Nachdem der Watch-Salon nicht nur einmal, sondern schon zweimal auf den Frauenmangel in Wikipedia hingewiesen hat, hat nun auch Emma das Thema entdeckt: Ein Artikel im aktuellen Winter-Heft ruft unter dem Titel "Nichts wie rein in die Welt des Wissens!" zur weiblichen Beteiligung auf, eine Anleitung in der Online-Ausgabe von Emma sagt, wie´s geht.
Sonntag, 28. Februar 2010
Donnerstag, 25. Februar 2010
Maria Lassnig im Münchner Lenbachhaus
von
Magdalena Köster
"Die Kunst, die macht mich immer jünger, sie macht den Geist erst hungrig und dann satt."
Maria Lassnig und ihr Selbstporträt "Landmädchen", Lenbachhaus München.
Die Bilder faszinieren in ihrer Wuchtigkeit. "Das Landmädchen" auf dem Moped, eines der vielen Eigenporträts der Malerin Maria Lassnig, die "Mehlspeisen-Madonna" und die "Schlafenden" - Arbeiten aus den letzten Jahren der 90jährigen Wienerin - die vom 27. Februar bis 30. Mai 2010 im Kunstbau des Münchner Lenbachhauses zu sehen sind. Nett, wie sicher sich der junge Kurator Matthias Mühling ist: "Maria Lassnig mag ja nicht, wenn man sie eine Feministin nennt. Aber sie ist eine!".
Käßmanns tiefer Fall in Gottes Hand
Bischöfin Margot Käßmann Foto: ekd
Während sich in Freiburg die Deutsche Bischofskonferenz mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche auseinandersetzte, braute sich im fernen Hannover unversehens eine dunkle Wolke über der evangelischen Kirche zusammen. Bischöfin Margot Käßmann, zudem Ratspräsidentin und damit Vertreterin von 25 Millionen ProtestantInnen in Deutschland, hat gestern nachmittag in einer Erklärung bekanntgegeben, wegen ihrer Alkoholfahrt mit 1.54 Promille - zu allem Überfluss auch noch in der Fastenzeit - von allen ihren bischöflichen Ämtern zurückzutreten. Das ist ein schwerer Schlag für die evangelischen Christinnen und Christen, vor allem weil die Mehrheit bis zuletzt hinter der erst im September 2009 zur Ratspräsidentin gewählten Bischöfin stand. Ihre Entscheidung wird respektiert, aber für wirklich nötig wird sie von den meisten nicht gehalten. Nach evangelischem Amtsverständnis ist auch eine Bischöfin ein fehlbarer Mensch.
Dienstag, 23. Februar 2010
Richterin mit Verstand
von
Magdalena Köster
Foto:SPD-Fraktion Brechen
„Am Ende brauchte es nur eine mit gesundem Menschenverstand ausgestattete Frankfurter Arbeitsrichterin, um die elitären Lufthanseaten mit dem Hinweis auf die territorialen Grenzen des deutschen Tarifrechts auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen“, schreibt Spiegel online heute. Hallo, Leute, Ihr dürft ruhig ihren Namen dazu schreiben:
Dr. Silke Kohlschitter heißt die Richterin am Arbeitsgericht Frankfurt, die die allzu selbstbewussten Lufthansa-Piloten bei einer Tasse Kaffee dazu brachte, ihren völlig überzogenen Streik erst mal auszusetzen und sich mit den ebenfalls ungeschickt agierenden Lufthansa-Chefs noch mal in Ruhe zusammen zu setzen.
Vielleicht arbeitet Kohlschitter so klar und bodenständig, weil sie nebenbei noch im Gemeiderat der kleinen Gemeinde Brechen sitzt.
Dienstag, 16. Februar 2010
Lernen Topmanager ungerne?
In den VDI-Nachrichten vom 12.2. wird eine Studie der IESE Business School (Sitz in Nordspanien) beschrieben, wonach Topmanager bei einem Anruf wie selbstverständlich davon ausgingen, dass sie einen Vortrag halten sollen. Sie kämen gar nicht auf die Idee, als Teilnehmer an einem Seminar teilzunehmen. Interessant wäre, wie hoch der Frauenanteil der Befragten lag. Die Studie sei noch nicht repräsentativ.
