Montag, 26. Juli 2010

Eva Herman is back

Einige Zeit war es still um Eva Herman. Nun meldet sie sich wieder zu Wort. Die Todesfälle von der Love-Parade seien nicht die Folgen einer Massenpanik gewesen:

"Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!", schreibt Herman auf der Internetseite des Kopp-Verlages.

Aha.
Die Zeit des Schweigens hat Eva Herman also offensichtlich nicht weise genutzt. Immer noch sei ihr die Lektüre von Hedwig Dohm wärmstens empfohlen. Diese forderte bereits 1873 für Hermans Brüder und Schwestern im Geiste: "Mehr Hirn!"

Siehe auch: http://taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/gott-straft-die-suender/

Kommentare:

Angelika Knop hat gesagt…

Eva Herman war mal Tagesschau-Sprecherin und Talkshow-Moderatorin. Als sie ein Buch darüber veröffentlichte, dass der Feminismus Schuld an allem Unglück der Frauen sei, entschieden nicht wenige JournalistenkollegINNen, sie ihrerseits in ihre Talkshows einzuladen. Autorität und Kapazität hatte sie auf dem Gebiet zwar nicht. Sie hatte weder geforscht, noch seriös recherchiert, noch war sie Sprecherin irgend einer gesellschaftlich relevanten Gruppe, sondern einfach nur bekannt aus dem Fernsehen. Dass sie schon damals in einer Mischung aus Halbwahrheiten, Fehlinterpretationen und falschen Fakten schlicht dummes Zeug verbreitete, hätte jede/r halbwegs aufmerksame LeserIn erkennen können. Jetzt ist es eine Banalität, dies bei neuen Äußerungen zu wiederholen. Damals wie heute haben sie und diejenigen, die sie steuern und benutzen, die Aufmerksamkeit nicht verdient.

Silke Schneider-Flaig hat gesagt…

Empfiehlt sie etwa Musik wie von der (nach wie vor von Rechtsextremen geschätzten) Gruppe "Böhse Onkelz", die Deutschtexte wie z.B.: "Weit weg – von besseren Tagen, weit weg – allein mit 1000 Fragen", Kritik an dem Verhalten unserer Gesellschaft ausddrücken?

Katrin Bischl hat gesagt…

Der Text von Eva Herrmann macht mich wütend und beschämt zugleich. Obwohl ich selbst nichts mit der Love Parade anfangen kann, ist dieses Ausmaß an Ignoranz und das Heraufbeschwören uralter Werte nicht zu akzeptieren. Dass Eva Herrmann diesen Unsinn von sich gibt, während sie die schlimmen Ereignisse in Duisburg schildert bzw. kommentiert - das ist unentschuldbar. Fast hat man den Eindruck, wer wummernde E-Musik hört, lockere oder wenig Kleidung trägt und Drogen nimmt, ist selbst Schuld, wenn ihm Unglück widerfährt. Manchmal ist es schon bedauerlich, dass jeder sich frei äußern kann. Ich weiß, dieser Satz ist politisch nicht korrekt, aber angesichts des Leidens und der Not der Betroffenen, will ich das jetzt
mal sein.

Katrin Bischl

Ekoepping hat gesagt…

Vermutlich kandidiert Frau Herrmann für die nächste Papst-Wahl, für den Fall, dass der auch demnächst zurücktritt (who knows?)... In meinen Augen ein vollkommen menschenverachtender Text, der in keinster Weise dem Leid der Verunglückten und der Familien der Opfer gerecht wird.