beide verließen früh ihr Elternhaus, studierten in London und Paris, als geborene Freigeister reichten ihnen dazu ein Kämmerchen und Tee mit Brot. Paula Modersohn-Becker zählt heute zu den größten deutschen Malerinnen, die weltberühmte Marie Curie war die erste Person, die zwei mal den Nobelpreis erhielt, für Physik und Chemie. Schade, dass es den FilmemacherInnen mit ihren Biopics nicht gelungen ist, die richtige Balance zwischen Werk und Privatperson zu finden. Stattdessen bisschen viel Sex und Süße, bisschen viel Männer statt mehr Charakter.


Freitag, 25. November 2016

Salonschnipsel: #passauf

Salon-Schnipsel, der: Kleine Empfehlung der Salonistas, in unregelmäßigen Abständen hier im Watch-Salon zu finden. Zum Sehen, Hören, Freuen.

"Die besorgte Bürgerin" und ihr neuester Videoscoop             /  Foto: Still aus dem #passauf-Video

Fundsache:
Pass auf: was du anziehst, wie stark du dich schminkst, wenn Du mit Fremden feiern gehst, wie viel du trinkst, was du online postest – Das sind die Verhaltensregeln, die Mädchen und Frauen Tag für Tag eingehämmert werden:  DU. BIST. SELBER. SCHULD. Wenn dich einer anmacht, wenn dich einer vergewaltigt.

Mittwoch, 23. November 2016

Mareice Kaiser erzählt in ihrem Buch "Alles inklusive" vom Leben mit ihrer behinderten Tochter

Mareice Kaiser erzählt von schönen, anstrengenden und aufregenden Ereignissen. Foto: Carolin. Weinkopf

Es ist schon lange nicht mehr vorgekommen, dass ich ein Buch in einem Rutsch weggelesen habe. Aber Mareice Kaiser hat mich mit "Alles inklusive" so gefesselt, dass ich das Buch nicht mehr weglegen mochte. Sie nimmt uns mit in das Leben ihrer behinderten Tochter und setzt uns damit einem Wechselbad der Gefühle aus: Freude über die wunderbare Zeit mit dem Kind, Staunen, welche Kräfte die beiden Eltern entwickeln, Ärger über Vorurteile und bürokratische Hürden und Trauer darüber, dass die kleine Greta mit vier Jahren stirbt.

Freitag, 4. November 2016

TV-Serien für die Feministin

Feministisches Fernsehen? Gibt es! Wir stellen sechs gute Serien vor / Bild: Netflix, Comedy Central, The CW Network

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Feminist*in öfters von der Welt genervt ist. Aber leider nicht nur von der realen Welt: In den Filmen und Fernsehserien, die sie früher, als sie jung war, so mochte, durchschaut sie nun die überflüssige sexistische und stereotype Färbung. Also sitzt sie abends seufzend auf dem Sofa, will sich nur noch ausruhen, eine gute Serie gucken und sich mal nicht über Subtext und Klischees ärgern müssen. Geht das bitte?!

Ja, das geht. Hier sind sechs aktuelle Serien, die diesen Wunsch erfüllen. Sehr subjektiv ausgewählt und extrem subjektiv bewertet. Ich zähle rückwärts, denn das Beste kommt bekanntlich zum Schluss.

Dienstag, 1. November 2016

Die Gründerinnen des Medienlabors - Fünf Fragen an Helga Kirchner und Sibylle Plogstedt


von links: Sibylle Plogstedt, Helga Kirchner  / Fotos: Eva Hehemann


Im kommenden Jahr feiert der Journalistinnenbund sein 30jähriges Jubiläum - vom 30. Juni bis 2. Juli 2017 am Gründungsort Frankfurt. Bis dahin wird der Watch-Salon unter der Rubrik "Fünf Fragen" in lockerer Folge ganz unterschiedliche Kolleginnen unseres Vereins vorstellen, um die Vielfalt unseres Bündnisses und der jeweiligen journalistischen Arbeit zu zeigen. Wir beginnen mit Helga Kirchner und Sibylle Plogstedt, die das "Medienlabor" entwickelt haben. Dessen Ziel ist ein direkter Austausch von Fachfrauen aus einem bestimmten journalistischen Feld mit Kolleginnen aus dem jb und weiteren Gästen. Die bisherigen Veranstaltungen sind unten aufgeführt. Das 5. Medienlabor findet am 8. November 2016 in Frankfurt statt. Thema "Das bisschen Haushalt - Wie Journalistinnen über Ökonomie berichten." Genaue Daten dazu hier.


Montag, 24. Oktober 2016

"Für mich ist der Graben die Faktenresistenz" – Fünf Fragen an Anna-Mareike Krause

"Das dicke Fell kommt mit dem Job."Anna-Mareike Krause, Social Media-Koordinatorin. / Foto: NDR/Sker Freist

Seit zwei Jahren arbeitet Anna-Mareike Krause als Social Media-Koordinatorin der Tagesschau. Gemeinsam mit ihrem Team liest und bearbeitet sie täglich im Schnitt 12.000 Kommentare. Beim diesjährigen Zündfunk Netzkongress in München berichtete sie eindrücklich aus dem Tagesgeschäft mit dem digitalen Hass und von ihren Strategien gegen den Hass. Am Rande des Netzkongresses beantwortete uns die Hamburgerin fünf Fragen.

1. Mind the gap – unter diesem Motto fand der diesjährige Zündfunk Netzkongress statt. In deinem Vortrag hast du davon gesprochen, dass es darum geht, Hass-Kommentator*innen „auf unsere Seite des Grabens“ zu ziehen. Ist das nicht schon der Punkt? Dass wir in Kategorien wie „die und wir“ denken?

Sonntag, 23. Oktober 2016

Deborah Feldman: Unorthodox, Biographie einer Befreiung

Lesen? Lesen! Frankfurter Buchmesse: 5 Tage, 5 Bücher.
Empfehlungen der Salonistas - Literatur von Frauen über Freiheit


Ein wahrhaftiger Blick in den religiösen Fundamentalismus /  Foto: Stefan Hessel

Orthodoxe Juden mit Schläfenlocken mitten im New Yorker In-Viertel Williamsburg? Ein bisschen befremdlich, für die meisten jedoch lange ein eher folkloristisches Element. Deborah Feldman aber klärt uns in ihrer Autobiographie - dem New-York-Times-Bestseller "Unorthodox" - auf, in welcher Parallelgesellschaft sie hier aufwuchs: in der ultra-orthodoxen chassidischen Satmar-Gemeinde, jiddisch sprechend, ohne weltliche Bildung, mit krassen Kleidungs- und Verhaltensvorschriften, vor allem für Mädchen und Frauen. Die werden allmonatlich "zur Seite gestoßen", wenn ein Tröpfchen Blut ihren Unterleib verlässt.