Sonntag, 14. Februar 2010
Hedwig Dohm - Der Film
von
Isabel Rohner
Vom 11. März bis 22. April 2010 zeigt die FernUniversität in Hagen die erste Ausstellung zu Leben und Werk der Schriftstellerin, Publizistin und feministischen Theoretikerin Hedwig Dohm. Die FernUniversität hat dazu nicht nur eine eigene Homepage konzipiert - sondern auch gleich einen Kurzfilm gedreht, den es ab sofort online zu sehen gibt: Mit Alice Schwarzer, Marlies Hesse, Nikola Müller, Isabel Rohner und Gerd Buurmann:
http://www.fernuni-hagen.de/ausstellung/hedwig_dohm/
http://www.fernuni-hagen.de/ausstellung/hedwig_dohm/
Equal Pay Day: mehr Protest gegen weniger Geld
von
Angelika Knop
Eine der größten Aktionen wird in München stattfinden, wo sich das umfangreichste regionale Bündnis formiert hat.
Samstag, 13. Februar 2010
Kristina Schröder - was hat sie sich dabei gedacht?
von
Judith Rauch
Unsere Familienministerin heißt seit gestern nicht mehr Köhler, sondern Schröder. Auch ihre Homepage ist schon geändert - alles gut vorbereitet, wie es scheint. Doch was steckt wohl dahinter, wenn eine Frau in ihrer Position bei der Heirat den Namen wechselt? Was will sie uns Wählerinnen damit sagen?
"Bei uns zu Hause hat der Mann die Hosen an, auch wenn er im Berufsleben unter mir steht"? "Ich bin zwar modern, aber in dem Punkt bleibe ich konservativ"? (Rückfrage: Warum ausgerechnet in diesem?) "Ich bin so emanzipiert, dass ich mir einen kleinen Rückschritt erlauben kann"? "Das ist ganz und gar meine Privatsache"? (Rückfrage: Ist das Private nicht gerade hier sehr politisch?)
Was immer der Grund sein mag: Es ist ein Schlag ins Gesicht aller Frauen, die dafür gekämpft haben, dass Frauen wie Männer in der Ehe ihren Namen behalten dürfen. Es ist noch nicht so lange her, dass das möglich ist!
"Bei uns zu Hause hat der Mann die Hosen an, auch wenn er im Berufsleben unter mir steht"? "Ich bin zwar modern, aber in dem Punkt bleibe ich konservativ"? (Rückfrage: Warum ausgerechnet in diesem?) "Ich bin so emanzipiert, dass ich mir einen kleinen Rückschritt erlauben kann"? "Das ist ganz und gar meine Privatsache"? (Rückfrage: Ist das Private nicht gerade hier sehr politisch?)
Was immer der Grund sein mag: Es ist ein Schlag ins Gesicht aller Frauen, die dafür gekämpft haben, dass Frauen wie Männer in der Ehe ihren Namen behalten dürfen. Es ist noch nicht so lange her, dass das möglich ist!
Freitag, 12. Februar 2010
Grazie Grazia
"Schmuser" Bushido? Foto: Wulf-Frick
Mittwoch, 10. Februar 2010
Tipp und Kick: Hier sind die Damen
Revolutionär: Tipp-Kick jetzt mit Damenmannschaft
Seit 1924 wird das traditionsreiche Tischfussballspiel Tipp-Kick in der dritten Generation von der Mieg OhG in Schwenningen/Baden-Württemberg produziert. 2010 dann die Revolution. Tipp-Kick kann ab jetzt auch mit einer Damen-Fußballmannschaft gespielt werden! Anlass für die neue Produktion sind sowohl die 2011 in Deutschland stattfindende Fußball-WM der Frauen als auch das gestiegene weibliche Interesse an der Männer-WM vor vier Jahren. 2006 wurde die Firma vollkommen von der Begeisterung an den kickenden Männchen überrascht. Um die Produktion weiter gewährleisten zu können, werden die Kunststofffiguren seitdem am Firmensitz gegossen, aber in Tunesien handbemalt. Die Resonanz auf die Damen-Kollektion war bislang erfreulich, berichtet Firmenchef Mathias Mieg. Jetzt muss sich nur noch der Verdienst der echten Kickerinnen dem ihrer männlichen Kollegen angleichen!
Dienstag, 9. Februar 2010
Neue First Lady soll sein Image polieren
Susanne Verweyen-Mappus gilt als begnadete Netzwerkerin, steht unter anderem auf auf Du und Du mit Angela Merkel und Annette Schavan und hat selbst eine steile Karriere bis zur Geschäftsführerin der Landes-CDU in Baden-Württemberg hingelegt - bis sie Stefan Mappus kennenlernte. Der wird morgen in Stuttgart zum Nachfolger von Günter Oettinger zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Mappus gilt politisch als sehr konservativ, aber das ist selbst in Baden-Württemberg nicht mehr unbedingt angesagt. Als Landesvater braucht er also schleunigst ein neues Image. Aus schwarz mach bunt und zum Beweis, dass er zumindest privat gar nicht so konservativ ist, muss Ehefrau Susanne als neue First Lady herhalten: Doppelname, berufstätige Mutter von zwei Söhnen und bereits in zweiter Ehe verheiratet. Zudem verbreitet die schlaue Gattin lächelnd die unheimlich progressiven Seiten ihres Mannes: Er entspanne beim Staubsaugen und der Gartenarbeit. Das Private ist eben doch politisch!
