Sonntag, 2. November 2008

Krass brutal

Wir nutzen das Internet vor allem beruflich, aber auch privat - zum Kontakt mit Freunden oder wenn wir Bücher oder Waschmaschinen dort bestellen. Sex oder Gewalt - das suchen und finden dort nur andere. Leider gehören zu diesen anderen vielleicht auch unsere eigenen Kinder. Ein Viertel der Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 19 hat schon einmal Gewalt im Netz gesehen. Das ist das Ergebnis der Studie "Gewalt im Web 2.0 - Wie gewalthaltige Internetangebote Heranwachsende beeinflussen" der Professorin Petra Grimm , über die auf den Medientagen München diskutiert wurde. Meist ist das fiktionale Gewalt aus Spielfilmen - aber immerhin 41% der Befragten gaben an, auch echte, extrem brutale Gewaltvideos gesehen zu haben. Sie nannten diese Szenen im Internet "heftiger" oder "krasser" als im Fernsehen. Wie im richtigen Leben haben auch im Internet mehr Jungen als Mädchen mit Gewalt zu tun.
Ein Drittel der Kinder und Jugendlichen berichtete auch von eigenen schlechten Erfahrungen im Netz. Hier wiederum waren es vor allem die Mädchen, die sexuell belästigt wurden - meist im Chat. Das reichte von eindeutigen Angeboten bis zur Aufforderung, vor der Webcam zu strippen.
Traurige Erkenntnis: mit den Eltern wollen die Jungs und Mädels über ihre Erfahrungen lieber nicht reden - aus Angst, dass die dann gleich die Ausflüge ins Netz verbieten.
Also: hinschauen und locker - und damit im Gespräch - bleiben. Bei sturen Verboten bekommen die Kids dann nur die Filmchen aufs Handy.

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