Samstag, 19. Februar 2011

Guttenberg, der Frauen-Plagiator (Teil 2)


Zu den von Guttenberg nicht korrekt zitierten Frauen können wir nun auch die deutsche Kollegin Sonja Volkmann-Schluck rechnen, aus deren Working-Paper "Die Debatte um eine europäische Verfassung" von 2001 sich der "Autor" kräftig bediente, ohne immer die Quelle nachzuweisen. Ein ganzes Kapitel hat er sogar nach den Vorgaben der damals 25-jährigen Studentin gegliedert.

Inzwischen sind so viele Stellen gefunden worden, an denen in dieser Arbeit gepfuscht worden ist, dass sich womöglich die These nicht halten lässt, es habe überproportional viele Frauen getroffen. Auffällig bleibt aber doch, wie viele entscheidende Passagen, Meinungen und Struktur-Elemente der "Autor" von Frauen übernommen hat. Und wie man am Beispiel Klara Obermüller sieht, ist wohl manche Tagesarbeit einer kompetenten Journalistin gut genug, um als Bestandteil einer mit "summa cum laude" bewerteten Doktorarbeit durchzugehen. Wir sollten unsere Lichter diesbezüglich nicht unter irgendwelche Scheffel stellen.

Die Neue Zürcher Zeitung, in der Obermüllers Meinungsbeitrag zum Gottesbezug in der europäischen Verfassung erschien, hat diese Erkenntnis prompt für ihre Abo-Werbung genutzt: Mit der Unterzeile "Summa cum laude. Universität Bayreuth" wirbt sie für ihr Blatt.

Kommentare:

Irene hat gesagt…

Hier noch ein Artikel zur Frage, wie man eigentlich Plagiate im Internet findet - vielleicht auch von praktischem Nutzen:

http://www.taz.de/1/netz/netzkultur/artikel/1/turnitin-docoloc-google/

Michael K hat gesagt…

Der Herr macht auf mich seit langem den Eindruck seine ganze Karriere und Erfolge auf dem Rücken anderer erklommen zu haben. Die Dissertation ist da wohl keine Ausnahme gewesen. Warum auch - wer nichts macht kann auch nichts falsch machen. Der Minister muss sowas von von der Politbühne verschwinden; das kann garnicht schnell genug passieren!

Anne Beck hat gesagt…

ist das doch wieder mal `HERRlich`, wie dem ´gude bub sein blödsinn` uns vom breiten publikum als `dummer-jungen-streich` präsentiert wird.
frau stelle sich vor, angela merkel oder eine andere politikerin im hohen amt hätte sich als `männer-plagiatorin` outen MÜSSEN.
das öffentliche eingeständnis "gravierende handwerkliche fehler bei nochmaliger durchsicht meiner doktorarbeit, ich stehe auch zu dem blödsinn, den ich geschrieben habe " brachten dem bejubelten standing ovations und von fast allen seiten anerkenndes schulterklopfen .
so langsam verliere ich als frau den überblick über all die kleineren und grösseren verfehlungen unserer männl. eliten.
wie wichtig die forderung nach abschaffung der männerquote mit den zumeist ungenügenden qualitätsmerkmalen.

lustig, die hiesige sicherheitsabfrage lautet`d(r)ottl`...

Angelika Knop hat gesagt…

Frau Merkel hat gesagt, sie habe keinen Doktor und auch keinen Wissenschaftler eingestellt, sondern einen Veteidigungsminister. Und diesen Job mache er gut. Also ich finde seine Verteidigung in diesem Fall äußerst schwach. Und außerdem dachte ich immer, gerade, wenn es um Krieg und Frieden geht, sollte man den Überblick behalten können.

Judith Rauch hat gesagt…

Ich muss ja gestehen, dass ich von dem fabelhaften Herrn Guttenberg schon mal viel gehalten habe. Die Abschaffung der Wehrpflicht und die Halbierung der Verteidigungsbürokratie waren gute Ansätze. Aber vielleicht sollten wir diese großen Aufgaben jetzt doch einer Frau anvertrauen, die den Überblick nicht so schnell verliert und sich nicht ganz so viel mit Selbstverteidigung befassen muss.

Amy hat gesagt…

Die höchste Bedeutung einer Hochschule heisst sie jetzt `cumma cum claude`?

Anonym hat gesagt…

WOW, eine Seite wo sich Frau mal selbst beweihräuchern kann :D ....

"Auffällig bleibt aber doch, wie viele entscheidende Passagen, Meinungen und Struktur-Elemente der "Autor" von Frauen übernommen hat." und das ohne entsprechender Quellenangabe :D .... aber ihnen zu liebe verzichte ich auf die korrekte Zitierung des Artikels, damit sie auch was zum "zurück motzen" haben. Wir wollen uns ja schließlich hier selbst beweihreuchern und das nicht zu knapp :D .....

Ich übernehme mal ihre "journalistische Arbeit" und liefere ihnen hier mal einen Link zu den am häufigsten nicht zitierten Quellen der Doktorarbeit http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Ungenannte_Quellen ... wie sie vllt. erkennen findet sich hier nun nicht übermäßig viele Frauen als Autoren. Ich weiß auch gar nicht, was daran jetzt so toll sein sollte, wenn er eben von Autorinnen übernommen hätte. In dem aufgeführten Link sind es "überproportional" viele Autoren. Eigentlich egal könnte man meinen oder? Wichtig ist das abgeschrieben wurde, oder kränkt das eine Feministin sonst in ihrer Ehre oder stürzt aufeinmal das Weltbild der Frau ein, wenn man sich mal nicht selbst bejubelt und in den Himmel lobt?

*mal gespannt ob sie sich trauen dies zu veröffentlichen*

Angelika Knop hat gesagt…

Klar trauen wir uns. Vielleicht trauen Sie sich ja beim nächsten Kommentar auch, uns Ihren Namen zu verraten?

Anonym hat gesagt…

Sobald Sie einmal einen journalistischen Artikel schreiben, der dieser Bezeichnung würdig ist, werde ich dies gerne tun :)