Mittwoch, 27. Mai 2009

Warum Jungs nicht gerne lesen und Mädchen denken, sie könnten nicht rechnen

Vorurteile sorgen mit dafür, dass die Schulleistungen von Jungen und Mädchen sich unterscheiden. Je älter die Schüler, desto größer die Unterschiede. Das ergibt die Studie "Equally prepared for Life?" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). 
Manche Medien steuerten aufgrund dieser Meldung wieder in die aktuell oft beschworene "Jungenkatastrophe". Dabei sagt die Studie erst einmal nur aus, dass beide Geschlechter unter den Stereotypen leiden: Mädchen schneiden am Ende der Grundschule noch ähnlich gut in Mathe ab wie ihre männlichen Mitschüler. Mit 15 aber rechnen sie schlechter - auch weil sie sich weniger zutrauen. Jungen lesen im Durchschnitt schlechter - auch weil sie es nicht attraktiv finden.
Die gute Nachricht: gegen beide Einstellungen kann man mit gezielter Förderung und Motivation etwas tun - nicht nur in der Schule sondern in der Gesellschaft. 
Eine differenzierte Sichtweise zur Benachteiligung von Jungen im Schulsystem liefert unter anderem Waltraud Cornelißen vom Deutschen Jugendinstitut. Ein Großteil der Schüler hält gut mit den Schülerinnen mit. Und Selbstvertrauen und clevere Berufswahl der Männer sorgen dafür, dass die tollen Schülerinnen als Frauen im Job dann doch oft das Nachsehen haben. Ein größerer Teil der Jungs als der Mädchen allerdings fällt aus dem System - ohne oder mit miesem Schulabschluss. Beide Tatsachen sollte eine Gesellschaft nicht einfach akzeptieren. 

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Als Leidgeprüfte einer Mädchenschule kann ich hinzufügen: Mädchen kommen mit 15 genau wie ihre männlichen Kollegen in die Puberät, was sich bei vielen auf die Noten auswirkt. Die spezielle Förderung in den Naturwissenschaften bei eingeschlechtlicher Erziehung hilft gegen diesen hormonell bedingten Durchhänger auch nur bedingt.