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Montag, 3. Dezember 2018

Das Jahr der Töchter- Mütter- und Familiendramen - Büchertipps der Salonistas

Von Magdalena Köster (mk), Mareice Kaiser (mck) und Tina Stadlmayer (tst)

Und wenn wir schon wieder von der Einsamkeit reden, so wird immer klarer, wir sind einsam, meinte schon Rilke
Foto: Priscilla du Preez, Unsplash

Wirklich angenehm sind die schillernden Personen ja nicht, die uns dieses Jahr in neuen Büchern begegnen. Die Erzählungen muten uns einiges an Egozentrik zu, an Eifersucht und großer Einsamkeit. Aber durch Humor und leisen Spott gut verträglich. Ganz so, wie es die Dichterin Elizabeth Bishop einmal formulierte: "Das ganze ungeordnete Treiben geht weiter, schrecklich, doch fröhlich."

Dienstag, 6. November 2018

Diese Angst vor der weiblichen Lust - Der Dokumentarfilm Female Pleasure

von Magdalena Köster

Die japanische Aktionskünstlerin Rokudenashiko baute ein Vulva-Vagina-Boot und landete vor Gericht. /Foto: x-verleih

Der Film beginnt mit einem Feuerwerk sexistischer Werbung. Nicht dabei die besonders dämliche vom Reifenhersteller, sondern die der hochwertigen Marken. Busen, Beine, Hintern, um Parfüm oder Kleidung zu verkaufen. Die nackte Frau als tägliche Ware. "Wir haben kein Recht auf unseren Körper. Kein Recht auf unsere Sexualität. Warum quälen sie uns seit Jahrtausenden?" Das sagen fünf kluge und couragierte Frauen aus den großen Weltreligionen, die in dieser Dokumentation über ihre wahrlich fürchterlichen Erfahrungen als Sexualobjekte sprechen. Sie brechen das Tabu des Schweigens und der Scham, das ihnen patriarchale Gesellschaften eingebläut haben, und kämpfen heute für alle Frauen, denen Ähnliches droht.

Donnerstag, 18. Januar 2018

Jetzt üben wir mal: Ihr sollt mein Gesicht nicht erkennen

Von Magdalena Köster

Brille aus dem 3-D-Drucker  / Foto: Carnegie Mellon Universität, USA

Sie machen es ja schon, am Südkreuz in Berlin, am Wiener Flughafen, an den Bahnhöfen in London, Brüssel und Paris. Sie scannen unsere Gesichter, vermessen den Abstand der Augen, die Breite unserer Nase, die Form der Wangenknochen, Länge und Form unseres Kinns. Der "Real Time Face Detector" muss uns nur noch ein paar Mal erwischen, um herauszufiltern, ob wir gerade angry, sad oder happy sind. Facebook übt das schon seit Jahren mit Deep-Learning-Algorithmen und dem kostenlosen Schatz der Millionen Fotos auf seiner Seite. Hey, Kolleginnen, da sollten wir uns doch wenigstens hin und wieder unsichtbar machen.

Mittwoch, 8. März 2017

Zum Internationalen Frauentag - bitte ein Einwanderungsgesetz mit Quote

von Magdalena Köster

Eine Nepalesin fordert Gleichberechtigung. / Foto: ©Stephan Bachenheimer/World Bank SB-NP03
CC BY-NC-ND 2.0


Wenn heute so manche Arbeitsplätze verwaist und dafür alle Barhocker besetzt sind, dann sind viele Frauen dem Aufruf #DaywithoutAWoman gefolgt. Das gerade in Berlin gegründete Feministische Netzwerk* fordert dazu auf, für Frauen- und Menschenrechte auf die Straße zu gehen und hat entsprechende Veranstaltungen in vielen deutschen Städten verlinkt. Ganz groß will der Womensmarch in den USA auftreten. Osezleféminisme appelliert an die Französinnen, ab 15.40 Uhr zu streiken, um auf den Gender Pay Gap in Europa hinzuweisen. Das Europäische Parlament reagiert mit einer Reihe von Sessions zum Thema.

