Samstag, 23. Juni 2012

Wenn Männer die Welt erklären

Amelie Fried   Foto: Iris Koller
 "Gibt es einen weiblichen Journalismus" fragt Amelie Fried, Moderatorin und Buchautorin ("noch müde vom intensiven Fußball-Schauen") zum Auftakt der 25. Jahrestagung des JB im Haus der Bayerischen Wirtschaft. Ganz klar, sie will einen Journalismus mit Qualität, gut recherchiert und faktentreu - von Frauen und Männern. Das aber dauert.
Weiterhin geistern weibliche Klischeebilder durch die Medien. Gerade im Fernsehen müssen wir uns nach wie vor mit der patenten Frau, derjenigen mit Herz oder der sexy Verführerin, dem Glamourgirl oder, besonders gefragt, der mann- und kindlosen Karrierefrau herumschlagen. "Selbst im Kinderfernsehen gibt es nur das rothaarige exzentrische Mädchen und den Gegentyp ´Annika`, blond und schüchtern", hat Amelie Fried beobachtet.

Fried weist auf die Untersuchung der Spiegel-Kollegin Barbara Hans über unsere "Meinungsmacher" hin. Nur rund 18 Prozent aller Leitartikel in den Printmedien sind danach von Frauen verfasst, nimmt man die TAZ raus, sind es nur noch 14 Prozent. Fazit:
Wer ausschließlich Männer die Welt erklären lässt, erklärt sie auch nur Männern"

Kommentare

  1. Aber immerhin gelang man zu der Erkenntnis, dass die Erde keine Scheibe ist...
    Beste Mittel gegen Missverständnisse sind gründliche Recherche und Texte, die keine Interpretationen dulden.
    "Man(n)" zu schreiben, das ist aber bei manchen Texten (Glossen) manchmal unvermeidbar.

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