Donnerstag, 5. Mai 2011

Billige Journalisten - willige Journalisten

Foto: flickr.com
Das erwartet junge KollegInnen, die voller Enthusiasmus in den Tages-Journalismus starten wollen: Die deutschen Zeitungsverleger wollen ihnen das Urlaubsgeld streichen, die Altersversorgung kürzen und längere Arbeitszeiten einführen. Die Deutsche Journalisten-Union (Verdi) und der Deutsche Journalistenverband haben ausgerechnet, dass dies einer 25%igen Kürzung der ohnehin nicht üppigen Einstiegs-Gehälter entspricht. Festangestellten RedakteurInnen soll das Urlaubsgeld gestrichen werden. Nach Streiks bei Dutzenden von Zeitungen in Baden Württemberg, Hessen, Westfalen und Hamburg traten am Mittwoch mit 150 JournalistInnen rund die Hälfte der journalistisch arbeitenden Menschen bei der Süddeutschen Zeitung in München in Streik. Dazu gibt es eine kritische Stellungnahme auf der SZ-Medienseite.
Wie meinte ein streikender Kollege ganz treffend: "Billige Journalisten sind willige Journalisten". 

Kommentare:

Silke Schneider-Flaig hat gesagt…

Empfehle folgenden Beitrag: http://www.djv.de/Journalismus-geht-baden.3180.0.html
Da geht es u.a. darum, dass Medienschaffende z.T. weniger als WC-Personal verdienen :-(

Judith Rauch hat gesagt…

Dass ausgerechnet die originäre Leistung des Mediengeschäfts, der Journalismus, finanziell so herabgewürdigt werden soll, ist eine Schande. Ich hoffe ja auf neue Geschäftsmodelle, die freie und von erpresserischen(Alt-)Verlegern unabhängige Journalisten entwickeln werden, so wie es bei den Freischreibern diskutiert wird. Bis es so weit ist, setze ich mich als Redakteurin für meine Autoren ein - noch geht es einigermaßen.