Freitag, 24. Juli 2009

Megatrend Frauen

Während ich dies schreibe, spricht in Stuttgart Matthias Horx über den "Megatrend Frauen". Und zwar auf dem Kongress "Spitzenfrauen - Wege ganz nach oben", den das Stuttgarter Wirtschaftsministerium mit freundlicher Unterstützung von Daimler veranstaltet. Horx spricht vor rund 150 zahlenden Teilnehmerinnen und ein bis zwei Dutzend nicht-zahlenden (aber auch nicht bezahlten) Verbandsfrauen und erklärt ihnen den Megatrend Frauen.

Die Einschätzungen, wie lange Herr Horx schon den Megatrend Frauen verkündet, gehen auseinander. Die Karriere-Expertin Sonja Bischoff meint, seit 2004. Die taz meint, seit 1992. Bischoff wiederum meint, dass der amerikanische Trendforscher John Naisbitt bereits in den frühen 1990ern den Megatrend Frauen propagiert hat. Horx selbst spricht von einem "nachhaltigen" Trend. Immerhin scheint er jetzt in Stuttgart angekommen zu sein.

Wir vom Journalistinnenbund Stuttgart hätten bei dem Mega-Ereignis auch dabei sein können. Wir hätten einen Stand aufbauen und für den JB werben können. Wir hätten auch einen sogenannten Branchenzirkel moderieren dürfen - honorarfrei allerdings. Auch die Interviewte, eine Karrierefrau aus den Medien, trete honorarfrei an, wurde uns gesagt. Über die Honorierung des Keynote-Speakers konnten wir leider nichts Konkretes in Erfahrung bringen. Einen Anhaltspunkt gibt vielleicht die Kolumne von Harald Martenstein zum Thema Trendforscher.

Jedenfalls ist der Journalistinnenbund aus dem Projekt ausgestiegen. Frauenveranstaltungen, bei denen Männer Kasse machen und Frauen kostenlos antreten, sind nicht so unser Ding. Wir machen uns unseren eigenen Megatrend, Herr Minister Pfister.

Kommentare:

Angelika Knop hat gesagt…

Na, da ist doch klar, woher der "Megatrend Frauen" kommt. Der Trend geht eben zum Sparen.....

Crassida hat gesagt…

John Naisbitt ist mir mit seinem Buch "Megatrend Frauen" gut in Erinnerung. Es stand in den neunziger Jahren in meinem Büro-Regal und wärmte mir damals ganz schön den Rücken. Aber das unser aller Trendforscher damit immer noch Geld verdient, puh...