Donnerstag, 11. März 2010

Kürzung à la Sarazzin

Bundesbankvorstand und selbsternannter Agent Provocateur Thilo Sarazzin hat mal wieder laut gedacht und schlägt vor:
"Zweimal Hausaufgaben nicht gemacht, Kindergeld um 50 Prozent gekürzt."
Nachzulesen ist das unter anderem bei Spiegel Online. Na, die Idee nach dem Prinzip "Eltern haften für ihre Kinder" finde ich doch so richtig prima und schlage gleich mal erweiterte Anwendungen nach dem Verantwortungsprinzip vor:
- Zahlreiche Banker haben vor, in und auch jetzt nach der Finanzkrise ihre Hausaufgaben offenbar nicht gemacht. Bitte 50% Vergütungen kürzen für ihre Vorstände und Aufsichtsräte.
- Wenn Abgeordnete zwei mal vor Sitzungen die Vorlage nicht gelesen haben, den Fraktionsvorsitzenden (wahlweise den Fraktionsgeschäftsführern) die Bezahlung ebenfalls um die Hälfte kürzen.
- Minister haben wichtige Berichte (zum Beispiel über Kampfeinsätze in Afghanistan) nicht gelesen - der Bundeskanzlerin (ist ja die Chefin) bitte das Gehalt halbieren.
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Vorschläge gerne per Kommentarfunktion.

Kommentare:

Judith Rauch hat gesagt…

... die armen Chefredakteure, Chefärzte und Lehrstuhlinhaber tun mir jetzt schon leid ob der ständigen Halbierungen ...

Heidrun Wulf-Frick hat gesagt…

Mir tut keiner leid. Ich bin dafür, Chefredakteuren, die sich nicht an die neuen, verbindlich festgelegten Honorare für Textbeiträge in Tageszeitungen halten, das Gehalt genau auf die mäßigen Summen runterzukürzen, die ihnen die Arbeit von Freien wert ist. Dann können wir wieder über Qualitätsjournalismus und Arbeitsethos diskutieren.

Silke Schneider-Flaig hat gesagt…

Kopfgeld/Erfolgshonorar/Sonderprämie oder schicke Dienstwagenupdates für Manager pro erfolgreich gekündigtem, bzw. in die Kündigung getriebenen, Mitarbeiter gibt es wohl schon?