Mittwoch, 9. Juli 2008

"Her ideas are very small"

Habe einen erschütternden Bericht in der New York Times gelesen. Es geht um weibliche Selbstmord-Attentäterinnen im Irak:
Es heißt, sie tun es aus Verzweiflung, was wahrscheinlich stimmt. Aber es ist doch traurig, Folgendes zu lesen: In Diyala’s countryside, most women cannot imagine the world beyond the date palms they see on the horizon. It might be an hourlong walk to the next village,
there are no telephones, and cellphones often do not work. Most of the women
cannot read. “Most of the women who have killed themselves are from the
villages,” said Maj. Gen. Abdul Karim al-Rubaie, the head of the Iraqi Army
operations center in Diyala. “She is living a very traditional life. She has no
rights.” “For that reason,” he added, “her ideas are very small.” Gibt es eine sinnlosere Art, sein Leben zu opfern und noch ein paar andere in den Tod zu reißen? Wenn Männer es tun, wird ihnen immerhin zugebilligt, es für die Religion oder die Befreiung ihres Landes zu tun. Über diese Frauen sagen die eigenen Leute, sie seien zu dumm, um Heldinnen zu sein.

1 Kommentar:

Isabel Rohner hat gesagt…

Frei (sehr frei) nach den Suren 44 und 52 denken die Hinterbliebenen, ihre Märtyrer-Söhne/-Brüder/-Männer kämen direkt ins Paradis, wo "Huris" auf sie warten. Dies wird immer wieder gern mit "Jungfrauen" übersetzt -, die natürlich in diesem androzentrischen Weltbild 1. niemals auf Märtyrerinnen warten würden und 2. natürlich zwischen 15 und 19 Jahre alt sind (und nicht etwa schon 80...).
In der aktuellen Forschung geht man aber diesbezüglich von einem Übersetzungsfehler aus: "Huris" bedeutet im Aramäischen nämlich "weiße, kristallklare Trauben". Na: Wer sind nun die Dummen?
Link zur Forschung: http://www.zeit.de/2003/21/Koran