Donnerstag, 15. Oktober 2009

Vergiss die Jedermann-Bestseller

Foto: Photobucket

Passend zur Buchmesse habe ich mir wieder mal fest vorgenommen, keine Bücher mehr bei Thalia und anderen Bücher-Ketten wie Hugendubel zu kaufen. Dazu sollte die klare Ansage in dem sehr informativen Beitrag von Birk Meinhardt in der Süddeutschen Zeitung reichen: „800 der einst fast 5000 Buchhandlungen im Lande haben in den letzten zehn Jahren zusperren müssen; die Ketten steigerten im selben Zeitraum ihren Marktanteil ums Doppelte auf fast 30 Prozent“.

Häufig fällt in dem Artikel der Name von Thalia-Chef Michael Busch, einem Volkswirt und Controller, vor dem die Buchbranche zittert und der neuerdings keine Verlagsvertreter mehr in seine Filialen lässt. Begründung: "Viele dieser Gespräche waren nicht effizient. Ganz viel irrelevante Kommunikation. Was für Zeit da teilweise vergeudet wurde bei der Weitergabe von Informationen, für die eine Seite Papier reicht - Titel, Thema, Werbemaßnahmen! …".
Ach, Herr Busch, lassen Sie uns doch mit Ihren so genannten Bestsellern in Ruhe.

1 Kommentar:

Heidrun Wulf-Frick hat gesagt…

Den Artikel finde ich ein bisschen wirr zu lesen mit den vielen nicht zitierbaren Leuten. Aber vom Grundsatz her stimmt die Geschichte 100prozentig. In unserer Thalia-Buchhandlung arbeiten die un-nettesten Leute. Verständlich, wenn man (vom Marketin gemachte) Beststeller - bzw. was dafür gehalten wird - verkaufen muss. Inhalte oder gar Autoren wie Grass, Böll, Dohm, Schwarzer, Frisch, Pusch... kennen. Das gleiche gilt für gute Kinderbücher: Fehlanzeige unter den jüngeren MitarbeiterInnen. Nur Massenware zählt! Meine Öko-Bäckereifachverkäuferin kann sich besser mit ihrer Ware identifizieren - von ihr wird nicht unbedingt erwartet, dass sie sie probiert hat. Traurig für einen tollen Berufsstand wie den der/des Buchhändlerin/Buchhändlers.