Sonntag, 6. November 2011

Die "No-Go-Frage"

Müllheim, ein kleiner Ort zwischen Freiburg und Basel im Markgräflerland, bekommt eine neue Bürgermeisterin. Der lokalen Presse gibt sie - natürlich - ein Interview nach ihrem Wahlsieg. Aber was wird sie gegen Ende doch tatsächlich von der Redakteurin der Badischen Zeitung  gefragt: "Und wie wollen Sie Beruf und Familie vereinbaren?" Ahhhhrrrrgggg.... Diese Frage gehört langsam echt verboten. Bei mir steht sie solange auf der No-Go-Liste, bis alle Männer in neuem Amt und Würden genau das auch gefragt werden!

8 Kommentare

  1. Von Ursula von der Leyen heißt es, sie beantworte solche Fragen grundsätzlich nicht mehr. Es sei eine Zumutung, gestandene 50jährige Frauen damit zu belästigen.

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  2. im mündlichen Vorstellungsgespräch ist das eine ganz typische Frage... aber im Interview - NO GO - Genau!

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  3. Wie mir das aus der Seele spricht... Wurde ich doch auch erst nach längeren Bedenken und schriftlicher Vorbefragung eingeladen, mich dann doch persönlich vorstellen zu dürfen – aus genau diesem Grund.
    Selbst, wenn die Fragestellerin es eigentlich positiv gemeint hat - jedes Kontern wird ebenfalls kritisch betrachtet...
    Es ist also schwer, die richtige Antwort auf ein solche Frage zu geben.

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  4. Im Vorstellungsgespräch mag die Frage ja typisch sein. Gerechtfertigt ist sie erst, wenn sie sowohl Vätern als auch Müttern gestellt wird. Und selbst dann sollte die Gegenfrage kommen, wie denn der Betrieb es mit der Familienfreundlichkeit hält, um seine qualifizierten Arbeitskräfte auch zu halten.

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  5. Ds Original-Zitat von Frau von der Leyen; "Es geht nicht, dass man einen erwachsenen Menschen um die Fünfzig fragt, ob er seinen Alltag organisieren kann." Und auch das gibt es übrigens im Buch "T-U-N", siehe den nächsten Blogeintrag.

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  6. Ich bin auch immer wieder mit dieser Frage konfrontiert, aber ebenso mein Mann. Wir haben beide kein Problem damit und ehrlich gesagt finde ich es keinen Aufreger mehr wert. Es gibt wirklich viele Menschen, die sich ein Leben wie wir es führen, nicht vorstellen können. Klar ist das erstmal deren Problem. Trotzdem erlebe ich es auch als ehrliches Interesse im Sinne von "Wie schafft ihr das!?!"

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  7. Solange es Menschen gibt, die sich gar nicht vorstellen können, dass man Kinder haben und professionell arbeiten kann, wird es auch diese Frage weiterhin geben. In Frankreich würde das keiner mehr fragen. Ich bekomme übrigens auch oft die Frage gestellt: "Und wie schaffen Sie das?". Dann frage ich zurück: "Wie schaffen Sie Ihre Arbeit?"

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  8. Wobei ich finde, dass die Nachfrage "Wie schaffen Sie das bloß?" eher Interesse und im besten Fall Respekt signalisiert. Die nach der grundsätzlichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf dagegen in meinen Augen signalisiert: Das geht doch auf Kosten der armen Kinder, wenn die Mutter nicht da ist. Warum bloß müssen sich Frauen immer erklären?

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