In mehr als 20 Ländern der Welt wird es ein sichtbares feministisches Aufbegehren gegen  neoliberale, patriarchale und misogyne Entwicklungen geben.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Zwei Filme über Marie Curie und Paula Modersohn-Becker - bisschen viel Sex und Süße

"Jeder ist verantwortlich für das, was in der Welt geschieht" Marie Curie / Plakat: P'Artisan Filmproduktion

Doch, doch, es lohnt sich trotz Gemeckers, die beiden Filme "Marie Curie" - Start 1. Dezember - und "Paula" - Start 15. Dezember - anzuschauen. Wegen weiblicher Vorbilder und so, und damit weitere Biografien über Frauen (besser) verfilmt werden. Hier zeigen eine Regisseurin und ein Regisseur das Leben zweier ungewöhnlicher Frauen, die sich schon als Kinder des 19. Jahrhunderts dafür entschieden, im Leben etwas besonderes zu leisten und dann unbeirrt daran festhielten. Beide verließen früh ihr Elternhaus, studierten in London und Paris, als geborene Freigeister reichten ihnen dazu ein Kämmerchen und Tee mit Brot. Paula Modersohn-Becker zählt heute zu den größten deutschen Malerinnen, die weltberühmte Marie Curie war die erste Person, die zwei mal den Nobelpreis erhielt, für Physik und Chemie. Schade, dass es den FilmemacherInnen mit ihren Biopics nicht gelungen ist, die richtige Balance zwischen Werk und Privatperson zu finden. Stattdessen bisschen viel Sex und Süße, bisschen viel Männer statt mehr Charakter.

Dienstag, 14. Juni 2016

Sieben wütende Göttinnen - ab sofort im Kino

Filmplakat zu "7 Göttinnen"    Jungle Book Entertainment


Junggesellinnenabschied á la Indien? So sieht es erst mal aus, wenn Freida ihre alten Studienkolleginnen in ihr Ferienhaus in Goa einlädt. Es geht sehr virtuos los, in diesem Film "7 Göttinnen", mit schneller Musik und wilden Schnitten. In der farbenfreudigen Kulisse des Ferienparadieses wird viel gelacht, getanzt und gelästert, auch, weil keine der Frauen etwas von einem Bräutigam wusste. Doch nicht nur die Lüftung dieses Geheimnisses bringt enormen Schwung in diesen ganz un-bollywood-mäßigen Freundinnen-Kracher, auch das  gnadenlose Vorführen indischen Machotums mit entsprechenden Rachephantasien machen aus diesem Film ein feministisches Fest mit Kitschbeilagen.

Dienstag, 8. März 2016

Zum Weltfrauentag - die schönsten Sprüche für die Seele der Frau


Otto Karrer, Seele der Frau, Ideale und Probleme der Frauenwelt, Verlag Ars Sacra, München, 1932


"Man trifft gelegentlich nicht nur Männer, sondern auch Frauen, die über alles, was mit Frauenbewegung zusammenhängt, mit einem geringschätzigen Lächeln hinweggehen ... ein allzu bequemer Standpunkt, mit Dingen fertig zu werden, die etwas Elementares an sich haben ... es muss doch etwas dran sein, sonst gäbe es keine Frauenfrage und keine Frauenbewegung." 

Für 1932 klingt das wahnsinnig reflektiert, nicht wahr? Schön wärs.
Schon der nächste Absatz zielt auf "die Tragik der Ehelosen".


Freitag, 21. März 2014

Equal Pay Day - haltet uns nicht weiter auf

Da lachten sie noch: John F. Kennedy unterschreibt im Beisein von Hochschul-Vertreterinnen 1963 das Equal-Pay-Gesetz im Weißen Haus. Foto: JFK Library


Sind ja erst schlappe 51 Jahre her, seit die Amerikaner das Gesetz zur gleichen Bezahlung von Frauen und Männern unterzeichneten. Und bei uns, ach je. Ein paar Mathematikern fällt auf, dass die Equal-Pay-Day-Initiative sich verrechnet hat und wir noch viel länger arbeiten müssen, um so viel Geld in der Hand zu haben wie Männer, Elisabeth Niejahr legt sich in der Zeit wieder einmal mit Alice Schwarzer an und fordert, die solle sich weniger um Sex als ums Geld kümmern und viele von uns stehen heute wieder auf den großen Marktplätzen, verteilen rote Taschen und lassen uns auf Diskussionen mit verschrobenen Rentnern ein. Die Jungs arbeiten derweil weiter an ihrer Karriere.

