Mittwoch, 16. September 2020

Virtuell im Gespräch: jb-Online-Meeting jeden 1. Sonntag

von Gastautorin Hilde Weeg 

Schnappschuss vom jb-Online-Meeting. Manche schalten sich auch nur per Telefon dazu.

Etwas Gutes hat die Corona-Pandemie: Seit dem 3. Mai sind auch weit entfernt lebende jb-Kolleginnen nur noch einen Mouseclick entfernt. An jedem 1. Sonntag eines Monats von 17 bis 18 Uhr öffnet sich ein Online-Meetingraum, zum offenen Austausch darüber, was uns umtreibt oder antreibt, im jb oder im Job. Es ist ein offener Treff für alle Neuen und eine willkommene Möglichkeit, bekannte jb-Gesichter wieder zu sehen. Ohne lange Wege, einfach vom Sofa aus, egal ob das in Berlin steht oder in Beirut.

Was zunächst als „Corona-Austausch“ gedacht war, um uns gegenseitig über Arbeitsmöglichkeiten auszutauschen, hat sich zum echten Netzwerk-Hotspot entwickelt. Wer möchte, kann zu Beginn eines Treffs die eigene Arbeit zum Thema machen. Heidrun Wulff-Frick ließ uns z.B. teilhaben an den Herausforderungen der ersten Corona-Phase, die im Kommunikationsteam der Uniklinik Freiburg zu bewältigen waren. Intern und extern die zentralen Informationen beschaffen und aktualisieren, adressatengerecht formulieren, kommunizieren – ob mit Verwaltung, Pflege, Ärzteschaft, Patient*innen oder Angehörigen: Ein Wahnsinn! Und das alles auch noch weitgehend aus dem Homeoffice. Ein sehr spannender Blick hinter die Kulissen von einer der größten Unikliniken in Deutschland, mit 12.000 Mitarbeitenden, 73.000 stationären Patient*innen und rund 820.000 Besucher*innen pro Jahr.  


Austausch über Arbeit und Engagement

Oder Julia Neumann. Sie hat im Juni das jb-Mentoring-Programm abgeschlossen und war mehrfach online dabei, um von ihrem Alltag als Korrespondentin in Beirut  zu erzählen – vor der großen Explosion. Glücklicherweise liegt ihre Wohnung weit genug vom Hafen entfernt, sodass sie nicht direkt von dem Ereignis betroffen war. Die Vernetzung im jb haben ihr in der akuten Katastrophenphase die Wege in einige Redaktionen verkürzt. Beeindruckend hat sie von den Ereignissen berichtet, im BR-MedienMagazin einen kritischen Blick auf die mediale Darstellung geworfen: "Konstruktiv oder Katastrophenporno?" und im Podcast von Pauline Tillmann als Korrespondentin über "Der Libanon und die Zerstörung" erzählt. Wir sind schon jetzt gespannt darauf, von Julia zu hören, wie es ihr in diesen Wochen ergangen ist. 

Aktuell und spannend war auch der Treff mit Genderleicht-Projektleiterin Christine Olderdissen am 6. September, mit aktuellem Bezug: im jb-forum wie auch im Treff wurden der Tagesspiegel-Beitrag von Nele Pollatschek („Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer“, Tsp, 30.8.20), sowie die medialen Reaktionen darauf diskutiert. Die Positionen der acht Teilnehmerinnen waren breit gestreut – von Ärger bis Gelassenheit im Angesicht der Provokationen. 

Nebenbei wurde ausgetauscht, wer von uns eigentlich gerade wie gendert - großes I, Sternchen oder Unterstrich? Und wie selbstverständlich ist das Gendern in den Redaktionen mittlerweile geworden? Einig waren sich alle darin, dass wir uns auf dem Erreichten nicht ausruhen können – vieles wird immer wieder neu infrage gestellt. Vor allem aber sind sich alle einig darin, dass Genderleicht.de ein echtes Erfolgsmodell ist und genau das einlöst, was es verspricht: Zu zeigen, wie einfach und elegant sich gendern lässt. Danke, Christine!


Offen für alle im Journalistinnenbund, Externe willkommen

Der jb-Onlinetreff entwickelt sich damit zu einem wichtigen direkten jb-Netzwerk-Angebot, offen für alle jb-Kolleginnen. Ergänzend dazu ist es möglich, auch in Eigenregie Online-Workshops anzubieten – oder sich im Rahmen einer jb-Werkstatt zu „work in progress“ oder eigenen Anliegen auszutauschen.

So hatte Anke Ernst, Schreibmentorin und Autorin, am 11. September Einblicke über den Start ihres Online-Business „In deinen Worten“ gegeben, Medientrainerin Barbara Weidmann hat die Teilnehmerinnen „Fit für Online-Meetings“ gemacht oder Sigrun Rottmann, Dozentin am Institut für Journalistik der TU Dortmund, ihr Fachgebiet „Konfliktsensibler Journalismus“ vorgestellt. An diesen Angeboten können auch Externe teilnehmen. Termine veröffentlichen wir auf der jb-Website oder auch im jb-Newsletter.
 

Weitere Themenangebote für Online-Workshops und die jb-Werkstatt willkommen! 

Nächstes jb-Online-Meeting: Sonntag, 4.10.2020, 17 – 18 Uhr

Und dann immer wieder am 1. Sonntag des Monats. Bei Interesse und Ideen gern bei mir melden: hw@weeg-kommunikation.de. Bisher haben die Meetings per Zoom stattgefunden, mittelfristig soll sich das ändern, sobald wir eine vergleichbar gute Alternative in der EU finden.



Unsere Gastautorin

Portrait Hilde Weeg

Hilde Weeg / Foto: privat


Hilde Weeg arbeitet als freie Journalistin, Moderatorin und Kommunikationsberaterin in Hannover.

Im jb ist sie seit fast 20 Jahren aktiv. Seit 2016 koordiniert sie mit einem Team das jb-Mentoring, und seit Sommer 2019 ist sie stellvertretende Vorsitzende im jb-Vorstand.





Kommentare

  1. Liebe Hilde,
    danke für Deinen Einsatz! Es ist großartig zu merken, wie der jb trotz/dank Corona zusammenwächst und neue Kontakte entstehen lässt.
    Liebe Grüße
    Anke

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