Montag, 8. Februar 2010
Namenlose Null
Rüpeleien im Internet seien Mutproben ohne Mut, bei denen der Täter nicht mal ein blaues Auge riskiere, moniert Ernst Elitz (am 7.2.10) in Sonntag Aktuell. Die Generation Namenlos gebe sich keine klingenden Indianernamen, sondern nenne sich Nicky, Kröte, Sixpack oder Schinderhannes.
"Der namenlosen Null mangelt es an Selbstwertgefühl!"Mit der Tarnkappe vorm Gesicht könne man andere fertigmachen und Lügen über Nachbarn verbreiten. Die gegenteilige Ansicht vertritt z.B. ein "Namenloser" namens "Turbin30", der vor der "digitalen Diktatur" in Frankreich warnt, da Sarkozy ein Gesetz zur Kontrolle des Netzes will, das Medienüberwachung und Zensur zulässt. Prävention ist wichtig, aber anonyme Namen nehmen die Scheu, etwas (z.B. aus Angst vor beruflichen Nachteilen) mitzuteilen.
Sonntag, 7. Februar 2010
An den Oasen der alten Medien
von
Judith Rauch
Jaron Lanier, Internet-Pionier aus Kalifornien, macht zur Zeit mit seinem Buch "You Are Not A Gadget: A Manifesto" Furore. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat einen Auszug gebracht. Darin beklagt Lanier unter anderem die Entwertung des Journalismus durch die werbefinanzierte Kostenlos-Kultur des Internet:
"Wenn man wissen will, worum sich eine Gesellschaft oder eine Ideologie wirklich dreht, sollte man der Spur des Geldes folgen. Wenn das Geld in die Werbung fließt und nicht zu Musikern, Journalisten und Künstlern, dann befasst sich eine Gesllschaft mehr mit Manipulation als mit Wahrheit oder Schönheit. Wenn Inhalte wertlos sind, dann werden die Menschen irgendwann hohlköpfig und inhaltslos."Informatik-Studenten programmierten heute mit Vorliebe Hedgefonds oder soziale Netzwerke für reiche Golfer.
"Währenddessen gleichen die wirklich kreativen Menschen, die neuen Proleten, Tieren, die in einer ausgelaugten Wüste alle an den gleichen schrumpfenden Oasen der alten Medien zusammenkommen."Dem ist nicht viel hinzuzufügen.
Freitag, 5. Februar 2010
Mehr Frauen für eine andere Führungskultur?
von
Angelika Knop
Titel und Programm der ersten öffentlichen
Veranstaltung des HVB-Frauenbeirates. Foto: Knop
Vater leitet eine Firma, Mutter bleibt meist zuhause, Kinderzahl 3+. "Keiner lebt ein konservativeres Weltbild als deutsche Spitzenmanager", brachte es ZDF-Moderator Steffen Seibert auf den Punkt. Warum also sollten diese Manager mehr Frauen in den Chefetagen wollen? Weil "wir eine neue Führungskultur brauchen". So stand es zumindest im Titel der Diskussion "Changing Leadership", initiiert vom neuen Frauenbeirat der HypoVereinsbank.
Wie wenig diese Überzeugung in den Köpfen angekommen ist, belegte Sozialforscher Carsten Wippermann. "Es klingt so, als könnten Frauen den Männern nichts recht machen", schloss er aus seiner Studie "Brücken und Barrieren zu Frauen in Führungspositionen".
Donnerstag, 4. Februar 2010
Zahlen, die zum Heulen sind
von
Angelika Knop
Bildschirmfoto
"Kein Marketing-Gag" soll der Frauenbeirat der HypoVereinsbank nach den Worten von Vorstandssprecher Theodor Weimer sein. 30 Unternehmerinnen und Managerinnen beraten die Bank zu wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Themen und sind dabei, so Weimer weiter, "kein Debattierclub, sondern haben auch ein Initiativrecht". Auf der erste Sitzung am 2. Februar "ging es recht heftig zu", so Beiratsvorsitzende Susanne Weiss, auch wenn das darüber produzierte Video eher eine gelassene Atmosphäre vermittelt.
Das erste Ergebnis: ein HVB-internes Mentoringprogramm für Frauen. Außerdem will sich das Gremium darum kümmern, wie die Bank künftig Kundinnen anspricht.
