Montag, 27. Juni 2011

Millionen-Mädels

WM-Studie der Deutschen Post. Quelle: obs/Deutsche Post AG

14 Millionen Fans haben der deutschen Frauen-Fußball-Nationalmannschaft bei Ihrem 2:1-Auftakt-Sieg gegen Kanada gestern vor den Bildschirmen zugesehen - allein in Deutschland und vor privaten Mattscheiben. Das Public Viewing ist dabei noch nicht mitgezählt. Zwei von drei FernsehzuschauerInnen verfolgten das Match in der ARD.
Die Chancenverwertung von Birgit Prinz & Co. war dabei noch deutlich verbesserungsfähig. Der Fernsehkommentar auch. Hier die Highlights daraus:

"Keine Torchance in den zweiten 45 Minuten für die Kanadierinnen. Das ist wenig."
"Die Bilanz der Begegnungen Deutschland gegen Kanada ist ja positiv: Neun Spiele, neun Siege."
"Die Schiedsrichterin hat auf jeden Fall schon mal die Zuschauer gegen sich. Und das sind relativ viele."
Rechnen für Anfänger vor einem Millionenpublikum oder eine besonders subversive Form von Ironie, was Kommentator Bernd Schmelzer da von sich gab? Immerhin war er von den Fußball-Frauen "begeistert". Expertin Nia Künzer war es ein "ein wenig peinlich", dass die Menschen auf der Fanmeile in Frankfurt ihr vor dem Bildschirm zujubelten. So was hätte man von Oliver Bierhoff sicher nicht gehört. Und der hatte nur das Golden Goal bei einer EM geschossen, Nia Künzer immerhin bei der WM 2003. Eine Trainingseinheit in Selbstbewusstsein bitte! Moderator Claus Lufen an ihrer Seite war vielleicht auch etwas verunsichert. Auf jeden Fall machte er die Bundeskanzlerin zur "Bundestrainerin Merkel". Auf die echte Trainerin, Silvia Neid, wurde dann leider nicht gewartet, sondern es ging gleich weiter zur Tagesschau. Jogi Löw wäre das wohl nicht passiert.

Aber es gibt ja noch ein paar "Trainingsspiele". Vielleicht klappt es nach dem Millionenpublikum dann auch mal mit den Millionengagen für die Frauen? Oder noch besser: mit einer FIFA-Präsidentin? Womöglich ganz ohne Korruption. Frau wird ja noch Träume haben dürfen. Erst mal aber träumen wir vom Sieg!

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