Sonntag, 26. Juli 2009

Gläserne Decke nicht vergessen

In dem Zeit-Artikel "Die gläserne Decke war eher aus Beton" (http://www.zeit.de/2009/31/Frauen-Beistueck) erzählt Anke Domscheit ihre Geschichte als Managerin, die an die berühmt-berüchtigte gläserne Decke stieß und wie sie ihren Weg hinaus fand. Ein weiterer Bericht über eine "Gläserne-Decken-Erfahrung". Das wissen wir ja doch nun schon? Unter engagierten Frauen ist sie wohl bekannt, nichts destotrotz ist es wichtig, die Erfahrung real und in Erinnerung zu halten, solange Frauen sie machen. Dass es einen Weg hinaus gibt, nämlich durch Weiterbilden, Netzwerken und Unternehmenswechsel, lässt hoffen. Fragt sich allerdings, wann Unternehmen, die durch einen solchen Wechsel ihrer weiblichen Führungskräfte betroffen sind, begreifen, was ihnen da eigentlich an Resourcen verlustig geht. Und wie viele Unternehmen gibt es derzeit, die so frauenfreundlich sind, dass frau guten Mutes und guter Chancen zu ihnen wechseln kann? 
Eins ist klar: Es gibt noch viel für die Frauen zu tun in der Wirtschaft. Und wenn sich etwas ändert, dann wohl nicht dehalb, weil die Wirtschaft sich den Gleichberechtigungsartikel im Grundgesetz so zu Herzen nimmt, sondern schlichtweg, weil sie es sich nicht mehr leisten kann, ihre weiblichen Potenziale weiter außen vor zu lassen.

Kommentare:

Judith Rauch hat gesagt…

Gute und wichtige Geschichte, dieses "Frauen-Beistück". Bei solchen File-Namen muss man aber Zweifel hegen, ob der Megatrend Frauen bei der "Zeit" schon so richtig angekommen ist ...

Britta Erlemann hat gesagt…

Ja, leider gibt der File-Name durch das "Beistück" dem Text den Touch des Minderwertigen.

Angelika Knop hat gesagt…

Über diese Formulierung haben sich auch andere gewundert/amüsiert/geärgert. Zum Beispiel
jabkas blog.
Es handelt sich hierbei aber offensichtlich um einen etwas in Vergessenheit geratenen Fachausdruck, mit dem die ZEIT Artikel bezeichnet, die zusätzlich zum Hauptartikel erscheinen - also Beistücke (Hintergrund, Kommentare) zum Hauptstück. Zumindest kommt der Ausdruck auch in einem Artikel über Fußball vor: http://www.zeit.de/2003/32/Fu_a7ball-Bundesliga?page=4
Die Verwendung des Begriffs in der für alle sichtbaren URL - also der sichtbaren Webadresse - in Verbindung mit einer Frau ist aber sicher unglücklich.