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Mittwoch, 30. Oktober 2019

Ausgezeichnet! Courage-Preis für die Fotokünstlerin Patricia Morosan

Fünf Fragen von Eva Hehemann


Preisgekrönt: Patricia Morosan erhielt zusammen mit Christine Holch für diesen Bericht in der chrismon
den Couragepreis des Journalistinnenbundes 2019


Eine der erfreulichsten Aufgaben einer Jury ist es, nach getaner Arbeit den auserkorenen Gewinnerinnen von ihrem Preis zu berichten. 2019 fiel es mir zu, Patricia Morosan telefonisch mitzuteilen, dass sie für ihre Fotografien zu einem chrismon-Artikel zusammen mit der Autorin Christine Holch den Courage-Preis erhalten sollte. Die Freude war groß, auch bei mir, denn als Fotografin finde ich es natürlich immer ermutigend, wenn Kolleginnen ausgezeichnet werden. Wir leben in einer Welt der Bilder, hunderte Fotografien überfluten uns alltäglich, die meisten hinterlassen keinen bleibenden Eindruck. Aber Patricia Morosans Arbeiten sind von besonderer Qualität. Wie eindrücklich sie die Protagonistinnen des Artikels portraitiert hatte – man sollte die beiden als Kinder schwer sexuell missbrauchten Frauen nicht erkennen können –, hatte unsere Jury sehr berührt.

Mittwoch, 11. September 2019

Lale Akgün und der aufgeklärte Islam

von Eva Hehemann

Lale Akgün (2. von re.) bei der Feier eines deutsch-türkischen Frauenvereins in Köln, 8. März 2009
Foto: Eva Hehemann

Vor genau zehn Jahren hatte ich die Gelegenheit, für mein Buch über Frauen-Netzwerke an einer Feier des deutsch-türkischen Frauenvereins des türkischen Generalkonsulats in Köln-Hürth teilzunehmen. Anlass war der Internationale Frauentag. Im Kontrast zu den eher trockenen politischen Veranstaltungen in deutschen Rathäusern erlebte ich ein rauschendes Fest. Alle Frauen hatten sich schick angezogen, aßen, sangen, tanzten und feierten ihre Weiblichkeit, selbstbewusst und stolz. Ich war sehr beeindruckt! Dass ich dabei sein konnte, verdankte ich Lale Akgün.

Montag, 4. Juni 2018

Jenni Roth – Gewinnerin des Courage-Preis 2018

von Eva Hehemann

Jenni Roth / Foto: Anja Martin


Monatelang hatten wir Nominierungen gesammelt, jede von uns hatte ihre Favoritinnen ausgemacht, endlich war es dann so weit: die fünfköpfige Jury kam am runden Tisch zusammen. Unter den vielen hervorragenden Kandidatinnen wollten wir den einen Beitrag küren, die eine Kollegin, die den Courage-Preis des Journalistinnenbund für aktuelle Berichterstattung dieses Jahr erhalten sollte. Nach intensiven Diskussionen einigten wir uns am Ende dieses Tages mit Überzeugung auf Jenni Roth und Ihre ZEITmagazin-Reportage „Mord an Carolin G. – Eine Stadt sucht einen Mörder“. Der Text ist spannend wie ein Krimi und hallt lange nach, ist dabei zurückhaltend und sachlich – einfach großartig! Jenni Roth hat viele solcher Texte geschrieben, stets basierend auf gründlicher Recherche, nah an den ProtagonistInnen, aber ohne die kritische Distanz aufzugeben.