Freitag, 29. Mai 2009

Erfolgsmeldungen gesucht!!


Pleiten, Entlassungen, Todesfälle und Unglücke: Das Jahr 2009 steht voll im Zeichen der Krise. Wir JournalistInnen merken: Das färbt ab. Jetzt wollen wir gegensteuern und fragen: Was war die letzte Erfolgsmeldung, die über den Ticker lief - und über welche positive Nachricht haben wir zuletzt berichtet? Im Forum des Journalistinnenbundes macht Kollegin Ute Scheub von der taz auf die morgige Sonderausgabe einer Positiv-taz aufmerksam. Grund genug für uns JournalstInnen, mal selbst zu reflektieren: Ist eine gute Nachricht im Jahr 2009 nicht wirklich mal eine richtig gute Nachricht? Postet Eure Meinungen und Erfahrungen!

Kommentare:

Tina Groll hat gesagt…

Um die Sport-Antwort gleich vorweg zu nehmen: Bayern ist mal kein Meister geworden, dafür der Vfl Wolfsburg das erste Mal. Ist EINE Erfolgsmeldung...

Judith Rauch hat gesagt…

Da muss ich doch gleich ein wenig Wasser in den Wein gießen. Habe mir gestern einen Vortrag von Giovanni die Lorenzo angehört, in dem er unter anderem berichtete, er habe beim Tagesspiegel mal eine regelmäßige Seite mit lauter guten Nachrichten eingeführt ("Ja!"). Die Leser aber schrieen laut "Nein!" und die Seite musste wieder eingestellt werden. Eine Seite über den "Toten der Woche" erfreue sich dagegen anhaltender Beliebtheit ...

Tina Groll hat gesagt…

Das ist ja furchtbar!! Aber wie ist es denn jetzt? Ich hab derzeit wirklich keine Lust mehr, nur noch zu hören, dass die Welt immer schlimmer und alles noch viel mieser wird... Wie sieht es bei Dir aus?

www.utescheub.de hat gesagt…

Wollen die Leute wirklich keine positiven Nachrichten lesen, wie Judith Rauch vermutet? Die allermeisten bei mir einlaufenden Kommentare von LeserInnen der Pfingst-taz mit den guten Nachrichten klingen anders. Stellvertretend sei hier einer zitiert: "Ich habe in deutschen Medienkreisen lange gewartet auf ein solches Zeichen der journalistischen Neuorientierung, einem "nachhaltigen" oder "nachklingenden Journalismus". Zeitungsartikel sind heute oft von kurzer Lebensdauer und berichten faktisch nicht über den Tag hinaus. Eure Artikel vom Wochenende machen dagegen aktiv, sie informieren, motivieren und mobilisieren zugleich!" "Nachklingender Journalismus", ich finde, das ist eine schöne, nachdenkenswerte, nachklingenswerte Wortschöpfung...

Judith Rauch hat gesagt…

Kleine Korrektur zu meinem Kommentar oben: Es muss "die Toten der Woche" heißen (Plural). Ich referiere dies allerdings nur aus dem Vortrag von GdL, dessen Skript mir inzwischen vorliegt, ich kenne die Tagesspiegel-Seite nicht persönlich.

Andrea Himmelstoß hat gesagt…

Vielleicht relativiert das Unglück der anderen ganz einfach das eigene und im ehemaligen Wirtschaftswunderland oft nur vermeintliche Unglück und ist deshalb besser zu ertragen als Glück, Zufriedenheit und Erfolg anderer Menschen? Vielleicht kann mit nachklingenem Journalismus wirklich hier und da ein Zeichen gesetzt werden, dass den Menschen nahe bringt, dass Zufriedenheit in Relation zu den eigenen Werten steht? Und vielleicht können wir alle lernen, uns mehr mit anderen Menschen zu freuen? Ich fände das schön.