Sonntag, 23. Oktober 2011

Stil ist Macht

Christine Lagarde  Foto: Press Release IMF

...mit dieser Überschrift titelt der aktuelle "STERN" einen Artikel über Frauen, die mächtige Ämter be-kleiden (im wahrsten Sinne des Wortes). Ganz vorne dran die IWF-Chefin Christine Lagarde . Sie ist eine von den machtvollen Frauen, die die Herren in den stets gleichen und gedeckten Anzügen einförmig aussehen lässt. Denn sie steht zu ihrem Stil: schlicht und streng, aber total weiblich.

Weil viele Frauen in der Geschäftswelt sich nicht mehr dem männlichen Modediktat "Schwarzer Hosenanzug" unterwerfen müssen, machen sich andere engagierte Frauen für einen weiblichen Stil in den Führungsetagen stark. Zum Beispiel Kati Wempe, die Geschäftsführerin des Modehauses Kaiser in Freiburg (ca. 220 MitarbeiterInnen) und engagiertes ZONTA-Mitglied. Sie ist in ihrem Bereich noch immer die einzige Frau unter 220 Geschäftsführern in Deutschland. Mit Interviews in unterschiedlichen Medien wollen Frauen wie sie gezielt das Modediktat "Business-Anzug" aufbrechen, denn: Stil ist Macht! Und darüber erreichen, dass Männer wie Frauen auch im Business ihren ureigenen Stil leben dürfen. Also: stellt Fragen, Kolleginnen!

Kommentare:

Amy hat gesagt…

Ich finde gerade den `schwarzen Hosenanzug` für Frauen klasse, käme mir darin nicht männlich vor. Frau Legard muß nun, um zu beweisen, daß sie Frau ist, das kleine Schwarze mit transparenten Ärmeln auflegen? Angela Merkel bewies mit ihrem tollen Abendkleid samt Ausschnitt, daß sie ganz Frau ist. Wäre es nicht angebrachter zu überlegen, warum Männer keine Kleider oder Röcke tragen? Wenn ich richtig informiert bin, ist die Rock-Mode für Männer sehr avantgardistisch.
Merkwürdig, daß immer Frauen im Focus ihres Aussehens, ihrer Schönheit, Weiblichkeit, die ja gesellschaftlich konstruiert wird, stehen und danach beurteilt werden. Das geht so weit, daß Frauen sich - siehe Femen - nackt (weiblich) präsentieren müssen, um sich bei berechtigten Demos Gehör zu verschaffen. Sind wir wieder dort angelangt, daß Frauen nur Anerkennung erhalten, wenn sie sich in die alte Frauenrolle reinzwängen lassen? Mode-Schönheit-Kosmetik-Industrie einschl. chirurgische Kosmetik macht den weiblichen Menschen zur Frau? Und das Alter/Älterwerden - immer noch ein Greuel für viele Frauen - da wir durch die Mode- und Werbe-Industrie zielsicher auf junges, dynamisches, cooles Aussehen eingeschworen werden, da erfolgversprechend.
Was die Stilkritik betrifft, wäre sie nicht endlich einmal an Männer und ihrem Erscheinungsbild zu richten?

Angelika Knop hat gesagt…

Wo - außer im Stern - gibt es denn schon solche Interviews? Und welche Stilikonen könnte/sollte man denn interviewen? Wer hat Vorschläge?

Angelika Knop hat gesagt…

Der Online-Stern hat sich übrigens schon länger ausführlich dem Thema "Mode-Kanzlerin" gewidmet.

Silke Schneider-Flaig hat gesagt…

Als Autorin rate ich bei Benimm-Themen immer wieder: "Wie man sich kleidet wirkt man". In meinem Buch "Der neue große Knigge" gehe ich z.B. im Kapitel "Frauen allein auf Reisen" u.a. auf Kleidung in islamischen Ländern ein. Und empfehle für viele Angelegenheiten den "dunklen Hosenanzug". Es gibt viele Möglichkeiten, die etwas aufzufrischen, z.B. farbiges Shirt oder Tuch, Gürtel, Schuhe et cetera.

Es gibt auch viele Studien aus denen hervorgeht, dass Kleidung und erster Eindruck (z.B. Vorstellungsgespräch, Firmenpräsentationen, Wahlkampf) eng zusammenhängen. Nicht nur beim Hauptmann v. Köpenick, auch bei Politikerinnen.