Dienstag, 10. September 2013

Wahl-O-Mat und Wirklichkeit

Foto: Daniela Hartmann, alles-schlumpf

Der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für Politische Bildung ist ein nettes, interaktives Angebot zur politischen Meinungsbildung. Statt Parteiprogramme zu wälzen, kann man sich dort durch 38 Fragen klicken und dabei feststellen, mit welcher Partei man die meisten inhaltlichen Gemeinsamkeiten hat.

Bei mir sind das traditionell die Grünen. Aber auch die Linke kommt bei mir auf hohe Werte, obwohl ich bei denen kaum je mein Kreuzchen machen würde. Ganz besonders wenig Übereinstimmung habe ich jedoch mit der Partei, die ich wahrscheinlich wählen werde - der CDU/CSU. Das ist schon ein wenig paradox, aber ich bin vermutlich nicht die Einzige, der es so ergeht.

Natürlich wähle ich die Christdemokraten, wenn ich sie denn wähle, nicht wegen ihres ziemlich vorgestrigen Parteiprogramms, sondern wegen der Kanzlerin. Genauer: Weil Deutschland nur bei einem Wahlsieg der CDU wieder eine Kanzlerin bekommt. Das wäre keine besonders rationale Entscheidung, aber was ist in der Politik schon rational? Psychologen und Hirnforscher haben längst festgestellt, dass wir nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Bauch entscheiden, dass Personen für uns wichtiger sind als Programme, dass wir uns die Fakten hinbiegen, bis sie zu den Gefühlen passen - und dass unser Wahlverhalten wohl schon teilweise in den Genen liegt.

Ich muss wohl mit einem Feminismus-Gen auf die Welt gekommen sein. Und das sorgt dafür, dass ich Ausschau halte nach weiblichen Spitzenkandidaten. Meinetwegen müsste es ja nicht immer Angela Merkel sein, an der ich viel zu kritisieren habe und die bedauerlicherweise - zum Beispiel bei der Quote - nicht immer das macht, was ich von ihr erwarte. Ich würde durchaus auch eine andere Kanzlerin nehmen.

Aber bei der SPD bekomme ich leider nicht Hannelore Kraft, sondern Peer Steinbrück. Bei den Grünen bekomme ich ein Job-Sharing-KanzlerInnen-Duo aus Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin. Bei den Linken bekomme ich den ewigen Gysi. Und bei der FDP - einen Herrenwitz.

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