Mittwoch, 6. April 2011

Missy, Emma, Mädchenmannschaft


Rauschen im Blätterwald, Klickern im Bloggerinnen-Biotop: Die junge Femi-Szene hat sich mit der ollen Emma getroffen, und das in der Höhle der Löwin. Die Standard aus Österreich fasst die ersten Reaktionen zusammen, noch bevor ich Zeit gefunden habe, den Beitrag in der Emma überhaupt zu lesen!

Irgendwo ist von der "Zweiten Welle" der Pornografie-Kritik die Rede, und ich frage mich: Die wievielte Welle war das denn, seinerzeit 1987/1988 unter dem Slogan PorNO, als ich mittenmang dabei war?

Ja, feministischer Journalismus hat Geschichte, wie wir auch am Wochenende bei der JB-Exkursion nach Sachsen auf den Spuren von Louise Otto-Peters feststellen konnten. Und auch damals gab es irgendwann Konflikte: So war unsere JB-Heilige Hedwig Dohm der Pionierin Louise wohl viel zu radikal ... Oder haben die beiden nur nicht genügend miteinander geredet?

5 Kommentare

  1. Hätte es ein bisschen mehr sein dürfen? Oh, ja. Die medienerfahrene Schwarzer hat die jungen Kolleginnen ganz schön eingeseift. Keine Fragen, keine Antworten zu ihrem gruseligen Engagement bei der Bild-Zeitung oder zu ihren duchaus umstrittenen Islam-Thesen. Überhaupt hätte ich mir gewünscht, dass mal die Ältere zu den Jungen geht, dass dieses Foto auf dem Missy-Titel gestanden hätte.

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  2. Am besten gefällt mir auf dem Titelbild der Sticker "Frauen gegen Atomkraft" und eigentlich hatte ich den als BeilegerIn ;-) im Heft erwartet. Der ist richtig gut! Ich war schwer enttäuscht, keine Sticker vorzufinden. - Ansonsten gefällt mir der Titel nicht. Ich halte diese gewollte Trennung in Mädchen und Frauen für total albern und kropfüberflüssig (nett ausgedrückt)- von beiden Seiten.

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  3. Nun, das Pornographiethema hat ja nichts an Brisanz verloren - und das sagen mittlerweile auch Männer selbst (z.B. das antipornmen.org Projekt, oder das Buch "Pornos machen traurig" von Peter Redvoort). Deshalb vielleicht also eine zweite Welle ...

    Heidrun

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  4. Also mir gefällt das Cover und die Aktion `Null Bock auf Spaltung` ganz gut. Besser zukünftig miteinander reden als übereinander. Ich würde mich freuen, wenn weitere Zusammenkünfte (wo auch immer) erfolgen. Als spaltend empfinde ich einen Generationenkonflikt herbeizureden.
    Alt gegen Jung gegeneinander auszuspielen, scheint überhaupt ein Trend in dieser Ellbogen-Gesellschaft zu sein?
    Oder wie eine Journalistin der Taz mit viel Polemik der EMMA-Herausgeberin den Rücktritt nahelegte.
    Differenzen in der Frauenbewegung gab es immer und sind nicht neu.
    Viel Unsachliches und Hasstiraden gegen EMMA habe ich in Internetblogs gelesen. Die Maskulinisten mischen hier ordentlich mit. Da muss ich Alice Schwarzer zustimmen, wenn sie schreibt "Man kann ja durchaus inhaltliche Differenzen haben, aber die haben meist mit der Generationenfrage nichts zu tun."

    Mir den Pionierinnen der Frauenbewegung kann leider niemand mehr sprechen, aber eins einte auch sie - mit Spott und Häme wurden sie überhäuft. Anstatt auch damals die Anliegen sachlich anzugehen, wurde versucht, deren Argumentationen gleich zu entkräften, indem sie als Mannweiber/Emanzen verlacht wurden.
    Naturgegeben empfand mann damals die Herrschaft des Mannes über die Frau.
    Häme, Spott , Hass und viel Unkenntnis über den Feminismus schlägt auch heute Feministinnen entgegen. Oder wenn frau sich als Lesbe UND Feministin outet, wird sie von lieben Mitmenschen gleich doppelt stigmatisiert.

