Freitag, 24. Mai 2013

Schuhe und Malariagefahr

Foto: Silke Schneider-Flaig
Mittlerweile werden Schuhe zunehmend zweckentfremdet. Insbesondere arabische Männernutzen sie verstärkt als Wurfgeschoss zwecks nonverbaler Missachtung. Neuerdings beschäftigen sich aber auch Malaria-Forscher mit diesem Thema. In einem Selbstversuch kam eine Niederländerin zu dem Ergebnis, dass Käsefußgeruch das zentrale Nervensystem der Mücken manipuliert und gezielt auf den Weg zur Beute (Blut) fuhrt.
Das Thema Schuhe mag belanglos klingen. Oder redaktionell unter die Rubrik Lifestyle, Mode eingeordnet werden. Doch der Schein trügt. Selbst die Ressorts Politik und Wissenschaft setzen sich in jüngster Zeit damit auseinander. Politisch tauchen sie immer wieder als Mittel der Macht auf. Zum Beispiel als der Journalist Muntazer al-Zaldi 2008 George W. Bush seine Galoschen entgegen schmiss. Dieser wurde kleinlaut, als ihn die Richter aufklärten, dass eine Haftstrafe von fünf bis 15 Jahren drohe.

Die arabische Zeitung Asharq al-Awsat sprach von einer "Beleidigung für den Journalistenberuf". Diese seien schließlich keine Mudschaheddin, sondern für Informationbeschaffung zuständig. Ihre Waffen seien kritische Fragen und keine ledernen Wurfgeschosse. Zunehmend werden sie auch juristisch (nationales und internationales Recht) in Bezug auf Straftaten (Körperverletzung, Beleidigung) und Ordnungswidrigkeiten (beispielsweise Fundunterschlagung) und dergleichen relevant. Selbst arbeitsrechtliche Konsequenzen drohen. Wie zum Beispiel in der Ukraine.

Derzeit beschäftigen sich auch Naturwissenschaftler und Forscher intensiv mit diesem Thema. Es geht jedoch nicht um orthopädische Auswirkung  von High Heels, zehenfreien, diffusionsfähigen Gesundheitssandalen oder Sneakers auf Wadenbein und Kniescheibe. Renate Smallegange von der Universität Wageningen stellte in einem ungewöhnlichen Selbstversuch fest, dass Käsefußgeruch das zentrale Nervensystem der Anopheles Mücken, die den Malaria-Erreger in sich tragen, manipuliert und auf den direkten Weg zur Beute (Blut) führt.

Malaria steht für (lateinisch male aria) schlechte Luft.
Da diese insbesondere aus den Sümpfen steigt, spricht man auch von Sumpf- oder Wechselfieber. Die Tropenkrankheit wird von einzelligen Parasiten hervorgerufen und taucht hauptsächlich in den Tropen und Subtropen auf. Die weibliche Stechmücke der Gattung Anopheles überträgt sie.

Bereits frühere Studien zeigten, dass Mücken besonders auf den Geruch menschlicher Füße fixiert sind. Daher platzierte das Team mit Forschern aus Großbritannien undden Niederlanden die dreckigen Nylonsocken der Niederländerin in einem Käfig. Nylon ist dafür bekannt, dass es, im Gegensatz zu Seide oder Baumwolle, reaktivierten Schweiß grundsätzlich "unüberriechbar" macht. Dann traten infizierte und nicht infizierte Anopheles-Mücken gegeneinander an. Sie kamen in eine Käfig, der einen 20 Stunden lang getragenen Strumpf (Nylonsocke) und ein unbelastetes Modell enthielt. Das Ergebnis sprach für sich. Die neue Socke war für alle Insekten uninteressant. Die schmutzigen übte mehr Anziehungskraft aus. Die infizierten Mücken reagierten besonders auffallend auf den Geruchreiz.

Was genau am Geruch stinkender Füße anziehen auf infizierte Parasiten wirkt, soll in neuen Versuchen erforscht werden. Da sich die Vertreter der Anopheles bislang nicht in der Antarktis aufhalten, scheint ein Experiment mit Moon Boots nicht geboten.

Ob rote Schuhe eine besondere Anziehungskraft auf weibliche Blutsauger ausüben wurde bislang noch nicht erforscht.

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