Freitag, 30. Januar 2009

Retterin in der Not

Foto: http://eng.felagsmalaraduneyti.is/minister/cv

Sie ist die einzige Politikerin, der die IsländerInnen noch vertrauen. Die 66jährige Johanna Sigurdardottir übernimmt dieses Wochenende mitten in der größten Krise ihres kleinen Landes als Retterin in der Not den Posten als Ministerpräsidentin. Johanna - denn in Island sprechen sich alle mit Vornamen an - gilt als hart zu sich selbst und wenig diplomatisch, doch für ihre Arbeit wird sie von allen respektiert. Außerdem ist sie weltweit die einzige Regierungschefin, die zwei erwachsene Söhne hat und in einer offiziell registrierten Partnerschaft mit einer Frau zusammenlebt, der Schriftstellerin Jonina Leosdottir. Sie ist nicht nur die erste Regierungschefin ihres Landes, sondern die erste offen lesbisch lebende weltweit. Aber ihr Privatleben kratzt die Isländer wenig - sie setzen alle politische Hoffnung auf Johanna. Und dass die mit ihnen gemeinsam den Wiederaufbau nach der Finanzkrise schultert.

Kommentare:

Judith Rauch hat gesagt…

Vor lauter Papst-Debatte hätte ich diese isländische Personalie fast verpasst. Heute gibt auch Luise Pusch ihren linguistisch-feministischen Senf dazu. Und angesichts des Fotos frage ich mich: Kann es sein, dass Johanna schon 66 ist? So oder so ähnlich möchten wir doch wohl alle mit 66 aussehen, oder?

Heidrun Wulf-Frick hat gesagt…

Das Foto habe ich auf der Homepage ihres Ministeriums gefunden. Auf den aktuellen Bildern sah sie deutlich gealtert aus. Die fehlenen Falten auf dem Bewerbungsfoto von ihrem CV müssen wir uns halt jetzt dazudenken. Wahrscheinlich wird sie im neuen Amt noch ein paar mehr dazukriegen.

Eva Kohlrusch hat gesagt…

Eva Kohlrusch hat gesagt:
Aus solchen Mustern sollten wir lernen: Wappnen wir uns für Krisen aller Art - sprungbereit. Es bliebe zwar der zweifelhafte Nebengeschmack, dass Frauen immer nur dann freie Bahn haben, wenn die Dinge schwierig, ungeliebt bis unlösbar geworden sind. Aber Chance ist Chance.
Im Moment wissen die Konjunkturplaner nicht weiter - wo wären also die Konjunkturstrateginnen?
Eva Kohlrusch