Dienstag, 24. März 2015

Zur Erinnerung an die deutsche Fotografin Anja Niedringhaus - Preisauszeichnung für Heidi Levine

Heidi Levine umarmt ihren palästinensischen Fahrer Ashraf Al Masri nach der Zerstörung seines Hauses in Gaza. Foto: Lefteris Pitarakis/AP

Vor einem knappen Jahr verlor die Fotografin und Pulitzer-Preisträgerin Anja Niedringhaus bei einer Schießerei in Afghanistan ihr Leben. Um ihre herausragende Arbeit zu würdigen, schuf "The International Women's Media Foundation" (IWMF) in Washington den Anja-Niedringhaus-Preis für Fotojournalistinnen. Erste Preisträgerin ist die in Jerusalem lebende Amerikanerin Heidi Levine, die wie Niedringhaus immer wieder ihr Leben riskiert, um Konflikte und Kriege zu dokumentieren.

Dienstag, 17. März 2015

Gerechte Bezahlung: Bargeld statt Bartgeld! Kleb dir einen!

           

Am Freitag den 20. März begeht Deutschland zum achten Mal den Equal Pay Day. Mittlerweile hat der Aktionstag eine Homepage, ein Budget vom Bundesfrauenministerium, eine Geschäftsstelle und viel Aufmerksamkeit. An den Fakten aber hat sich fast nichts geändert: Frauen bekommen bei gleicher Arbeitszeit durchschnittlich knapp 22 Prozent weniger Lohn oder Gehalt als Männer. Bis zum Equal Pay Day arbeiten sie also quasi kostenlos.

Aber halt, nein, so dürfe man das ja gar nicht sehen, argumentieren – leider – auch KollegInnen in den Medien. Wenn Frauen wie Männer verdienen wollen, dann müssen sie sich nur an herrschende Normen anpassen: Also Autos bauen statt Kinder erziehen und Alte pflegen, Karriere statt Familienpausen machen und bitteschön doch einfach mehr Geld verlangen und nicht so zaghaft verhandeln. Kurz und gut, wir sollen also irgendwie männlicher werden - oder zumindest das, was in der Arbeitswelt als männlich gilt. Also, wenn das so einfach ist – dann kürzen wir den Prozess doch gleich ab: mit unserer Aktion #Bartgeld zum #EqualPayDay.

Sonntag, 8. März 2015

8. März - auf einen Drink im Watch-Salon


Herzlich willkommen in unserem Salon. Machen Sie es sich in einem unserer Clubsessel bequem, die Barkeeperin bringt Ihnen gleich Ihren Lieblingsdrink. Und dann schauen Sie sich um: Zum heutigen 8. März, dem Internationalen Frauentag, haben wir einige unserer Social-Media-Bekannten zu uns eingeladen. Wir haben ihnen verschiedene Fragen gestellt: zur heutigen Situation der Frauen, zum Feminismus, zur Rolle der Journalisten und Journalistinnen. Ihre Antworten finden Sie hier. Sie sind herzlich eingeladen, die Unterhaltung bei Twitter fortzusetzen unter dem Hashtag #8MärzSalon oder direkt per Kommentar hier im Watch-Salon.

Montag, 23. Februar 2015

Her mit den Karikaturistinnen!

Karikatur aus "Weibsbilder": Barbara Henniger




Der Anschlag auf Charlie Hebdo bescherte der Gattung der Karikaturen ein Revival aus traurigem Anlass. Denn politische Zeichnungen erscheinen außer in speziellen Heften wie Charlie eigentlich nur noch in größeren Tageszeitungen. Zeitschriften setzen eher auf etwas leichtfüßigere Cartoons, im Netz und auf dem Büchertisch dominieren Comics bzw. Graphic Novels. Jetzt aber kennt die ganze Welt den frechen, französischen Strich, der Charlie auszeichnet. Und auf die erste Schockstarre nach den grausamen Morden folgte ein kleines Raunen. In vielen Gesprächen wurde die politische und künstlerische Freiheit, Tabus radikal zu brechen, klar betont. Aber müssen uns deswegen diese groben Figuren gefallen, fragen sich so manche? Welche Bildideen wären wohl einer Karikaturistin zum Thema  Islamismus eingefallen? Und überhaupt, wo sind auch hier wieder die Frauen?

Freitag, 6. Februar 2015

Churchills Decoderinnen brechen ihr Schweigen

The Bletchley Girls von Tessa Dunlop Foto: Stadlmayer


Im Oscar-nominierten Film "The Imitation Game" spielt Keira Knightley das Mathe-Genie Joan Clark. Als einzige Frau im Team von Alan Turing hilft sie die Enigma-Codes der deutschen Wehrmacht zu entschlüsseln. Soweit der Film. In Wirklichkeit arbeiteten neben Clark sehr viele Frauen daran, die Nachrichten des deutschen Militärs zu decodierten. Zwei Drittel der 12.000 Leute, die auf dem Bletchley-Park-Gelände Nachrichten abhörten und Codes entzifferten, waren Frauen.

Mittwoch, 4. Februar 2015

Die Frau fürs Soziale. Allein unter Männern im Spiegel-Büro

Spiegel-Titelbild vom 13.6.1988 Foto: Stadlmayer


Die Jungs haben wieder mal das Rennen gemacht. Mit Klaus Brinkbäumer und Florian Harms als neuen Chefredakteuren ist die Führungsspitze des Spiegel immer noch frauenfrei - obwohl es mit Online-Vize-Chefin Barbara Hans eine qualifizierte Kandidatin  gegeben hätte. Diese Entscheidung ist frustrierend, aber nicht erstaunlich. Das Heft ist eben immer noch ein Männer-Magazin, obwohl dort inzwischen viele sehr gute Journalistinnen arbeiten. Es ist wirklich ärgerlich, dass sich seit 1987, als ich von der TAZ zum Spiegel kam, so wenig geändert hat. Auch damals gab es tolle Schreiberinnen wie Marie-Luise Scherer oder Ariane Barth, aber die Führungspositionen waren ausschließlich mit Männern besetzt. Im Bonner Büro arbeitete immer nur eine Redakteurin -  eine musste sich ja um die Themen Frauen, Familie, Soziales und Minderheiten kümmern. 

Montag, 26. Januar 2015

Mehr EU-Berichte in den Medien - fordert Linn Selle als jüngste "Frau Europas"

Linn Selle Foto: EBD.de

Am Anfang war der Flashmob. Fünfzig Mitglieder der Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) demonstrierten im letzten April in Berlin für die Vorstellung aller EU-Spitzenkandidaten im ersten Fernsehprogramm: "ARD, aber schnell, zeigt uns das TV-Duell!" Dafür wird die Initiatorin der Aktion, Linn Selle, von der Europäischen Bewegung Deutschland (EBD) in die illustre Gruppe der "Frauen Europas" aufgenommen.