Mittwoch, 20. Juni 2012

50-facher Nachwuchs

In eigener Sache...

Am kommenden Wochenende findet die 2012er-Jahrestagung des Journalistinnenbundes statt. Für manche war die Eintrittskarte dorthin nur eine Antwort.

50 jungen Frauen sollte die Tagung ermöglicht werden, auch wenn sie sich die Gebühr von 100 Euro vielleicht nicht leisten konnten. Um sich auf eines der kostenlosen Nachwuchstickets zu bewerben, gab es nur eine Frage zu beantworten, und die war sehr allgemein gehalten: "Was wünschst du dir von einem Netzwerk wie dem Journalistinnenbund?"

Die Antworten, die bald per Mail eintrudelten, waren sehr individuell:
"Seit einer Reise in die Ukraine", schreibt eine junge Journalistin, "habe ich erst verstanden, wie wichtig Pressefreiheit ist. Ich wünsche mir den klugen Austausch über Presse und Feminismus. Ich wünsche mir Antworten auf Fragen im Berufsleben."

"Was mir wichtig ist, ist die Haltung, mit der etwa Forderungen nach einer Frauenquote vorgebracht werden: Oft hört es sich gekreischt an, nervös, verbissen, unsympathisch. Ich wünsche mir da mehr Gelassenheit, Entspanntheit, Selbstbewusstsein", war eine weitere Antwort. Da ist sie wieder, die als krampfhaft wahrgenommene Seite des Feminismus. Manchmal ist als Mann eben auch das leichter: eine Frauenquote zu fordern.

Einer, der genau das kürzlich getan hat, ist Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Zeit: Im März dieses Jahres schrieb er über die Aktion pro Quote und bekannte sich als Unterstützer. Konsequenterweise hat er nun zehn der Nachwuchstickets gespendet - aus eigener Tasche. Auch Datev eG sowie Discovery Communications zählen zu den großzügigsten Spendern. Insgesamt haben zwölf Personen, Firmen und Vereine dazu beigetraten, die 50 voll zu machen.

Und auch dies schrieb eine erfolgreiche Bewerberin: "Ich wünsche mir Kontakte zu Power-Frauen, die ihren Traum leben und mit ihrer journalistischen Arbeit einen wichtigen Teil zum gesellschaftlichen Diskurs beitragen." Ich möchte zwar nicht vorgreifen; schließlich werden wir am kommenden Wochenende an dieser Stelle live von der Jahrestagung bloggen. Doch aus meiner Erfahrung vom letzten Jahr kann ich getrost sagen: Die junge Journalistin wird nicht enttäuscht werden.


Weitere Zitate und Informationen zu dieser Aktion auf der JB-Homepage.
Interview mit einer Nachwuchsjournalistin.

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