Dienstag, 11. Oktober 2011

Buchmesse: vom Frauenkrimi zur Soziologie


Zu Beginn der Frankfurter Buchmesse ein Blick in die aktuellen Bestseller-Listen. Beim SWR stehen drei herausragende Titel von Frauen an der Spitze:  Angelika Klüssendorf, Das Mädchen; Judith Schalansky, Der Hals der Giraffe; Sibylle Lewitscharoff, Blumenberg. Der gerade mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnete Eugen Ruge folgt dort erst auf Platz 4.  Bei der Taschenbuch-Bestseller-Liste Belletristik des Spiegel sind 18 der 25 Auserwählten Autorinnen. Aber welche Themen haben sie so weit nach vorn gebracht? Krimis, Krimis, Krimis, Hebammen-Sagen oder Beziehungsdramen.

Wenn es aber um Beziehungen geht, gibt es für mich in diesem Herbst nur eine Nummer Eins. Die Soziologin Eva Illouz, die in ihrem neuen Buch "Warum Liebe weh tut: Eine soziologische Erklärung" erneut über den Zusammenhang von Kapitalismus, Gesellschaft und Gefühlen nachdenkt. Das Thema ihrer radikalen Ansage an die Frauen via "Spiegel" haben viele von uns schon am Küchen- oder Kneipentisch kontrovers diskutiert. "Macht euren Kinderwunsch nicht abhängig vom Wunsch nach romantischer Liebe. Wenn ihr Kinder wollt, bekommt sie allein - oder in einer Gemeinschaft mit anderen Frauen, die ebenfalls Kinder wollen. Oder mit Männern, die Kinder wollen, aber nicht eure Partner sind. Es braucht keine traditionelle Familienstruktur, um Kindern aufzuziehen."

4 Kommentare

  1. Klingt interessant. Meinst Du, die soziologische Analyse der Liebe erspart Frauen die Mordfantasien?

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  2. Mit Mordphantasien kenne ich mich leider nicht aus, vielleicht aber kann ich mit einem weiteren erhellenden Interview mit Illouz dienen:
    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/36368/1/1

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  3. Kann eine schon eine kurze Einschätzung des Buchs von Ruge geben? Er hat ja den Aspekte-Literaturpreis bekommen und das klang mal wirklich interessant, was er zu sagen hat. - Ansonsten: BeziehungsDRAMEN interessieren mich auf dem Papier weniger. Mir sind die super-super Krimis von unseren Kolleginnen Felicitas Mayall (meine Favoritin) und Gisa Klönne dann doch viel lieber! Soweit mein Buchtipp zum Sonntag :-)

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