Das erste Ergebnis: ein HVB-internes Mentoringprogramm für Frauen. Außerdem will sich das Gremium darum kümmern, wie die Bank künftig Kundinnen anspricht.
Ein sehr gelungener - im besten Sinne "trauriger" - Gag ist das animierte Intro der Homepage. Frau liest da Fakten, die ihr die Tränen in die Augen treiben. Kommt daher die Form des orangefarbenen Präsentationshintergrundes? Oder soll das den Tropfen auf den heißen Stein symbolisieren, der auch diese Initiative wieder nur ist? Hoffentlich nicht!
Ehrgeizige CSU-Frauen
von
Angelika Knop
Die CSU soll zur "frauenfreundlichsten Partei Deutschlands" werden. Das hat die Landesvorsitzende der Frauenunion, Angelika Niebler, ihrer Partei auf die weiß-blaue Fahne geschrieben und lädt mit diesen Worten ihre Mitstreiterinnen zum "Kick Off" Ende Februar ein. Im Rahmen des "Leitbildprozesses 2010plus" wollen die bayerischen Schwarzen mehr Frauen für Parteiarbeit und Mandate gewinnen.
Tipp vom Watch-Salon: Probiert's doch mal mit der Quote - soll anderswo schon geholfen haben!
Tipp vom Watch-Salon: Probiert's doch mal mit der Quote - soll anderswo schon geholfen haben!
Montag, 1. Februar 2010
Vorsicht vor Avatar
Der derzeit aktuelle 3-D-Film "Avatar" zieht Millionen von Fans in die Kinos. Doch die neue Technik kann, lt. Prof. Dr. Norbert Schrage, für die Gesundheit gefährlich werden. Der Chefarzt der Augenklinik in Köln-Merheim wies in der Onlineausgabe des Kölner Stadtanzeigers darauf hin, dass die 3-D-Wahrnehmung, in Kombination mit schnell wechselnden Bildern mit Hell-Dunkel-Kontrasten und so genannten "Shutterbrillen", bei Patienten mit entsprechender Veranlagung, epileptische Anfälle auslösen könne. Er rät Epilepsiepatienten, ohne vorherige Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, auf das 3-D Abenteuer zu verzichten.
Das weibliche Jahrzehnt
von
Angelika Knop
Wer das Frauen-Panel auf dem exklusiven DLD (Digital - Life - Design) verpasst hat, kann sich hier ansehen, worüber die erfolgreichen Damen gesprochen haben. Mit dabei waren Ria Hendrikx, Chef-Personalerin bei der Post und Cecila Attias, Stiftungsgründerin aber besser bekannt wohl noch als Ex-Frau des französischen Präsidenten Sarkozy.
Ein Ziel der Frauen: dieses Panel überflüssig zu machen, weil beim nächsten DLD auf allen Panels ausreichend Frauen sitzen. Dabei wünscht ihnen der Watch-Salon viel Glück und richtet diesen Wunsch auch an andere Web- und Medienkongresse.
Ein Ziel der Frauen: dieses Panel überflüssig zu machen, weil beim nächsten DLD auf allen Panels ausreichend Frauen sitzen. Dabei wünscht ihnen der Watch-Salon viel Glück und richtet diesen Wunsch auch an andere Web- und Medienkongresse.
Arbeitslos: Männer sind häufiger krank als Frauen
von
Britta Erlemann
Männer stehen sich mit ihrem Rollenverständnis und ihrer Art, Probleme zu verarbeiten, selbst im Weg, besonders dann, wenn sie arbeitslos werden oder sind. Matthias Stiehler, Vorstandsmitglied in der Gesellschaft für Mann und Gesundheit: Männer könnten sich mit dem Jobverlust nur schwer abfinden, weil sie sich
"über das Schaffen, das Tun, ihre Arbeit definieren".Hinzu käme ihr Umgang mit psychischen Problemen. Demnach neigten Männer dazu
"das eigene Unwohlsein mit sich allein auszumachen, ihre Probleme eher zu verstecken, als offen damit umzugehen und sich auch mal Hilflosigkeit zuzugestehen."So zu lesen im Artikel „Zu viel Freizeit macht krank“ in der Süddeutschen Zeitung (Online-Ausgabe). Danach sind arbeitslose Männer auch länger krank als arbeitslose Frauen und erkranken - zumindest zu Beginn der Arbeitslosigkeit - häufiger an Depressionen. Mein guter Rat: Sich als Mann bei Problemen Vertraute suchen und die eigne Identität auch über Sozialkontakte, Gefühle und Hobbys definieren. Das tut meiner Ansicht nach auch der Partnerschaft gut (soweit vorhanden).
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