Dienstag, 13. November 2018

Festakt 100 Jahre Frauenwahlrecht - Ein Grund zum Feiern!

von Christine Olderdissen

Fotosession in Pink beim Festakt zu 100 Jahre Frauenwahlrecht 
Caren Marks, Sabine Balke-Estremadoyro, Elke Ferner/ Fotos: C. Olderdissen

In Feierlaune waren sie zum Festakt ins Deutsche Historische Museum in Berlin gekommen, rund 350 Frauen, die meisten in Spitzenpositionen von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, aus  Institutionen und Organisationen. Sie feierten sich selbst, die erkämpften Errungenschaften und den Feminismus - auch wenn "Es gibt noch viel zu tun!" der meist gehörte Satz an diesem Montagmittag war. Früher oder später landeten dann alle amüsiert vor der Fotowand, in immer neuen Gruppierungen.


Meilenstein der Demokratie


Ein fröhliches Event, auf den Tag exakt 100 Jahre nach jenem 12. November 1918, der als die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts gilt: Der Kaiser hatte abgedankt, Scheidemann die Republik ausgerufen; drei Tage später kündigt der Rat der Volksbeauftragten an, dass alle Frauen und Männer ab dem 20. Lebensjahr das aktive und passive Wahlrecht genießen. Eine der wichtigsten Kämpfe des 1. Frauenbewegung ist gewonnen.

 Wer ist hier zu sehen? Suchbilder mit prominenten Frauen ...

   
immer von links: Eva Högl, Caren Marks, Brigitte Scherb, Elke Ferner ... Manuela Schwesig ... Lore Peschel-Gutzeit ... Christine Bergmann ...
  
... Rita Süssmuth, Manuela Schwesig, Angela Merkel, Franziska Giffey, Christine Bergmann ...
(Ex-)Frauenministerinnen unter sich
... Sigrid Nikutta ... Monika Schulz-Strelow ... Elisabeth Kern ...

... Margarete Stokowski, Kübra Gümüsay, Anne Wizorek, Teresa Bücker ... Ulle Schauws, Kristina Lunz,
davor: Laura Gehlhaar, Stevie Schmiedel ...
 ... Franziska Giffey ...


Die Rede der Kanzlerin

"Die Quoten waren wichtig, aber das Ziel muss Parität sein! Parität überall." 


So kämpferisch haben wir die Bundeskanzlerin selten gehört. Die Hälfte der Parlamente den Frauen - ein Jahrhundert nach dem so hart erkämpften Wahlrecht sind wir jedoch weit davon entfernt. Im Bundestag sitzen nur noch 30,9 Prozent Frauen, nur jede 10. Oberbürgermeisterin ist eine Frau. Eine Zahl, die auch Kanzlerin Merkel "schockiert hat", wie sie in ihrer Rede beim Festakt betont.

Ein anderes Wahlrecht, gesetzliche Regularien fordert sie - und zieht zugleich den Bogen zu den Gründen, die Frauen davon abhalten, in die Politik zu gehen. Es sind dieselben, die erfolgreiche  Karrieren von Frauen verhindern, sie nennt sie alle. Und mahnt an, dass die Politik hier weiter an Verbesserungen arbeiten müsse.

"Ich wünsche mir, dass das nicht weitere hundert Jahre auf sich warten lässt."


Wenigstens sei sie ein Rolemodel, wie Angela Merkel nicht ohne Stolz erwähnt: "Niemand lacht  ein junges Mädchen heute mehr aus, wenn es sagt, dass es später einmal Ministerin oder sogar Bundeskanzlerin werden will." Doch dann mahnt sie mit ungewöhnlicher Heiterkeit:  "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Aus der Tatsache, dass es mich gibt, darf kein Alibi werden."


Die Kanzlerin mit Raffaela Rein, Erfinderin der erfolgreichen Tech-Weiterbildungsplattform CareerFoundry.


mehr lesen:  auf Twitter unter dem Hashtag #100JahreFrauenwahlrecht
mehr anschauen:  Videobericht des Bundesfrauenministeriums über den Festakt
mehr erfahren:  100 Jahre Damenwahl - Bericht im Watch-Salon über die Ausstellung in Frankfurt am Main

Kommentare

  1. Danke für diese Dokumentation! Wie auch immer man(n) zu Merkels politischen Entscheidungen stehen mag: Sie hat erreicht, was vor Jahren undenkbar schien und auch heute alles andere als selbstverständlich ist (leider). Bereits deshalb bin ich froh über ihre Kanzlerinnenschaft.

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