Donnerstag, 7. September 2017

Salon-Schnipsel: Mit “Zarah” geht Feminismus in Serie

von Luise Loges und Christine Olderdissen

Salon-Schnipsel, der: Kleine Empfehlung der Salonistas, in unregelmäßigen Abständen zu finden.
Zum Sehen, Hören, Freuen.


Claudia Eisinger als Zarah. Feminismus in Serie, jetzt auch im deutschen Fernsehen.  / Copyright: ZDF/Jules Esick

Fundsache: Die wilden Siebziger: Eine frauenbewegte Erfolgsautorin will eine Hamburger Wochenzeitschrift umkrempeln, die mit “sex sells” Auflage macht. Sie ist stellvertretende Chefredakteurin von Verlegers Gnaden und wird mit seinem Trendsetter-Töchterlein ein Techtel-Mechtel haben.


Fundort: "Zarah - Wilde Jahre", sechsteilige Serie im ZDF, Start: 7. September 2017, dann immer donnerstags, 21 Uhr. Einen Tag zuvor in der ZDF-Mediathek entdeckt, mit reichlich Bonusmaterial.

Fun-Faktor: Gewitzte Frauenrechtlerinnen treffen auf verknöcherte Herrenrunde von Blattmachern. Die Protagonistin Zarah Wolf soll irgendwie eine Mischung sein aus prominenten Journalistinnen, die sich Anfang der 1970er in männlich dominierten Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen behauptet haben. Während wir dem quietschbunten Treiben der ersten Folge zugeschaut haben, genannt "Titel und Titten", kam uns das alles verdächtig bekannt vor. Die Geschichte erinnert uns an den Werdegang von Alice Schwarzer beim Stern, es soll aber auch eine Prise Ingrid Kolb dabei sein lesen wir später. Und dann fährt noch Gudrun Ensslin, aka Jutta, im Taxi auf und davon. Wie bunte Zuckerstreusel ist die politische Geschichte dieser Zeit über die Handlung gestreut und mit Originalfilmschnipseln garniert. Die Ausstattung – Popel-Opel, Miniröcke und Wählscheibentelefon – ist originalgetreu, die Sprache weniger. “Feminismus”, “Sexismus” – das sind Wörter von heute. Damit illustriert die  "Journalisten-Serie" (O-ton ZDF) auf unterhaltsame Weise, wie sich die Generation junger Fernsehmacher*innen den politischen Aufbruch ihrer Mütter vorstellt.

Fazit: Neugierig auf die nächsten Folgen lehnen wir uns entspannt in die Sofakissen und sehen über die in jeder Weise freizügige Auslegung der Geschichte fröhlich hinweg.

Lust auf mehr? Unsere Zusammenstellung im Watch-Salon: TV-Serien für die Feministin
Und so war's beim Spiegel: Tina Stadlmayers meistgeklickter Blogpost.

Kommentare

  1. Danke fürs dran Erinnern! Die erste Folge find ich schon großartig, macht richtig Bock auf mehr.

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