Freitag, 2. Oktober 2009

Gender und Karrieren - eine Studie wird in Deutschland mal wieder übersehen

In den Niederlanden sorgt die Studie der Sozialwissenschaftlerin Dr. Marieke van den Brink für mächtig Wellen - in Deutschland ist das Wasser der Gleichstellung an den Universitäten immer noch ein trüber Tümpel.

Van den Brink weist in ihrer Studie nach, dass fehlende Genderkenntnisse in Berufungsverfahren an Universitäten oft den Ausschlag für männliche Bewerber geben. Genderstereotype spielen dabei eine ganz zentrale Rolle. Viele Bewerberinnen seien bspw. in Bewerbungsverfahren abgelehnt worden, wenn sie nur eines der geforderten Kriterien nicht erfüllten. "Bei Männern war das dagegen meist nicht der Fall", so von den Brink. Da wurde von den (natürlich überwiegend männlich besetzten Gremien) mit anderen Maßstäben gemessen. Auch wurde das gleiche Verhalten von männlichen und weiblichen Bewerberinnen durchweg unterschiedlich interpretiert. Waren Bewerberinnen etwa zurückhaltend, wurde ihnen in erschreckend vielen Fällen gleich die Führungskompetenz abgesprochen.

"Es reicht nicht aus, dass Gleichstellungsbeauftragte von Unis Berufungskommissionen angehören", so das Fazit der Sozialwissenschaftlerin. "Genderkenntnisse sollten alle Kommissionsmitglieder vorweisen."

Aktuell beträgt der Anteil der Professorinnen in Deutschland gerade einmal 15 Prozent.

Kommentare

  1. Gender kann tatsächlich nicht funktionieren, wenn es immer noch in die Frauenecke abgeschoben wird. In Gendertrainings sind deshalb immer Männer und Frauen SparringspartnerInnen. Das sollte in Bewerbungsgesprächen heute selbstverständlich sein. Aber es sind nicht immer die Männer, die blocken...

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