Freitag, 21. Mai 2010

Sand im Mund - Frauenbilder aus Kuba

"Abajo estoy despierta" - "Darunter bin ich wach".
  Foto: Knop

Rosa Seidenbänder schlingen sich um die Fesseln. Doch da, wo die Balletschuhe sitzen sollten, hängen Sandsäckchen wie Gewichte an den Füßen. Nadeln bohren sich ins elegant geschwungene Bein. Ein roter Rock ist steil hochgeschlagen, so dass er den Oberkörper verhüllt.  Sinnliche Bilder, die dennoch verstörend wirken. Die Fotografin Cirenaica Moreira  setzt sich mit der Rolle der Frau in Kuba auseinander, thematisiert Erotik und Gewalt, die "Folter aus dem Kleiderschrank". Die GEDOK, die Gemeinschaft deutsch-österreichischer Künstlerinnen (mit kleinem i), präsentiert derzeit in München-Schwabing unter dem Titel "Sand im Mund" eine Ausstellung ihrer Farbfotografien.
Die deutsch-kubanische Vorbereitung war nicht frei von kulturellen Irritationen, wie Kuratorin Katia Rid berichtet. Sie wollte die Bilder modern und rahmenlos an Klammern aufhängen, was die Künstlerin entsetzte. In Kuba gilt: Eine gute Künstlerin hat auch gute Rahmen. Also gibt es nun Passepartouts und Holzrahmen.

Vernissage in der galerieGEDOKmuc. Foto: Knop

Eigentlich sollte Cireinaica Moreira selbst da sein - gemeinsam mit anderen kubanischen Künstlern, die derzeit Stipendiaten in der Villa Waldberta am Starnberger See sind. Doch sie ist nicht gekommen - die Tochter hat Examen. Der Mann war zu eifersüchtig für eine monatelange Trennung, sagen andere.
Frauenschicksal? Die meisten ihrer Bilder sind Selbstporträts. Aber das muss nichts bedeuten. Und vielleicht haben die Bilder der zierlichen Künstlerin mit dem hellen Teint und dunklem Haar daher ihre Intimität.

Noch bis 29. Mai läuft die Ausstellung in der galerieGEDOKmuc in der Elisabethstr. 13 Rgb. in München, geöffnet Do + Fr 15-18 und Sa 14-18 Uhr. Vortrag Donnerstag 27. Mai, 19 Uhr: "Emerging and Contempory Cuban Artists" von Susana Pilar Delahante Matienzo.

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