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Szene aus "Yuli" mit Carlos Acosta (li.) und einem Tänzer seiner Compagnie / Foto: Piffl Medien |
Wer sich für Kunst und Kultur interessiert, findet in jeder Stadt täglich so viele Angebote, dass man unmöglich alles wahrnehmen kann. Vermittelnde Netzwerke wie der Kölner KunstSalon bieten in diesem Dilemma Hilfe bei der Entscheidung. Davon habe ich letzten Sonntag profitiert und mir die vom KunstSalon präsentierte Preview des Films „Yuli“, in Anwesenheit der Regisseurin Icíar Bollaín, angesehen. Ein Beispiel dafür, was bürgerliches Engagement für Kunst und Kultur leisten kann.
Kultur-begeisterte KölnerInnen gründeten vor 25 Jahren den KunstSalon. In Zeiten kommunaler Sparzwänge ist solches Engagement viel wert. Zum monatlichen Jour fixe in bester Salon-Tradition werden Kulturschaffende aller Art zum Gespräch eingeladen. Besuche von Ausstellungen und Ateliers, von Theater- und Filmvorführungen, Preise und sogar ein Stipendium für bildende KünstlerInnen in der Feuchtwanger-Villa in Los Angeles sind fest etabliert. Begehrte Auftrittsmöglichkeiten für junge KünstlerInnen bieten jedes Jahr ein Literatur- sowie ein Musik-Festival. Mit der Zeit hat sich der KunstSalon zu einer einflussreichen Institution gemausert.
Höhepunkt des Sonntags: die Preview von "Yuli"
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Edilson Manuel Olbeira Nunez verkörpert Carlos als Kind / Foto: Piffl Medien |
Carlos Acosta spielt sich selbst in einer fiktiven Rahmenhandlung. Für Carlos als Kind und als Jugendlicher hat die Regisseurin wunderbare Darsteller gefunden. Die schwierige Beziehung zu seinem Vater, die Sehnsucht nach Geborgenheit in der Familie und der Heimat Kuba, sowie die widerwillige Identifikation mit seinem überragenden Talent sind die Themen des Films. Die politische Situation Kubas und ihr Einfluss auf das private und berufliche Leben von Carlos Acosta und seiner Familie spielt ebenfalls eine große Rolle; man erfährt dabei viel Überraschendes jenseits der sonst im Fokus stehenden Aspekte. Es geht auch um die Identitätssuche eines zwischen den Kulturen Reisenden, womit der Film das aktuelle Thema Migration berührt.
Tanzszenen als Teil der Erzählung
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Icíar Bollaín / Foto: Eva Hehemann |
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Viel Applaus für Isabel Pfeiffer-Poensgens Impulsvortrag im Kölner KunstSalon / Foto: Eva Hehemann |
Der Enthusiasmus der Ministerin
Sehr zuversichtlich hatte mich am Sonntag Morgen bereits die Begegnung mit der nordrhein-westfälischen Ministerin für Kultur und Wissenschaft, Isabel Pfeiffer-Poensgen, gestimmt. Ihr Impulsvortrag beim Neujahrsempfang des KunstSalon und ihre Antworten auf die Fragen aus dem Publikum zeigten nicht nur eine kompetente, kommunikativ versierte, in vielen unterschiedlichen kulturellen Arbeitsfeldern erfahrene Frau, sondern auch ihren Enthusiasmus für ihre Arbeit und vor allem für Kulturschaffende aus allen Sparten. Mit offensichtlichem Vergnügen erzählte sie von ihren zahlreichen Gesprächsrunden mit Museums- und Theaterleuten. Ab und an ließ sie durchblicken, wie schwierig es teilweise war, sich als Frau im Kulturbetrieb gegen männliche Vorurteile durchzusetzen. Sie hat es geschafft! Starke Frauen wie sie und Icíar Bollaín können viel bewirken, wenn sich Politik und privates Engagement gleichermaßen mit Begeisterung für die Kultur einsetzen. Dann kann Kunst alle glücklich machen.
Filmstart von "Yuli" ist am 17. Januar 2019
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