Mittwoch, 19. Oktober 2011

Gendergerechte Sprache anno 1740


Foto: Angelika Knop

Seltsame Legenden ranken sich um diese Grabkreuze auf dem Salzburger Petersfriedhof. Neben Sebastian Stumpfögger liegen vier seiner Frauen begraben. Der Sage nach soll er dabei etwas nachgeholfen haben. Eine profanere Erklärung ist die hohe Müttersterblichkeit im Kindbett damals. Die fünfte Frau hat ihn offenbar kinderlos überlebt

Was der modernen Betrachterin aber auffällt: Die ÖsterreicherInnen im 18. Jahrhundert hatten Genderbewusstsein. Hier ruhen lauter Stumpföggerinnen. Erst im 19. Jahrhundert verschwand diese schöne Tradition. 

Mehr über "Salzburgs starke Frauen" erzählt ein Radiofeature von Sissi Pitzer.

3 Kommentare

  1. Namen sind heutzutage nur eingeschränkt flektierbar. Aus Familie Zimmermann wird zum Beispiel "die Zimmermanns" und nicht "die Zimmermänner". Dabei ist der Name Zimmermann auch schon die Überleitung: Viele Nachnamen leiten sich aus alten Berufsbezeichnungen ab. Es wäre also möglich, dass man früher die Nachnamen eher wie reguläre Wörter benutzt hat. Dann irgendwann wurden sie vermutlich "eingefroren" und man verlernte nach und nach auch ihre eigentlich Bedeutung, wie beim Nachnamen "Meier". Für die Bewertung dieser meiner Vermutungen müsste man natürlich einen etymologisch bewanderten Sprachwissenschaftler konsultieren.

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  2. Der Name Ögger kommt von Egger. Und mit Egger war z.B. in Tirol der Hof
    gemeint. Sie lebte auf der Egg und war somit eine Öggerin/Eggerin - in der Tat gendergerecht.
    Der Name Huber bedeutet `Erblehensbauer` , ihm gehört ein 30 bis 60 Morgen großes Stück Land. Sein Name leitet sich von der Hufe ab, dem Acker-Maß eines bäuerlichen Grundbesitzes. Dem entspricht im süddeutschen, österr. und schweiz. Sprachraum die Hube (dem Garten, eingehegtes, bepflanztes Land). Auch die `Huberin` sehr gendergerecht.
    "Grueberin` könnte von `Gruber`, die Grube, Tal, Schlucht herstammen ;.)

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  3. Diese Bewertung der Nachnamenmovierung finde ich gelinde gesagt seltsam, explizieren sie doch nochmehr als üblich die Zugehörigkeit der Frau als Anhängsel zum unmotivierten Mann, der seinen Geburtsnamen behält.

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