Samstag, 23. Juni 2012

Barbara Stamm: "Ich bin für die Quote"

Landtagspräsidentin Barbara Stamm (links) mit bayerischen Politikerinnen und
Vertreterinnen des Journalistinnenbundes Foto: Wulf-Frick
Sie war nicht immer dieser Meinung, aber "heute bin ich eine Politikerin, die sich für die Quote ausspricht". Dieses klare Bekenntnis von Barbara Stamm, CSU-Mitglied und Präsidentin des Bayerischen Landtags, löst langanhaltenen Beifall der vielen Journalistinnen aus, die von ihr zum Auftakt der diesjährigen Jahrestagung des Journalistinnenbundes (JB) am Freitagabend in München begrüßt werden. Vor 25 Jahren gründete sich der JB als Netzwerk für Frauen in den Medien. Auch wenn Karl-Heinz Köpcke, der "Mister Tagesschau", noch 1975 unkte, dass "emotionale Wesen" (also Frauen) als Nachrichtensprecherinnen undenkbar seien, weil sie beim Anblick eines Kriegsfotos zwangsläufig in Tränen ausbrechen müssten, sind sie doch dort und anderswo längst angekommen. Doch wie sieht es mit den Führungspositionen aus?, legte Barbara Stamm den Finger in die Wunde.

Auch in dieser Frage will der Journalistinnenbund weiter Impulse geben. Für die Jahrestagung "Macht.Weiter.Denken", die noch bis Sonntag geht, haben sich 200 Frauen angemeldet. So viele wie noch nie, wie die Münchener Regionalgruppensprecherinnen Angelika Knop und Gunda Achterhold berichten. Eine logistische Höchstleistung - und ein großer Dank für die tolle Organisation geht an die Münchener Kolleginnen. Und sie haben es zudem geschafft, 50 Nachwuchsjournalistinnen an die Isar zu bringen. Ihre Projekte, Ideen, Träume und Visionen sind gefragt, sollen Anlass für viele gute Gespräche werden.

Beim Empfang waren auch bereits die ersten Kolleginnen aus dem arabischen Sprachraum dabei. Mit ihnen ist eine Kooperation unter dem Namen "Brave" geplant, so JB-Vorsitzende Andrea Ernst (WDR). Brave steht dabei für tapfer, mutig, unerschrocken, aber das Wort beinhaltet auch das "V" für den afrikanischen Kontinent und den "Bra". Also jenen blue bra (Büstenhalter), der zu sehen war und als Bild um die Welt ging, als der jungen Frau bei den Aufständen auf dem Tahrir-Platz der Tschador vom Leib gerissen wurde.

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