    Sehr informativ finde ich übrigens die EMMA-Ausgabe mit dem Dossier Prostitution, Ware Frau.

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  5. Lustig, da frauscht sie wieder im Blätterwald - nun auch in der EMMA - die fem. Definition "Sex-Positiv".
    Feministinnen, die sich von der SexIndustrie/PornoIndustrie nicht angezogen fühlen, sind also sex-negativ? Eigentlich müsste die sogenannte Sex-positive-Feminismus-Bewegung in "Porno-positive-Feminismus-Bewegung" umgeträufelt werden. Ich kenne keine Feministin, die die kommerz. Sexindustrie zwar kritisch angeht, somit gleich der Sexualität negativ gegenübersteht.
    Manche Feministinnen scheinen heute grossen Wert darauf zu legen, bei Interviews sich sofort als Sex-Positive zu outen. So auch kürzlich Charlotte Roche, die gefragt wurde, ob sie sich als Feministin verstehe - sie bejahte, machte aber gleich klar, dass das nichts mit Verklemmtheit und Sexualfeindlichkeit zu tun habe. Sie lege im Gegenteil wert darauf, eine sex-positive Feministin zu sein. So what. Wie Frauen sich doch gleich wieder entschuldigen müssen, abgrenzen bzw. spalten wollen: hier die sex-positiven, da die sex-negativen.
    Sex-negativ sind all` die Frauen bzw. Feministinnen, die die industrielle Vermarktung der weiblichen Vagina kritisieren?

    Wikipedia unterscheidet zwischen sex-positiven und antipornografischen Feministinnen. Das ist ja schon etwas. Das heisst, antipornografische Feministinnen könn(t)en auch sexpositiv sein. Die Definition sex-positiver Feminismus gehört eigentlich liebevoll geschreddert bzw. umformuliert. Das ist für eine antipornografische Feministin alles sehr verwirrend :-(

    Lustig, da frauscht sie wieder im Blätterwald - nun auch in der EMMA - die fem. Definition "Sex-Positiv".
    Feministinnen, die sich von der SexIndustrie/PornoIndustrie nicht angezogen fühlen, sind also sex-negativ? Eigentlich müsste die sogenannte Sex-positive-Feminismus-Bewegung in "Porno-positive-Feminismus-Bewegung" umgetreufelt werden. Ich kenne keine Feministin, die die kommerz. Sexindustrie zwar kritisch angeht, somit gleich der Sexualität negativ gegenübersteht.
    Manche Feministinnen scheinen heute grossen Wert darauf zu legen, bei Interviews sich sofort als Sex-Positive zu outen. So auch kürzlich Charlotte Roche, die gefragt wurde, ob sie sich als Feministin verstehe - sie bejahte, machte aber gleich klar, dass das nichts mit Verklemmtheit und Sexualfeindlichkeit zu tun habe. Sie lege im Gegenteil wert darauf, eine sexp-positive Feministin zu sein. So what. Wie Frauen sich doch gleich wieder selbst abgrenzen bzw. spalten wollen: hier die sex-positiven, das die sex-negativen.
    Sex-negativ sind all` die Frauen bzw. Feministinnen, die die industrielle Vermarktung der weiblichen Vagina kritisieren?

    Wikipedia unterscheidet zwischen sex-positiven und antipornografischen Feministinnen. Das ist ja schon etwas. Das heisst, antipornografische Feministinnen könn(t)en auch sexpositiv sein. Die Definition sex-positiver Feminismus gehört eigentlich liebevoll geschreddert bzw. umformuliert. Das ist für eine antipornografische Feministin alles sehr verwirrend :-(

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