Dienstag, 17. Juli 2012

Sepp Blatter und der Korruptionssumpf

Collage: BMHessel

Sehr geehrter Herr Blatter,
vielen Dank für Ihren offenen Brief an "Fußball-Deutschland", in dem sie mal eben 80 Millionen Menschen in der Ihnen eigenen verschwurbelten Mischung aus Schmeicheleien und Spitzen um den Bart streichen. Alle zuvor von Ihnen geäußerten Behauptungen, auch Deutschland habe vor der Fußball-WM 2006 geschmiert, sind natürlich ein Missverständnis. Und natürlich sollten sie nicht von Ihrem eigenen skandalösen Verhalten als FIFA-Präsident ablenken.

Einige unserer Altvorderen kriechen Ihnen ja auch schon wieder entgegen. Und im Amt bleiben Sie natürlich auch. Da schließen wir uns doch Jens Weinreich an, dem sturmerprobten Sportjournalisten und Grimme-Preisträger, der heute im Spiegel schreibt:
"Ein Brief an "Fußball-Deutschland" - welche Hybris wird da deutlich. Blatter, der vorzugsweise mit Staatschefs verkehrt, betrachtet sich mittlerweile selbst als einen solchen. Als Präsident mehrerer hundert Millionen Fußballer auf diesem Planeten."
Also, der offene Brief. Wir geben den jetzt mal postwendend zurück. Annahme verweigert. Und würden uns freuen, wenn endlich mal all die, die sich ihre weiße Weste im Fußballgeschäft bekleckert haben, gemeinsam im großen Korruptionssumpf untergehen würden.

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