So eindeutig und unerschrocken hat sich bisher keiner zu Guttenberg geäußert. Sie sind ja richtig mutig, Herr Professor Dr. Oliver Lepsius (Nachfolger von Karl-Theodor zu Guttenbergs Doktorvater Peter Häberle an der Uni Bayreuth). Während es von dem 76jährigen Häberle heißt, er sei am Boden zerstört und spreche nur noch mit seinen engsten Freunden, bescheinigt Lepsius im Interview mit dem Bayerischen Fernsehen dem Verteidigungsminister "ein Ausmaß an Dreistigkeit, das wir noch nicht erlebt haben."
"Wir sind einem Betrüger aufgesessen", sagt er und guckt dabei ganz unauffällig. "Für mich steht außer Frage, dass Guttenberg ein Betrüger ist." Die Arbeit "ist eine Collage von Plagiaten, das ist von Anfang an als Collage geplant ... ein bewusster Vorsatz des Plagiierens ... Als Wissenschaftler wäre der Mann erledigt." Wenn ein Student mit einer solchen Arbeit zu ihm käme, den würde er auslachen, meint Lepsius. Und überhaupt: "Mich würde die Ansicht eines Psychologen interessieren, was er zu einem solchen Fall von Wirklichkeitsverkennung sagt." Was weiß man noch über den famosen Professor Lepsius? Auf der Bewertungsseite www.mein.prof.de schneidet er bisher noch recht durchschnittlich ab, bekommt von seinen Studenten insgesamt 3.66 von möglichen fünf Punkten, die beste Bewertung sind 4 Punkte beim Thema Fairness.
Aber 2008, da hat er sich schon mal aus dem Fenster gehängt, als er für die Humanistische Union das Thema "Online-Durchsuchung" kritisch beleuchtete.