Aber Ihr wisst ja, wir sind nicht aufzuhalten, na ja, fast nicht.

Sonntag, 21. April 2013

"Was bringt Sie zum Weinen?" Steile Fragen von "Brigitte" an Sabine Leutheuser-Schnarrenberger

Brigitte Live: Gast Sabine Leutheuser-Schnarrenberger im Münchner Künstlerhaus  
Foto: Watch-Salon


Politikerinnen bei "Brigitte". "Live. Persönlich, Kritisch hinterfragt." Das hat die Zeitschrift ihren Leserinnen im Wahljahr 2013 versprochen und stellt beim Gespräch mit Sabine Leutheuser-Schnarrenberger in München entsprechend knallharte Fragen. "Wer passt auf den Hund auf, wenn Sie in Berlin sind?" "Was bringt Sie zum Weinen?" Sehr brigittig auch die Idee, SLS zwischen zwei Begriffen wählen zu lassen: "Laus oder Löwe?", "Wurst oder Gemüse?", "Liebe oder Ehe?". Einzig cooler Vorschlag: "Horst oder Philipp?"

Donnerstag, 18. April 2013

Und sie werden uns doch nicht aufhalten können

Sechziger Jahre Demo in den USA - Wir widmen das Foto mit all der darin sichtbaren
Kraft und Lebenslust den Abgeordneten, die heute gegen die Frauenquote gestimmt haben.

Dienstag, 19. Februar 2013

"Ich fotografiere gern hässliche Männer"

Imogen Cunningham
Foto: Abe Frajndlich 1975 (via vkb.de)


Welche Entdeckung! Die Bayerische Versicherungskammer in München zeigt bis Ende April die erste umfassende Ausstellung der amerikanischen Fotografin Imogen Cunningham (1883-1976), nachdem jahrzehntelang in Deutschland nichts über dieses Ausnahmetalent zu sehen war.

Montag, 15. Oktober 2012

Alice, es wird Zeit für dich zu gehn

Buchcover DVA

Danke. Ich bin also keineswegs allein mit der Ansicht, dass Alice Schwarzer uns seit Jahren vor allem als Nervensäge und Bewerberin der BLÖD-Zeitung begleitet. Der deutsche Feminismus gleiche einem Geisterschiff und sei auf die Symbolfigur Alice Schwarzer zusammengeschrumpft, moniert die Autorin Miriam Gebhardt in ihrem Buch "Alice im Niemandsland". Das habe dazu geführt, "dass nicht nur jede Frage zur Geschlechterordnung reflexhaft an sie gerichtet wird und so gut wie nie an Feministinnen anderer Couleur, sondern dass jede Kritik an der Symbolfigur Schwarzer sofort als antifeministischer Angriff kritisiert wird."

Freitag, 1. Juni 2012

Meldungen zum Gähnen

Nicolette Kressl, Regierungspräsidentin Foto: www.kressl.de
"Mit Nicolette Kressl hat Baden-Württemberg vom 1. Juni an die zweite Frau im Amt des Regierungspräsidenten." Gähn, ich habe diese Meldungen, diese albernen Zuschreibungen langsam satt. Ja, prima, dass die SPD-Politikerin  künftig als eine von vier Behördenchefs in Baden-Württemberg das RP in Karlsruhe leitet. Würde es nicht einfach ausreichen zu melden: Kressl neue Regierungspräsidentin. Ist doch völlig normal, dass eine Frau einen Posten übernimmt. Oder etwa nicht? Ihr Vorgänger war wahrscheinlich der "vierte Mann". Hat das eine irgendwo mal gelesen?

Samstag, 31. März 2012

Pussy Riot verirrt sich in die Kirche

screenshot: pussy-riot.livejournal.com

Erst die schrillen barbusigen Femen-Sisters in der Ukraine, jetzt die pussy-riot-Aktivistinnen in Russland! Wir lernen gerade das Temperament osteuropäischer Feministinnen kennen. Die Damen hauen jedenfalls mächtig aufs Blech, um auf Missstände in ihrer Heimat aufmerksam zu machen. 

