Freitag, 25. Juni 2010

Rote, grüne, gelbe, blaue Frauenpolitik


Foto: Ekin Deligöz

Klang zunächst recht dröge, unser Treffen zu einem Abendessen mit den frauenpolitischen Sprecherinnen der Bundestagsfraktionen in Berlin. Aber Frauen sind ja flexibel und kommunikativ. Innerhalb von 10  Minuten hatten sich Nicole Bracht-Bendt (FDP), Ekin Deligöz (Grüne), Cornelia Möhring (Die Linke) und Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU) (niemand von der SPD, da war irgendwas mit Spargel) den Kolleginnen des Journalistinnenbundes vorgestellt und wechselten dann zwei interessante Stunden lang von Tisch zu Tisch, um das ein oder andere auch mal unter drei zu besprechen.

Die Damen überraschten durch Bodenständigkeit und gering ausgeprägte Eitelkeit. Alle haben Kinder und neben ihrem ordentlichen Salär mutmaßlich emanzipierte Ehegatten, die ihnen den Job in Berlin erleichtern. Ein Abgleich der Tischgespräche mit den Websites der Abgeordneten brachte bei Möhring und Deligöz ziemliche Übereinstimmung, bei den anderen meinten wir, das ein oder andere doch etwas kritischer als auf der Homepage beschrieben gehört zu haben. So ärgert sich die gelernte Tischlerin Nicole Bracht-Bendt sehr wohl über die wenigen Frauen in deutschen Vorstandsetagen und meint „Ohne Platzprobleme könnte ich sie alle in mein Büro einladen“. Auf ihrer Homepage Ernüchterung: „Eine vom Gesetzgeber verordnete Frauen-Quote ist für mich nicht die Lösung. Der Staat sollte sich da heraus halten.“ Das allerdings könnte sich schon bald ändern.

Während die Linke Cornelia Möhring erst seit 2007 in der Politik mitmischt und nach Zeitungsberichten als Wunschkandidatin Gregor Gysis als baldige Co-Vorsitzende der Partei gilt (nur zu!), ist die türkischstämmige Ekin Deligöz schon als Kind politisiert worden. Fotos auf ihrer Website zeigen sie als kämpferisch-streikende Schülerin, aber auch mit ihrem Baby, von Onkel Joschka kritisch beäugt.

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