Freitag, 24. Mai 2013

Schuhe und Malariagefahr

Foto: Silke Schneider-Flaig
Mittlerweile werden Schuhe zunehmend zweckentfremdet. Insbesondere arabische Männernutzen sie verstärkt als Wurfgeschoss zwecks nonverbaler Missachtung. Neuerdings beschäftigen sich aber auch Malaria-Forscher mit diesem Thema. In einem Selbstversuch kam eine Niederländerin zu dem Ergebnis, dass Käsefußgeruch das zentrale Nervensystem der Mücken manipuliert und gezielt auf den Weg zur Beute (Blut) fuhrt.

Sonntag, 12. Mai 2013

Die Kapitäne auf ihren sinkenden Schiffen

By YPS (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Am kommenden Donnerstag und Freitag trifft sich in Hamburg das Forum Lokaljournalismus, veranstaltet von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Hamburger Abendblatt. Referenten: 19 Männer und eine Frau. Das sind fünf Prozent statt 50, errechnete Watch-Salon-Mitbloggerin Magdalena Köster korrekt auf dem Doku-Blog 50 Prozent, das von der Netzaktivistin Anne Roth zusammen mit freiwilligen MitstreiterInnen betrieben wird.

Ich frage mich allerdings, ob ich mich darüber noch aufregen soll. Der Lokaljournalismus, die Zeitungsbranche insgesamt, ist derartig im Keller, dass sie sich - in Wien zumindest - schon von Frauen die Leviten lesen lässt.

Montag, 6. Mai 2013

Managerin oder Krankenschwester: Wider die versteinerten Bilder zum Muttertag

"Die glückliche Mutter" - wie einfach die Welt doch sein könnte.  Alfred Stevens (1823–1906)
„Aufstehen, Kinder fertig machen, Pausenbrote schmieren, zur Schule bringen.“
Der nahende Muttertag ist eine wunderbare Gelegenheit, mit ausgelutschten Phrasen alte Klischees zu zementieren. Das versteinerte Bild der Ur-Mutter in die Vitrine zu heben. Den Blick ja nicht auf mehr als die Oberfläche zu richten, unter der die wahren Themen schlummern könnten: die Vorbildansprüche, der Balanceakt, die Absprachen mit dem Vater (oder der anderen Mutter), die minutiös austarierten Pläne und Kompromisse, die im letzten Moment über den Haufen geworfen werden müssen.

Nicht nur, weil die Pressemitteilung, aus der diese Sätze stammen, einer Dauerwerbesendung gleicht, schlägt sie mir aufs Gemüt wie Propofol:

Mittwoch, 24. April 2013

Das Bloggen lohnt sich - gegen Reputation und Kohle

Sträuße-Werfen beim Münchner JB-Abend im Presseclub: von links Claudia Minke,
Karin Hertzer, Veronika Dräxler, Karsten Lohmeyer. Foto: Iris Koller, www.iriskoller.de

Volles Haus beim Treffen der Münchner Gruppe des Journalistinnenbundes im Presseclub zum Thema "Warum lohnt sich das Bloggen?" Geht es vor allem um Reputation oder auch um Geld? Moderatorin Karin Hertzer stellte gleich mal fest, "natürlich geht es um beides".

Veronika Dräxler hat nach einigen inzwischen gelöschten Vorübungen ihr Blog Selbstdarstellungssucht gegründet und arbeitet eng mit Natalie Mayroth zusammen. Der Name des Blogs ist Programm, bekundet Dräxler ganz offen.  "Man soll das Kind beim Namen nennen. Ich habe einen großen Mitteilungsdrang und brauche dafür eigentlich fünf Kanäle". Interviews und Porträts liegen ihr besonders. "Wir stellen ungewöhnliche Leute vor und möchten gern Trends setzen. Wenn eine große Zeitung sagt, der Typ ist uns zu strange, dann ist das unser Thema." Das Geldverdienen läuft bisher eher über die vielen Kontakte (1600 Likes) und damit verbundene Aufträge. Werbung findet die Ästhetin Dräxler bisher eher scheußlich.

Sonntag, 21. April 2013

"Was bringt Sie zum Weinen?" Steile Fragen von "Brigitte" an Sabine Leutheuser-Schnarrenberger

Brigitte Live: Gast Sabine Leutheuser-Schnarrenberger im Münchner Künstlerhaus  
Foto: Watch-Salon


Politikerinnen bei "Brigitte". "Live. Persönlich, Kritisch hinterfragt." Das hat die Zeitschrift ihren Leserinnen im Wahljahr 2013 versprochen und stellt beim Gespräch mit Sabine Leutheuser-Schnarrenberger in München entsprechend knallharte Fragen. "Wer passt auf den Hund auf, wenn Sie in Berlin sind?" "Was bringt Sie zum Weinen?" Sehr brigittig auch die Idee, SLS zwischen zwei Begriffen wählen zu lassen: "Laus oder Löwe?", "Wurst oder Gemüse?", "Liebe oder Ehe?". Einzig cooler Vorschlag: "Horst oder Philipp?"

Donnerstag, 18. April 2013

Und sie werden uns doch nicht aufhalten können

Sechziger Jahre Demo in den USA - Wir widmen das Foto mit all der darin sichtbaren
Kraft und Lebenslust den Abgeordneten, die heute gegen die Frauenquote gestimmt haben.

Montag, 15. April 2013

Die Quote: Nur Mut, Angela Merkel!

Angela Merkel   Foto: CDU/Laurence Chaperon
In Ursula von der Leyens Haut möchte man jetzt nicht stecken. Wie die Süddeutsche treffend analysiert, geht es für sie gerade um alles: Stimmt sie am Donnerstag gegen die Fraktionsdisziplin und für die Quote, ist es möglicherweise aus mit ihrer vielversprechenden Karriere. Stimmt sie gegen ihre Überzeugung gegen die Quote, "braucht sie sich bei den Frauen nicht mehr blicken lassen", so Robert Roßmann.

Leichter haben es da die weniger bekannten Figuren, "Hinterbänkler", wie man sie oft schimpft. Josef Göppel von der CSU zum Beispiel. "Lieber lasse ich mich von der Fraktionsführung schelten als von meiner Frau", sagte er gegenüber dem Spiegel. Oder Sibylle Laurischk von der FDP. Sie will am Donnerstag ebenfalls für die Quote stimmen. "Mein Abstimmungsverhalten mag nicht ganz im Sinne der Koalition sein, aber ich bin es mir selbst schuldig."

Es wäre nun an der Zeit, dass Angela Merkel ein Machtwort spricht.