Montag, 15. Juni 2009

"Wo ist meine Stimme"




Foto: http://tehranlive.org
Grafik: www.Berlin-Institut.org

„Die Zeit für Tanzen und Singen ist vorbei“, zitiert die Süddeutsche Zeitung heute einen iranischen Polizei-Offizier. Viele der jungen Leute, die sich ein anderes Wahlergebnis erhofft hatten, haben dafür auch gar keine Zeit mehr. Sie rufen „Wo ist meine Stimme“ und müssen sich gleich danach vor den Ketten und Schlagstöcken der Revolutionsgarden retten, hinein in die Häuser und hoch auf die Dächer. Von hinten werden sie aus Farbpistolen besprüht, auf dass der nächste Schlägertrupp sie besser erkennt. 14 Millionen Handys und 18 Millionen Internet-Nutzer gibt es bereits im Iran, aber Ahmadinedschad und seine Techniker blockieren viele der modernen Kommunikationswege. Al Jazeera kämpft gegen Sendeauflagen, die BBC mit elektronischem Störfeuer. Auf der Tehranlive-Seite sind etliche Filme und Bilder zu sehen, interessant auch die unzähligen aktuellen Kommentare. Hoffentlich geraten die engagierten MacherInnen nicht auch noch ins Visier der Schläger.

Zu viele junge Leute für dieses Wahlergebnis

Das Wahlergebnis ist schwer zu vermitteln, schaut man sich die Bevölkerungsentwicklung des Iran auf der obigen Grafik an. Verschiedene weitere Quellen gehen davon aus, dass zwei Drittel bis ¾ der Iraner unter 30 ist. Laut Wikipedia beträgt das Durchschnittsalter bei Frauen und Männern rund 26 Jahre. Wie deren Stimmung vor der Wahl war, hat Gabriele Keller letzte Woche in einem informativen Beitrag für die Frankfurter Rundschau geschildert.

1 Kommentar:

Judith Rauch hat gesagt…

Es lebe Youtube, es lebe die Jugend des Iran! Ich hänge genauso wie Du vor dem Computer und verfolge diesen wahrhaft revolutionären Aufruhr. Hier noch eine Blog-Adresse mit sensationellen Fotos: From Tehran with Love