Montag, 20. Oktober 2008

Poltern und Keifen

Dass man über Kultur noch so herrlich und so öffentlich streiten kann. Wer hätte das gedacht? In die von Marcel Reich-Ranicki angezettelte Debatte mischte sich die Literaturpäpstin Elke Heidenreich und gab auch dem Entertainer Thomas Gottschalk noch schnell ein paar mit, bevor dieser vom Held des Abends noch zum Retter des Abendlandes avancierte. Das konnte der natürlich nicht auf sich sitzen lassen und eröffnet die nächste Runde im verbalen Schlagabtausch, ausgelöst durch die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises. "Dass eine so kluge Frau aus der Hochkulturabteilung sich zu so einem polternden Ausbruch gekränkter Eitelkeit hinreißen ließ, nur weil sie nicht die Laudatio auf Reich-Ranicki halten durfte, wirkte auf mich höchst krampflösend", kommentiert Thomas Gottschalk im SPIEGEL-Gespräch Elke Heidenreichs Artikel in FAZ.Net. "Ihre Attacke tut mir deshalb überhaupt nicht weh. Auch wenn mich das Gekeife in dieser Schrillheit dann doch überrascht hat." Tja, so ist das eben: Poltern ist schon in Ordnung - selbst aus gekränkter Eitelkeit. Aber Keifen - igitt! Das tun doch nur Frauen! Da ist es doch tröstlich zu wissen, dass Männer - zumindest Gottschalk - Krämpfe haben, die sich durch hinreißende Frauen lösen. Vielleicht ein Kulturkrampf? Oder habe ich da was falsch verstanden? Ging es doch nur um den Krampf, der im Fernsehen läuft?

1 Kommentar:

Judith Rauch hat gesagt…

Wadenkrämpfe vielleicht? Krampfadern? Die Menstruation kann es ja wohl nicht sein ...