Samstag, 20. September 2008

Happy Birthday, Hedwig Dohm!


VON ISABEL ROHNER

Als eine der ersten in Deutschland forderte sie das Stimmrecht für Frauen. In einer Zeit, als die Ehe als einzige Versorgungsgarantin der Frau angesehen wurde, setzte sich für die völlige rechtliche, soziale und ökonomische Gleichberechtigung der Geschlechter ein.
Dabei hatte sie nicht nur einen messerscharfen Verstand, sie war auch eine Meisterin der Genres: Neben Essays und Feuilletons verfasste sie mit großem Erfolg Romane, Novellen, Theaterstücke - und literaturwissenschaftliche Abhandlungen.
Besonders bekannt, geliebt und von ihren Feinden gefürchtet waren ihre Artikel und Polemiken, in denen sie die antifeministischen Thesen anerkannter Geistergrößen rigoros und äußerst unterhaltsam ad absurdum führte: wie Friedrich Nietzsche, der „das Weib als Besitz, als verschließbares Eigentum, als etwas zur Dienstbarkeit Vorherbestimmtes“ sehen wollte, Georg Groddeck ("Die Frau hat keine Persönlichkeit!") oder Paul Julius Möbius, der mit seinem Physiologischen Schwachsinn des Weibes einen Bestseller der Jahrhundertwende landete.
Die Rede ist von einer der wichtigsten Publizistinnen und Autorinnen deutscher Sprache, Hedwig Dohm (1831-1919).
„Weil die Frauen Kinder gebären, darum sollen sie
keine politischen Rechte haben. Ich behaupte: weil die Männer keine Kinder
gebären, darum sollen sie keine politischen Rechte haben und ich finde die eine
Behauptung mindestens ebenso tiefsinnig wie die andere.“

Hedwig Dohm,
1876

Heute, am 20. September, feiern wir ihren Geburtstag.
Happy Birthday, Hedwig Dohm!

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