Freitag, 15. Februar 2013

München tanzt


"Break the Chain" - München durchbricht die Kette der Gewalt bei One Billion Rising am Nachmittag des Valentinstages auf dem Stachus - und tanzt zum Song von Tena Clark. Leider habe ich nur meinen iPod dabei - und der Akku ist fast leer. Also keine Chance, die Choreographie, die mehrmals getanzt wird, auch mehrmals zu filmen und den perfekten Film zu schneiden. Aber darum geht es ja heute auch: Einfach dabeisein und Spaß haben. Klar, sind Hintergrund und Anlass ernst. Doch der fröhliche, kraftvolle Protest vereint endlich mal Frauen und Mädchen allen Alters.

Es gibt auch Reden, Grußworte, Darbietungen - doch Stimmung kommt immer dann auf, wenn die Musik ertönt und sich die Körper bewegen.

Anlässe für Reden über Frauenrechte gibt es überall und insbesondere in der bayerischen Landeshauptstadt viele: Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen ist am 25. November. Am 8. März feiern wir den Internationalen Frauentag. Am 21. März, dem Equal Pay Day, macht sich heuer wieder in München ein breites Bündnis an Frauenverbänden in der Landeshauptstadt für gerechte Bezahlung stark. Nächstes Jahr feiert der Stadtbund der Münchner Frauenverbände sein 100jähriges Bestehen.

Braucht es da noch "One Billion Rising"? Diese Frage kam auch im Forum des Journalistinnenbundes auf. Überfordern wir mit all diesen Gedenktagen nicht die Frauen, die Männer, die Medien? Ist da nicht der Überdruss, ein Umschlagen ins Gegenteil programmiert? Ja, die Gefahr besteht. Aber dennoch hat dieser Tag noch gefehlt. Er ist so etwas wie der CSD für die Frauen: Eine stolze Demonstration, dass unsere Körper uns gehören, gerade weil sie so wunderbar sind und man damit zum Beispiel tanzen kann. Und dafür müssen sie genauso wenig perfekt sein wie dieses Video.



Kommentare

  1. Toll, die Stimmung nochmal nachzuerleben. Es war sehr berührend aufm Stachus: zu wissen, dass Millionen Frauen in aller Welt mittanzen und sich erheben gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander :-)

    AntwortenLöschen

Wir freuen uns über Kommentare.
Sie sollten aber fair sein. Beleidigungen haben bei uns keinen Platz.
Da die Kommentare erst geprüft werden, kann es mit der Veröffentlichung einen Moment dauern.