Donnerstag, 16. Februar 2012

Gefühlig: Die Eiserne Lady

Meryl Streep als „Die Eiserne Lady“, Foto: Concorde Filmverleih
Ein Film über die einstmals mächtigste Frau der Welt: In „Die Eiserne Lady“ verkörpert Meryl Streep eine Margaret Thatcher, die sich an die eigene Karriere und die Geschichte ihres Landes nur selektiv erinnern kann.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Claudia-Maria Buch, jung und Wirtschaftsweise

Claudia M. Buch, Foto: Uni Tübingen

Beatrice Weder di Mauro geht, eine Neue kommt: Claudia-Maria Buch, Wirtschaftsprofessorin aus Tübingen, wird neues Mitglied der Wirtschaftsweisen. Das hat das Bundeskabinett heute beschlossen (offiziell muss noch der Bundespräsident zustimmen). Professor Dr. Claudia-Maria Buch, 43, Diplom-Volkswirtin, beschäftigt sich am Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen vor allem mit Geld und Währungen. Seit 2008 ist Claudia M. Buch auch Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, außerdem Forschungsprofessorin am Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim.

Mal sehen, ob sie uns all die brennenden Wirtschafts-und Geldfragen so gut erklären kann wie ihre Vorgängerin Weder di Mauro. 

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Angestarrt werden - im neuen Heft der Deutschen Journalistenschule

Wach-Magazin, Deutsche Journalistenschule

Wow, so hätte fast das Titelbild eines ambitionierten Presseerzeugnisses 2011 ausgesehen. Jeder Jahrgang der ehrwürdigen Deutschen Journalistenschule (die nach ihrer Kündigung vom Altheimer Eck im Zentrum bald ins SZ-Hochhaus am Stadtrand Münchens ziehen muss/darf), legt am Ende ein Print-Erzeugnis vor.
Anfangs hektographiert und geklammert, gibt es inzwischen vierfarbige zum Teil sehr gut gemachte Magazine.  Nun also das "Wach-Magazin" der Lehrredaktion 49b. Die Bilderstrecke im Heftinneren entspricht dem obigen Fast-Cover (siehe Wach-Eintrag vom 20. Dezember) und hat die Anmutung eines Wäscheprospekts.
"Einmal nicht angestarrt werden, kein Smalltalk, nur für sich sein..."

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Schwärmen für Karl-Theodor bei Anne Will

Ortsausgangsschild Guttenberg

Welch eine Banalisierung in den von uns bezahlten Sendern. Anne Will hatte in der ARD gestern zum gefühlten 100. Nachdenken über das Phänomen KT nicht nur die üblichen Gesichter wie Bolz, Glos, Joerges und Spreng zu Gast, sondern auch die Bäckerin Monika Müller aus Guttenberg, die sich für ihren Schwarm ordentlich ins Zeug werfen durfte:

"Er muss sich doch den Frust von der Seele reden. Der KT hat niemals absichtlich gefälscht. Ich kenne ihn doch von klein auf. Der hat wirklich Tag und Nacht gearbeitet. Immer brannte im Schloss das Licht"

Sonntag, 6. November 2011

Die "No-Go-Frage"

Müllheim, ein kleiner Ort zwischen Freiburg und Basel im Markgräflerland, bekommt eine neue Bürgermeisterin. Der lokalen Presse gibt sie - natürlich - ein Interview nach ihrem Wahlsieg. Aber was wird sie gegen Ende doch tatsächlich von der Redakteurin der Badischen Zeitung  gefragt: "Und wie wollen Sie Beruf und Familie vereinbaren?" Ahhhhrrrrgggg.... Diese Frage gehört langsam echt verboten. Bei mir steht sie solange auf der No-Go-Liste, bis alle Männer in neuem Amt und Würden genau das auch gefragt werden!

Donnerstag, 3. November 2011

Palästina wird Vollmitglied in der UNESCO

Palästina wird Vollmitglied in der UNESCO - und pfeift auf Frauenrechte. Wie wärs, wenn die UN-Organisationen mal anfangen würden, Mindeststandards einzuführen???? Menschenrechte haben kein Geschlecht.